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24-Jähriger nach Einbruch zu 18 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt

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Von: Stefan Mangold

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Statue Justitia
Statue Justitia © picture alliance / dpa

Fast wäre der Mann, der jetzt vor dem Schöffengericht in Offenbach auf der Anklagebank saß, nach einem Einbruch in Heusenstamm mit fetter Beute davon gekommen – wohl nicht zum ersten Mal.

Heusenstamm – Doch eine aufmerksame Nachbarin brachte die Ermittlungen gegen den 24-Jährigen ins Rollen. Zudem hatte sein Leichtsinn der Polizei in die Hände gespielt, die ihn nach mehreren Anläufen festsetzen konnte. Der Prozess endete mit einer Haftstrafe von 18 Monaten ohne Bewährung.

Der Albaner kam 2015 als Flüchtling nach Deutschland. Wie er sich in den vergangenen vier Jahren finanziell hatte über Wasser halten können, darüber lässt sich nur spekulieren. Vor zwei Jahren geriet er jedenfalls schon einmal ins Blickfeld der Behörden. Schon damals stand der 24-Jährige unter Verdacht, einen Wohnungseinbruch begangen zu haben. Letztendlich hatte man ihm aber nichts nachweisen können.

Am 7. Dezember 2018 ging eine 43-Jährige in Heusenstamm mit ihrem Hund spazieren. Der Frau kam es seltsam vor, dass vor dem Nachbargrundstück zwei nicht abgeschlossene Mountainbikes standen, weshalb sie die Räder mit ihrem Smartphone fotografierte. Vor Gericht erzählt sie, sie habe gerade darüber nachgedacht, ob sie die Polizei verständigen solle, als zwei Männer erst über den Nachbarzaun, dann auf die Fahrräder sprangen und davon fuhren.

Anschließend stellte die Polizei einen Einbruch bei der Nachbarin fest, die sich gerade im Urlaub befand. Wieder zu Hause, sollte die Frau ihren Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro vermissen.

Die Polizei schaute sich in der Zwischenzeit gezielt im Stadtgebiet nach jenen Rädern um, die sie dann einen Tag später am Bahnhof stehen sah, auch diesmal nicht abgeschlossen. Der Angeklagte und ein Landsmann erschienen zwar, schwangen sich jedoch so schnell auf die Sattel, dass die Beamten nicht zugreifen konnten. Dies gelang schließlich am 11. Dezember. Erneut hatten die beiden jene Mountainbikes unverschlossen stehen lassen.

Für den Kumpel des Angeklagten lag eine Ausweisungsverfügung vor, die sich unmittelbar vollstrecken ließ. Den Angeklagten selbst musste die Polizei zunächst wieder laufen lassen. Die Zeugin konnte nicht sicher sagen, ob er tatsächlich einer der beiden Männer war, die sie nach dem Einbruch bei der Nachbarin über den Zaun hatte hüpfen sehen.

Nach seiner Entlassung aus der Haft beginn der Angeklagte aber den wohl entscheidenden Fehler. Offenbar rechnete er nicht damit, dass sich Zivilpolizei an seine Fersen heften könnte. Mit der S-Bahn fuhr der Mann nach Dietzenbach, wo ein Landsmann in einem BMW auf ihn wartete, mit dem er anschließend zum Wald fuhr. Dort unternahmen die beiden einen kleinen Spaziergang von etwa 800 Metern. Währenddessen gerieten sie ihren Beschattern zwar aus dem Blickfeld. Doch die mussten nur warten, bis die zwei wieder ins Auto stiegen. Nach kurzer Fahrt stoppten Fahnder den Wagen. Sei fanden Schmuck, für dessen Herkunft die Verdächtigen keine schlüssige Erklärung geben konnten. Darunter befanden sich auch zwei Ringe aus dem Einbruch in Heusenstamm. Mit Hilfe eines Metallsuchgeräts entdeckten die Ermittler später im Wald einen Bunker in Form eines Glasbehälters mit Schraubverschluss. Der war allerdings leer.

Vor Gericht schwieg der Angeklagte zu den Vorwürfen. Richter Manfred Beck und die beiden Schöffen sahen es aber als erwiesen an, dass er zum Einbruchsduo vom 7. Dezember gehörte und verhängten eine Haftstrafe von 18 Monaten ohne Bewährung.

VON STEFAN MANGOLD

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