Verwaltung zieht nach Heusenstamm

Dematic verlässt Offenbach teilweise

Offenbach/Heusenstamm - Ein Teil des Logistikkonzerns Dematic GmbH mit der Deutschland-Zentrale verlässt Offenbach und siedelt nach Heusenstamm über. Von Marc Kuhn 

„Der Umzug nach Heusenstamm findet tatsächlich statt“, bestätigte die Marketingchefin des Unternehmens, Jessica Heinz, gestern unserer Zeitung. Die Verwaltung sowie die Abteilungen für Forschung und Entwicklung würden umziehen. Das Vorhaben starte in der nächsten Woche und solle im Juni, spätestens im Juli, abgeschlossen sein. Dematic zieht in Heusenstamm in das ehemalige Levi-Strauss-Gebäude im Zwerggewann. Heinz begründete den Schritt mit einer Modernisierung. Die Produktion soll nach den Worten der Marketingexpertin in Offenbach-Waldhof bleiben.

Die IG Metall Offenbach ist skeptisch. „So ganz wohl ist uns dabei nicht“, sagte die erste Bevollmächtigte der Gewerkschaft, Marita Weber, unserer Zeitung. Nach ihren Angaben sind im Oktober 14 Mitarbeiter von Dematic in der Produktion gekündigt worden. Heinz bestätigte, dass es Kündigungen gegeben habe. „Ich vermute, dass man die Produktion in zwei, drei Jahren in Offenbach aufgeben wird“, erklärte Weber. Der weltweit agierende Logistikspezialist hat neben dem Standort Offenbach noch Niederlassungen in Nürnberg, Augsburg, Heilbronn und Wetter. Die einzige Produktionsstätte in Europa ist in Offenbach. Zudem hat der Konzern noch Werke in Australien, China und den USA.

Heusenstamms Bürgermeister Peter Jacoby zeigte sich „hellauf begeistert“. Mit Blick auf Offenbach fügte er hinzu: „Anderen fehlt etwas.“ Das Unternehmen bleibe aber der Region erhalten. Der Finanzinvestor Triton hatte die Dematic GmbH im Jahr 2006 vom Technologiekonzern Siemens gekauft. 2012 veräußerte Triton Dematic mit der Deutschland-Zentrale an den US-Investor AEA Investors und Teachers’ Private Capital, den auf Private Equity spezialisierten Teil des kanadischen Pensionsfonds Ontario Teachers’ Pension Plan. Damals berichtete der frühere Geschäftsführer dieser Zeitung, dass kräftige Investitionen in die Verwaltung und Produktion in der Carl-Legien-Straße geplant seien.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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