Berufsmarkt an der Adolf-Reichwein-Schule

Suche nach „kreativem Job“

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Beim „Markt der Möglichkeiten“ konnten sich die Reichwein-Schüler bei Vertretern von Unternehmen, Behörden und weiterführenden Schulen über die Möglichkeiten für den richtigen Start ins Berufsleben informieren.

Heusenstamm - Die Adolf-Reichwein-Schule bereitet ihre Schüler mit vielfältigen Aktivitäten aufs Berufsleben vor. Von Michael Prochnow 

Nun veranstaltete sie einen „Markt der Möglichkeiten“, bei dem sich die Jugendlichen bei Vertretern von Firmen, Behörden und weiterführenden Schulen informieren konnten. Erstmals waren auch Teenager vom benachbarten Gymnasium dabei.
Burak aus der neunten Klasse hat sich schon im Internet informiert und ein Praktikum gemacht. „Mir gefällt der Beruf des Mechanikers“ – es könnte auch Industrie- oder Werkzeug-Mechaniker sein. Solche sucht Thomas Hofferberth. Der Ausbildungsleiter der Rodgauer Firma Henkel Feinmechanik hat erkannt, „es ist nicht einfach, gute Lehrlinge zu finden“. Er geht selbst in die Schulen, besucht den Unterricht und lädt Interessierte ein, in den Ferien in den Betrieb zu schnuppern.

Seit sieben Jahren organisiert Carsten Weirich den „Markt der Möglichkeiten“ an der Adolf-Reichwein-Schule (ARS). Der Koordinator für Berufsorientierung und die Klassenlehrer üben mit den Hauptschülern ab der achten Klasse, Bewerbungen zu schreiben, vermitteln ihnen Einblicke und Praktika in Produktion und Verwaltung. Doch: „90 Prozent der Eltern wollen, dass ihre Sprösslinge weiter zur Schule gehen.“ Dabei ist der „Weg mit der Ausbildung nicht zu Ende“, wie Hofferberth formuliert, „im Gegenteil“.

Wer einen Gesellenbrief in der Tasche hat, kann sich weiterqualifizieren, den Meister machen und sogar studieren. Das ist auch beim Autohaus Zeiger so, das mit Partnerbetrieben zusammenarbeitet. „Wir haben bis jetzt sehr gute Bewerber, die Kfz-Mechatroniker werden wollen“, informiert Werkstattleiter Tom Braumann. Der Beruf sei immer noch sehr begehrt bei Jungen. Aber auch Mädchen kommen oder Studienabbrecher. „Sie müssen halt ins Team passen“, lautet eine wichtige Anforderung an die Bewerber.

Und weil es auch Gymnasiasten gibt, die vom Ziel Abitur abweichen oder trotz Hochschulreife nicht auf die Universität wechseln wollen, steht Lehrerin Lina Scheich für Schüler vom Adolf-Reichwein-Gymnasium parat. „Viele wissen gar nicht, was sie studieren sollen“, da sei eine Ausbildung eine sinnvolle Alternative. Nur einzelne Schüler von gegenüber nutzen das Angebot im ARS-Foyer.

Der Kreis Offenbach hat auch für sie duale Studiengänge im Portfolio. Die Auswahl in Dietzenbach sei groß, zeigt Martina Lotz von der Ausbildungsabteilung. „Wir brauchen Verwaltungsfachangestellte, Veranstaltungskaufleute und -techniker, auch Tischler“, sagt sie. Vor allem bei den handwerklichen Berufen sei es schwierig geworden, Personal zu finden. Vom Hauptschüler bis zum Bachelor-Absolventen seien im Kreishaus alle zur Vorstellung willkommen – allerdings erst für einen Start im Herbst 2020.

Bilder: Hip Hop an der Adolf-Reichwein-Schule

Jasmin aus der Klasse 10R hat es eiliger, und sie weiß noch nicht, was sie machen soll. Ihre Freundin Anastasia ist da deutlich weiter, „ich möchte einen kreativen Job, etwas mit Kunst“, verrät sie. Schneiderin würde ihr gefallen oder Tätowiererin – aber das sei kein Ausbildungsberuf. Also hat sie Grafik-Design ins Auge gefasst. Nataliya gehört zu jenen, die das Abi anvisieren, um einen Studiengang mit Wirtschaft zu wählen, „damit hab ich dann mehr Möglichkeiten.“

Damit ist sie keine Kandidatin für Anja Mahlow-Hüfner. Die Geschäftsführerin bildet Mechatroniker für Kältetechnik und Anlagentechniker für ihre Firma Hüfner Sanitär & Heizung aus. Mathe und Physik seien da wichtig. „Wir wachsen, nach diesem Sommer ist der Bedarf groß und es ist schwer, Leute zu finden.“ Denn alle wollten nun Klimaanlagen, berichtet sie.

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