„Stets Originalität bewahrt“

Akademische Feier zu 750 Jahren Rembrücken

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Akademische Feier zu 750 Jahren Rembrücken mit Ehrungen und einem Gedenkstein

Heusenstamm - Einen ganzen Sonntag lang haben Rembrücker und Heusenstammer das 750-jährige Bestehen des Stadtteils gefeiert. Nach einem Festgottesdienst mit dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf folgte vor allem eine Akademische Feier. Von Claudia Bechthold

Rembrücken habe sich seinen eigenen Charakter und sein Zusammengehörigkeitsgefühl bewahrt, lobte Bürgermeister Halil Öztas. Er war der erste einer ganzen Reihe von Rednern während der Akademischen Feier zum 750. Geburtstag des Stadtteils auf dem Dorfplatz vor der alten Schule. Äußeres Zeichen dieses Geburtstags ist eine Skulptur, die nun an der Heusenstammer Straße in der Einmündung zur Hauptstraße steht. Geschaffen hat den Gedenkstein der in Rembrücken lebende Patrick Witte.

Seine Originalität bewahrt habe sich Rembrücken in den 750 Jahren seines Bestehens, betonte der Bürgermeister vor mehr als 150 Gästen, zu denen neben Vertretern des Magistrats, des Stadtparlaments und der Vereine auch Landrat Oliver Quilling, Stefan Gieseler als Geschäftsführer des Hessischen Städtetags, der evangelische Dekan Carsten Tag sowie der Bundestagsabgeordnete Björn Simon zählten.

Über die Anfänge Rembrückens, das in seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1268 noch „Rintbrucken“ hieß, wisse man wenig“, erläuterte Öztas. Seither habe der Ort stets konsequent Altes mit Neuem verbunden. Doch vor allem seien es die Menschen, die den Stadtteil zu einem besonderen machten. Gemeinsame Anstrengungen, bürgerliches Engagement also, komme auch durch dieses Fest zum Ausdruck, an dessen Gestaltung und Organisation das Bürgerforum einen wesentlichen Anteil habe. Immer wieder habe Rembrücken gezeigt, dass es Herausforderungen bewältige.

Auf den Tag genau seit 50 Jahren lebe Professor Elmar Götz in Rembrücken, berichtete der Bürgermeister zu den beiden Ehrungen, die er anschließend im Auftrag der Stadtverordnetenversammlung vollzog. Diese hatte beschlossen, Götz und Dr. Hartmut von Kienle mit der Ehrenplakette der Stadt Heusenstamm zu danken für deren vielfältiges Engagement in dem Stadtteil – Elmar Götz in der Kirchengemeinde sowie in der Kommunalpolitik und im Heimat- und Geschichtsverein, Hartmut von Kienle im Bürgerforum, dessen Sprecher er seit dessen Bestehen ist.

Mit der Freiherr-vom-Stein-Ehrenurkunde der Hessischen Landesregierung war Landrat Oliver Quilling ins Festzelt an der Alten Schule gekommen. Eine grüne Idylle mitten in einer Metropolregion nannte er Rembrücken und betonte, was einen Stadtteil wie diesen ausmache, sei, dass er sich auch 40 Jahre nach der Gebietsreform seinen eigenen Charakter bewahrt habe. Die Urkunde überreichte Quilling auch im Namen des Innenministers Peter Beuth.

Immer wieder heiterte Björn Uhl, dem die Moderation übertragen worden war, die rund zwei Stunden dauernde Feier mit seinen Bemerkungen auf. So wies er zum Beispiel darauf hin, dass Rembrücken nicht nur 750 Jahre Bestehen, sondern auch 82 Jahre fließendes Wasser, 103 Jahre Telefon und 99 Jahre elektrisches Licht feiern könne.

Der evangelische Dekan Carsten Tag betonte, man freue sich darüber, dass die katholische Kirche in Rembrücken, auch für evangelische Gottesdienste genutzt werden dürfe. Der Stadtteil werde, so berichtete danach Pfarrer Martin Weber, oft als Perle der katholischen Pfarrgruppe bezeichnet, manchmal aber auch als kleines gallisches Dorf.

750 Jahre Rembrücken: Bilder

Hartmut von Kienle erläuterte den Gästen, was im gerade erschienenen Buch „Rembrücker Geschichte(n)“ zu finden sei.

Und Elmar Götz sprach in seiner Laudatio siebenmal ein Lob aus, unter anderem an Richard Wimmer, der die Geschichte des Orts zusammengefasst hatte, und an die Menschen, die schon früh den kulturellen Austausch gepflegt haben.

Musikalisch begleitet wurde die Feier von Robert Karasek am Klavier. Markus Grimm führte in der Kirche zudem das Ein-Personen-Stück „Der Rembrücker Altar“ aus seiner eigenen Feder auf.

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