Adolf-Reichwein-Schule wird 50 Jahre alt

Pädagogisch vorbildlicher Bau

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Vor 50 Jahren stand die Adolf-Reichwein-Schule auf der grünen Wiese. Bezogen wurde der Bau noch vor der Fertigstellung.

Heusenstamm - Nach Ende des Zweiten Weltkriegs ist die Schlossstadt schnell gewachsen. Immer wieder wurde aus Äckern Bauland, wurden Wohngebiete erschlossen. Aber wer Menschen in die Gemeinde holt, muss auch Infrastruktur bieten - zum Beispiel Schulen. Vor genau 50 Jahren konnte die Adolf-Reichwein-Schule bezogen werden.

Als der Krieg zu Ende war, gab es in Heusenstamm zwei Schulhäuser mit je vier Klassenräumen: die heutige Adalbert-Stifter-Schule mit dem alten Haus an der Frankfurter Straße und dem neuen an der Schulstraße. 526 Kinder waren es bereits 1945, die zunächst von vier Lehrern, von 1947 an von acht Lehrern in zwölf Klassen unterrichtet wurden. Der Unterricht fand in zwei Schichten statt. 1957 konnte ein Erweiterungsbau fertig gestellt werden. Aber die Schule blieb - wie es damals hieß - Volksschule. Nach acht Schuljahren war Schluss. Wer mehr lernen wollte, musste nach Offenbach.

Schnell war klar, das musste sich ändern. So erhielt der damals bekannte Architekt Ernst May aus Hamburg den Auftrag, einen Schulneubau im Zusammenhang mit einer zu errichtenden Wohnstadt zu planen. 1963 starteten die Bauarbeiten des Schulkomplexes, bei dem besonderer Wert auf das Schöne gelegt wurde, ein Bau, den der damalige Kultusminister eine „pädagogisch vorbildliche bauliche Lösung“ nannte.

Damals lag das Schulgelände in einer ausgedehnten Grünfläche: die Schule im freien Feld, die Schule im Grünen. Es war das größte Schulprojekt im Kreis Offenbach. Die Grundsteinlegung folgte am 25.Juni 1964. In der Festschrift zum Jubiläum heißt es dann: „Da die Adalbert-Stifter-Schule zum Schuljahresbeginn 1965, damals noch an Ostern, 690 angemeldete Schülerinnen und Schüler beim besten Willen nicht mehr unterbringen konnte, begann der Unterricht in der nur teilweise fertiggestellten neuen Schule mit 340 Schülern in elf Klassen.“ Erst am 20. Mai 1967 wurde das Gebäude, das inzwischen den Namen Adolf-Reichwein-Schule erhalten hatte, offiziell eingeweiht.

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Beendet war der Schulbau aber auch dann noch nicht. Vier Pavillons mussten gebaut, selbst im Keller Klassenräume eingerichtet werden, weil Heusenstamm wuchs und wuchs. 1968 folgten die ersten Pavillons für das spätere Gymnasium gegenüber.

In den 50 Jahren seit der Eröffnung haben sechs Pädagogen die Schule geleitet. Der bekannteste unter ihnen dürfte Josef Eckstein sein, der dieses Amt von 1976 bis 1987 inne hatte. Er tauschte dann das Klassen- gegen das Bürgermeister-Dienstzimmer. Von 1987 bis 2003 war er der Verwaltungschef im Rathaus der Schlossstadt.

Die mit 18 Jahren längste Zeit als Leiter der Adolf-Reichwein-Schule hat Gerhard Länder vorzuweisen. Ihm folgte 2008 Matthias Lippert, der bis heute die Geschicke der Haupt- und Realschule mit Förderstufe führt. Unterstützt wird er dabei von den beiden Konrektorinnen Doris Huber und Simone Richter. Besonders stolz ist man auf das Ganztagsangebot, das man den jüngeren Schülern machen kann. Und beliebt ist die gut eingerichtete Schulküche, in der Mittagessen gekocht, aber auch Kochunterricht stattfinden kann. Am morgigen Freitag soll der 50. Geburtstag mit geladenen Gästen an der Leibnizstraße gefeiert werden. 

clb

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