Keine großen, aber kleine Überraschungen

Bürgermeisterwahl: Fast alles wie erwartet

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Im Rathaus liefen die Ergebnisse über den Bildschirm.

Heusenstamm - So oder so ähnlich war das Ergebnis der Bürgermeister-Wahl eigentlich zu erwarten gewesen. Den größten Stimmenanteil erhält der CDU-Kandidat, an zweiter Stelle geht der SPD-Bewerber in die Stichwahl. Von Claudia Bechthold

Die beiden Parteiunabhängigen landen mit jeweils weniger als 20 Prozent mit Achtungserfolgen auf den Plätzen drei und vier. Nichts Neues also? Nein. Die Heusenstammer haben gewählt, wie es wohl die meisten erwartet hatten. Echte Überraschungen gab es nicht. Die Schlossstadt ist und bleibt ein mehrheitlich CDU-naher Flecken. Freilich haben sich gleich drei Kandidaten um die eher konservativen Wähler bemüht. Mit dem somit naheliegenden Ergebnis, dass keiner von ihnen mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten konnte.

Halil Öztas dagegen hat das bisherige Stimmenpotential seiner Partei mehr als ausgeschöpft. Unter dem Strich dürfte er auch den einen oder anderen Nicht-SPD-Wähler überzeugt haben. Zumal es dem Juristen im Wahlkampf immer wieder gelungen ist, für sich Punkte zu sammeln. Während Uwe Giebl mit manchen seiner Aussagen potentielle Wähler eher verärgert hat. Letztendlich dürfte aber bei beiden Kandidaten die Parteizugehörigkeit die größere Rolle gespielt haben. Die CDU-Wähler haben sich vermutlich eher pragmatisch entschieden. Wohl auch, weil ein Bürgermeister mit einer guten Mehrheit im Rücken besser handeln kann als ein Unabhängiger, der sich für jede Entscheidung aufs Neue Mehrheiten suchen muss.

Stimmverteilung: Uwe Giebl (CDU): 2695 Stimmen, 38,1 Prozent. Halil Öztas (SPD): 2085 Stimmen, 29,5 Prozent. Thomas Hartmann (parteilos): 1326 Stimmen 18,8 Prozent. Hans-Peter Löw (parteilos): 962 Stimmen 13,6 Prozent.

Wahlberechtigte: 14.669

Wähler: 7164 

Gültige Stimmen: 7068

Wahlbeteiligung: 48,8 Prozent

Dagegen könnte bei Öztas seine Parteizugehörigkeit möglicherweise den einen oder anderen - trotz der positiven Eindrücke, die er hinterlassen hat - davon abgehalten haben, seine Stimme einem SPD-Kandidaten zu geben. Das zeigen auch die Ergebnisse in den einzelnen Wahlbezirken. So erreicht Giebl in Rembrücken, einem traditionell sehr CDU-treuen Bezirk, mit 51,8 Prozent sogar eine absolute Mehrheit. Das allerdings bei einer Wahlbeteiligung von nur 37,3 Prozent. Insgesamt hat Giebl sechs von zehn Wahlbezirken (ohne die Briefwahlbezirke) für sich entschieden. Eindeutiger Sieger ist dagegen Öztas in immerhin vier Bezirken, darunter der alte Ortskern mit dem Ostend und dem Goldberg sowie das Gebiet südlich der Frankfurter Straße mit dem Sommerfeld. Aber auch die Bezirke rund um Herder- und Kantstraße sowie am Frankfurter Weg und rund um Ostpreußen- und Schubertstraße. Die Bezirke mit den beiden neuen Wohnquartieren südlich der Hohebergstraße und Am Lindenbaum gingen dagegen an Giebl. Während Giebl und Öztas sich erfreut über ihr Abschneiden äußerten, zeigte sich Hans-Peter Löw ein wenig enttäuscht, weil er auf ein Ergebnis von mehr als 20 Prozent gehofft hatte (wir berichteten). Auf immerhin 19,1 Prozent kam Löw im Wahlbezirk 1, dem Osten der Stadt.

Bilder: Bürgermeisterforum in TSV-Halle

Rund um Schönborn-, Philipp-Reis- und Borsigstraße erzielte Thomas Hartmann mit 24,1 Prozent der Stimmen sein bestes Ergebnis. Der bekannte Heusenstammer war am Wahlabend nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen. Offensichtlich enttäuscht hatte er schon kurz nach 19 Uhr das Schlossrathaus verlassen. Es sei eine Abstimmung zu Gunsten der Parteien gewesen, die so nicht ganz zu erwarten gewesen sei, sagte er gestern auf Anfrage. Er habe sich mehr Prozente gewünscht und auch erwartet, akzeptiere aber das Ergebnis: „Ich habe Heusenstamm ein Angebot gemacht, aber Heusenstamm hat sich anders entschieden.“ Und: „Viele haben wohl traditionell die CDU gewählt, unabhängig vom Kandidaten.“

Zudem kritisierte Hartmann die Wahlbeteiligung von nur 48,8 Prozent: „Mehr als die Hälfte der Berechtigten sind nicht zur Wahl gegangen, das ist desaströs für unsere Demokratie.“ Dass es zur Stichwahl am Sonntag, 11. Oktober, mehr Wähler werden, ist leider kaum zu erwarten.

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