Hoffen auf einen „Schutzschirm“

Vereine hoffen auf den „Schutzschirm“

Ein Bahnhofsfest wie im vergangenen Jahr wird es diesmal nicht geben. Den daran beteiligten Vereinen werden die Einnahmen durch die Bewirtung fehlen.
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Ein Bahnhofsfest wie im vergangenen Jahr wird es diesmal nicht geben. Den daran beteiligten Vereinen werden die Einnahmen durch die Bewirtung fehlen.

Vielen Vereinen in Heusenstamm werden die Einnahmen aus ausfallenden Festen fehlen. Sie hoffen auf die Soforthilfe für gemeinnützige Vereine.

Heusenstamm – Kein Bahnhofsfest, keine Vatertagsfeiern und auch sonstige Veranstaltungen fallen in diesem Frühjahr und Sommer aus. Das bedeutet für viele Vereine nicht nur den Verzicht auf soziales und kulturelles Leben, sondern auch den Ausfall von Einnahmen. 

So stellt die Corona-Pandemie die Finanzplanung des Gesangvereins Konkordia vollkommen auf den Kopf. „Es sieht gar nicht so gut aus“, räumt Vorsitzender Bernhard Krostewitz ein. Der Verein lebe von den Einnahmen aus Festen, denn die Mitgliedsbeiträge reichen nicht für laufende Kosten. Auch ohne Singstunden etwa bezahlt die Konkordia ihren Dirigenten, denn auch dieser sei auf das Geld angewiesen.

Da er gemeinnützig ist, darf der Verein keine Rücklagen bilden, auf die er nun zurückgreifen könnte. Die Hoffnung liegt auf dem „Schutzschirm“, wie Krostewitz die Soforthilfe für Vereine bezeichnet. Der Vorstand versuche, darüber an finanzielle Unterstützung zu kommen.

Wenigstens das Verteilen der Erbsensuppe zu Pfingsten wollten die Konkordianer beibehalten. Doch auch das dürften sie nicht, berichtet Krostewitz. Das sei verständlich, aber dennoch bedauerlich. „Wir hätten uns streng an alle Vorgaben gehalten“, meint er. Nun hofft der Verein, dass er sein Kelterfest Ende September feiern kann. „Mein Gefühl sagt mir aber, das wird auch nichts.“

Etwas anders sieht es beim Rugby Klub Heusenstamm aus: Auch beim RKH fallen Einnahmen durch Feste wie jenes am Bahnhof weg. Zudem kommen keine Gelder durch Spiele rein. „Wir haben aber auch keine Ausgaben durch Auswärtsspiele“, berichtet Vorsitzender Markus Walger. Die Mitgliedsbeiträge helfen dem Rugby-Verein über die Runden. Es seien aber zurzeit keine großen Sprünge möglich. Sollten höhere Kosten auf den RKH zukommen, kämen auch sie ins Straucheln.

Dass nicht nur die finanzielle Lage beunruhigt, sondern auch das fehlende Vereinsleben, betont Matthias Kilian vom Karneval Klub Disharmonie (KKD). Ihm und den anderen Mitgliedern fehle die persönliche Nähe. Als einen großen Freundeskreis bezeichnet Kilian den Klub, da fehle der Kontakt untereinander sehr. Keine Theaterproben und keine Ausflüge zu Ostern etwa belasten ebenso wie fehlende Einnahmen. Pläne für die Zeit nach der Pandemie habe die Disharmonie bereits, berichtet der Vorsitzende, „damit die Vereinskasse wieder aufgefüllt werden kann“.

Natürlich fehlen Einnahmen aus dem Bahnhofsfest und vom Kultursommer, bestätigt Sandra Horn, Vorsitzende der Sängervereinigung. Auch später geplante Konzerte werden vermutlich ausfallen müssen. Allerdings habe man schon vor Jahren die Finanzen so umgestellt, dass der Verein stets einen Puffer für etwa ein Jahr habe. Deshalb könne der Verein diese Zeit vermutlich gut überstehen. Wie es dann im nächsten Jahr aussehe, sei indes eine andere Frage. Ohne Einnahmen werde in jedem Fall ein Loch in der Kasse bleiben: „Sollte auch noch der Nikolausmarkt wegfallen, weiß ich nicht, wie es weitergeht.“

Etwas zuversichtlicher ist Dawid Zimmerer, neuer Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins (OGV). Durch die erst kürzlich beschlossene Beitragserhöhung (wir berichteten) bleibe genug, um laufende Kosten zu decken, versichert er. Mit den Einnahmen aus dem Vatertagsfest habe man Bauvorhaben finanzieren wollen. Aber diese werde man nun wohl verschieben müssen.

Von Yvonne Fitzenberger

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