Grüne sehen Hindernis für Radler, Christdemokraten Schutz für Fußgänger

Bordsteine werden abgesenkt

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Die Bordsteine an den Einmündungen entlang der Frankfurter Straße seien für Radler ein Hindernis, an manchen Stellen gar gefährlich, meinen die Grünen und beantragen die Absenkung.

Um den Abbau von Hindernissen für Radler gehe es der Kooperation aus SPD, Grünen und Freien Wählern, begründete Heiner Wilke-Zimmermann den gemeinsamen Antrag, Bordsteine entlang der Frankfurter Straße abzusenken. 

Heusenstamm – Konkret sind die Bordsteine an den Einmündungen zur Paterhäuser und Bürgermeister-Kämmerer-Straße, zum Julianenpfad, dem Wiesenbornweg und der Schlossstraße genannt. Mit 17 zu 16 Stimmen wurde diesem Vorhaben zugestimmt. Mit 29 Ja-Stimmen – also mit Unterstützung der CDU – setzte die Kooperation zudem durch, dass an der Isenburger Straße in Höhe der Verbindung zum Frankfurter Weg der Bordstein eingeebnet wird.

Die bereits abgesenkten Bürgersteige entlang der Frankfurter Straße bezeichnete der Vorsitzende der Grünen-Fraktion für Fahrradfahrer als störend, manchmal sogar gefährlich. Und an der Isenburger Straße sei der Bordstein so hoch, dass man als Radler anhalten müsse, um in Richtung Fankfurter Weg abbiegen zu können.

„Wir erwarten, dass die Straßen glatt und barrierefrei sind, nicht behindernd“, führte Wilke-Zimmermann weiter aus. Sinn der Randsteine sei, dass der Autoverkehr gebremst und Sehbehinderten bei der Orientierung geholfen werde. Daher wolle man auch keine Absenkung auf ganzer Breite, sondern in Form einer schmaleren Furt, wie es sie zum Beispiel an der Zufahrt zum Parkplatz des Kultur- und Sportzentrums Martinsee bereits gebe. Radler könnten diese nutzen. Für Menschen mit eingeschränkter Sehkraft sollten sogenannte Bodenindikatoren eingebaut werden, damit diese vor der kreuzenden Straßeneinmündung gewarnt würden. Eine Gefahr für Fußgänger seien an den genannten Stellen eher die Autofahrer, die aus den Seitenstraßen kämen, ohne die Fußwege einsehen zu können.

Mit Blick auf die Kosten machte FDP-Fraktionschef Uwe Klein darauf aufmerksam, dass im Zusammenhang mit dem „Integrierten Stadtentwicklungskonzept“ (ISEK) die Frankfurter Straße ohnehin ins Blickfeld rücke. Und ob die geplante Absenkung der Bordsteine tatsächlich mehr Sicherheit bringe, sollte untersucht werden.

Für die CDU-Fraktion erinnerte Karsten Hoffend, dass die Bordsteine an der Frankfurter Straße ohnehin schon um 50 Prozent niedriger seien als üblich. Aber sie erfüllten dennoch eine wichtige Schutzfunktion für Fußgänger und Kinder auf dem Rad, die den Bürgersteig nutzen. Die Gefahr von Stürzen für abbiegende Radler könne er nicht nachvollziehen. Seine Fraktion sehe darin keinen besonderen Gefahrenpunkt. Zudem sollten doppelte Planungskosten vermieden werden, da die Frankfurter Straße ohnehin im ISEK zur Veränderung vorgesehen sei.

In der anschließenden Abstimmung des Stadtparlaments wurden die vier Punkte des Kooperationsantrags einzeln abgestimmt. Danach sollen die notwendigen Mittel für diese Baumaßnahme, die im Antrag nicht näher beziffert waren, im städtischen Haushalt für das kommende Jahr bereitgestellt werden.

VON CLAUDIA BECHTHOLD

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