Halbzeit-Bilanz zwischen den Kommunalwahlen

CDU: Zufrieden mit Erreichtem

+

Heusenstamm - Nicht alles, was sie ihren Wählern versprochen haben, konnten Heusenstamms Christdemokraten bis jetzt erfüllen. Von Claudia Bechthold

Dennoch äußerte sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Lothar Fella während der Jahreshauptversammlung seiner Partei sehr zufrieden in seiner Halbzeit-Bilanz. Die örtliche Parteiversammlung wurde diesmal zu Rück- und Ausblicken genutzt, da keine Wahlen angestanden hatten. Als „extrem niedrig“ bezeichnete Fella das Ergebnis, das die Kommunalwahl 2011 der CDU in der Schlossstadt gebracht hatte. Mit knapp 45,6 Prozent hatte die Union im Vergleich zu 2006 rund 4,5 Prozent der Stimmen verloren. Man habe damals unter dem „Fukushima-Effekt“ gelitten, erläuterte der Fraktionschef. Kurz vor den Wahlen hatten Erdbeben und Tsunami in Japan schwere Störfälle im Atomkraftwerk Fukushima verursacht. Davon hätten vor allem die Grünen profitiert, die in Heusenstamm um 6,35 Prozent zugelegt hatten.

Deshalb habe man sich auf die Suche nach einem Koalitionspartner machen müssen, blickte Lothar Fella zurück, und mit der SPD einen solchen gefunden. Die Zusammenarbeit sei nicht immer erfreulich, berichtete er, aber man habe einen Weg gefunden. Die Koalition werde aller Voraussicht nach bis zum Ende der Legislaturperiode halten. Grundsätzlich habe die Union ihre Wahlversprechen gehalten, zog Fella ein Resümee. Etwa bei der Instandhaltung von Gemeindestraßen, die bisher grundlegend in der Paul- und der Marienstraße erfolgt sei. Oder bei der Straßenbeleuchtung, die nach und nach auf umweltfreundliche Lampen umgestellt werde. Weniger erfolgreich sei man bei den erwünschten Kreiseln an den Kreuzungen Alte Linde und Höhe Bastenwald, weil das Land den Umbau nicht bezuschusse und die Planung daher ruhe.

Hohe Wichtigkeit habe für die CDU die Wirtschaftsförderung, deren jüngste Erfolge Bürgermeister Peter Jakoby erst gerade erst verkünden konnte: den Verkauf des Levis-Gebäude im Zwerggewann und den Einzug der Spedition Duwensee in diese Liegenschaft. Viel getan habe sich beim Thema Sicherheit, betonte Fella und nannte den Bahnhof als Beispiel. Noch in der Schwebe sei der Plan, den Bannturm auszubauen. Die Vereinsförderung durch sei nicht gekürzt worden, und das solle auch so bleiben. Mehrere Millionen Euro werde man investieren müssen, um die Kläranlage auf neuen Stand zu bringen. Dennoch werde im nächsten Haushalt weiter sparen können. Fella: „Ich warte allerdings noch auf die Person, die mir erläutert, wie wir, wie gefordert, bis 2017 einen ausgeglichenen Haushalt erreichen können.“

Die lustigsten Wahlkampf-Pannen der Politiker

Die lustigsten Wahlkampf-Pannen der Politiker

Während Fella und der CDU-Vorsitzende Heinz Dassinger den Blick eher zurück wandten, konzentrierte sich Jakoby auf die Zukunft. Dabei erläuterte er den mehr als 60 anwesenden Mitgliedern vor allem Projekte der nächsten Jahre. Dazu zählen neben der Fertigstellung der Neubaugebiete Alte Linde und südlich der Hohebergstraße auch die Verlegung des Bauhofs ins Zwerggewann, die Ansiedlung eines Supermarktes im Osten der Stadt und eines Fachmarkt-Zentrums auf dem Gelände der Brückenmeisterei an der Industriestraße. An der Hohebergstraße entstehe derzeit ein Kinderspielplatz. Und im Dezember werde mit dem Bau des Gebäudes für einen Vollversorger an der Alten Linde begonnen. Das Baugebiet an der Hohebergstraße sei so erfolgreich, dass die Stadt nun ein weiteres Grundstück aufbereiten lassen wolle: „Da liegt allerdings viel Dreck unter der Erde, weil das früher als Müllhalde genutzt worden ist. Und das muss alles restlos rausgeholt werden.“ Das werde zwar teuer, aber müsse eben einfach sein.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare