Kein Bedarf zur Überarbeitung

Verwaltung in Heusenstamm nennt Gestaltungssatzung für Rembrücken aktuell und maßvoll

Klappläden bestimmen an der Hauptstraße in Rembrückens altem Ortskern an manchen Stellen noch das Ortsbild. Auch sie stehen in der Gestaltungssatzung. Foto: CLB
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Klappläden bestimmen an der Hauptstraße in Rembrückens altem Ortskern an manchen Stellen noch das Ortsbild. Auch sie stehen in der Gestaltungssatzung. 

Der alte Ortskern Rembrückens bestehe eigentlich nur aus Bausünden der 1950er-Jahre oder aus alten Häusern, die allmählich verfallen, weil sich wegen der Vorschriften keiner mehr an eine Sanierung traut, sagt Patrick Witte, Mitglied des Bürgerforums im Stadtteil. 

Heusenstamm – Das hatte man in einem Gespräch mit Vertretern der SPD auch bemängelt und den Wunsch geäußert, die Gestaltungssatzung zu überarbeiten (wir berichteten).

Der entsprechende Antrag der Sozialdemokraten stand deshalb nun auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Allerdings mit der Folge, dass die Fraktion ihr Ansinnen am Ende zurückstellte.

Aus Sicht der Verwaltung gibt es für die Rembrücker Gestaltungssatzung eigentlich keinen Überarbeitungsbedarf, hatte Ulrike Winkler, Fachbereichsleiterin Bauen der Stadtverwaltung, zuvor während der Sitzung des Bauausschusses gesagt. Es gebe mittlerweile zwar die eine oder andere Kritik, aber da sei man in Einzelfällen auch durchaus bereit, diese zu überprüfen. Das Landesprogramm zur Dorferneuerung war einst der Grund, für den alten Ortskern Rembrückens eine Gestaltungssatzung zu beschließen. Seit Oktober 1995 gilt nun der Bebauungsplan, dem die Vorgaben zur Gestaltung alter und neuer Gebäude in diesem Gebiet angefügt sind.

Mehr als zehn Punkte umfasse eine Liste, die man schon vor vier Jahren an die Stadt herangetragen habe, erläuterte Witte auf Anfrage, der die Satzung eher als die Verhinderung einer Erneuerung sieht. Als ein Beispiel jener Punkte, den man kritisiere, nannte er die Vorschrift, dass Fensterrahmen aus Holz sein müssen: „Es gibt heute Folien, die ein anderes Material genauso aussehen lassen.“

Der zur Begründung des Antrags gemachten Aussage, vorgeschriebene Farben seien heutzutage gar nicht mehr erhältlich, widersprach die Bauamtsleiterin. „Die Farbtöne sind eindeutig benannt und weiterhin im Handel zu finden“, sagte Winkler. Zumal die Satzung ein Farbspektrum von Rot bis Rotbraun etwa für Dächer oder von Erdfarben bis Weiß für Fassaden vorgebe. Der grundsätzliche Tenor der Satzung sei „aktuell und recht maßvoll“ und enthalte gängige Gestaltungsprinzipien.

„Zum Teil schwer verständlich“, nannte der CDU-Stadtverordnete Eric Fröhlich dagegen jene Satzung. Klar sei, dass der Charakter des Ortskerns erhalten bleiben müsse. Aber dass man sich auch bei Häusern aus den 1970er-Jahren an der Heusenstammer Straße auch an diese Vorgaben halten müsse, sei nicht zu verstehen.

Auch Bürgermeister Halil Öztas betonte zum Ende der kurzen Debatte, dass man in der Verwaltung derzeit keinen Änderungsbedarf sehe, zumal die Satzung Spielraum biete.

VON CLAUDIA BECHTHOLD

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