Kirche

Eine besondere Aufgabe: Marius Loch kandidiert für den Kirchenvorstand

Marius Loch wird Jugenddelegierter.
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Marius Loch wird Jugenddelegierter.

Der Endspurt hat begonnen, ein bisschen gelassener als bei politischen Wahlen wird das Votum aber wohl vonstatten gehen: Am nächsten Sonntag, 13. Juni, wählt die Evangelische Kirchengemeinde, wie alle anderen Gemeinden der Landeskirche auch, einen neuen Kirchenvorstand. Eine besondere Aufgabe wird dabei Marius Loch übernehmen.

Heusenstamm – Der 16-Jährige zieht als sogenannter Jugenddelegierter in das Leitungsgremium ein. „Ich möchte mich gerne noch mehr einbringen“, begründet er sein Engagement. „Noch mehr“ bedeutet in seinem Fall Wachstum Schritt für Schritt. Marius Loch kam als Konfirmand zur Gemeinde, blieb als Konfi-Teamer, also als Betreuer, dabei, hilft regelmäßig bei Festen und Veranstaltungen und ist fester Bestandteil des Jugendtreffs. „Anfangs war mir das Gemeindeleben ganz neu, aber die Gemeinschaft hat mir schnell zugesagt und inzwischen spielt sie eine wichtige Rolle für mich.“

Insgesamt zwölf Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher werden im Anschluss an die Wahl als neu zusammengesetztes Team an die Arbeit gehen, insgesamt 15 Kandidaten haben sich gemeldet. „Wir haben eine gute Mischung aus Erfahrenen, die erneut kandidieren, und Menschen, die zum ersten Mal antreten“, freut sich Pfarrer Sven Sabary. Den Jugenddelegierten führt die Gemeinde in dieser Amtsperiode als Novum ein. „Er wird separat und zusätzlich bestimmt und gilt als gewählt, wenn er mindestens eine Stimme erhält“, erläutert der Pfarrer.

Religion sei auch in seiner Generation immer ein Thema

Marius Loch hat indes im Vorfeld bereits intensiv über seine künftige Aufgabe nachgedacht. „Ich freue mich vor allem auf das Miteinander der Generationen bei den Entscheidungsprozessen“, sagt er. Womit er die Begründung der Landeskirche für einen Jugenddelegierten vollends trifft. Sollen die Jugendlichen doch keine spezielle Jugendvertretung sein, sondern eher im Anschluss an die Konfirmation in die gesamte Bandbreite der Leitungsaufgaben hineinwachsen. Dennoch ist es Loch wichtig, künftig noch mehr Altersgenossen für ein Engagement in der Gemeinde zu begeistern. Auch in seiner Generation sei Religion immer wieder ein Thema. „In meinem Freundeskreis glauben nicht alle an Gott, dennoch gehen wir tolerant miteinander um und viele finden es gut, dass ich mich in der Kirche engagiere, sodass ich Zuspruch und Unterstützung erhalte.“

In dem „bunten und vielfältigen“ Leben der evangelischen Kirchengemeinde freut sich auch Sven Sabary nun auf die „andere Perspektive“, die ein Jugenddelegierter mitbringen wird. Der Kirchenvorstand ist für das geistliche und rechtliche Leben der Gemeinde verantwortlich und entscheidet über Personalfragen und Angelegenheiten in den Bereichen Finanzen, Bau, Ökumene und Veranstaltungen. „Ebenso legen wir etwa das Konzept für die Konfirmandenarbeit fest“, sagt der Pfarrer. Dabei seien die Sitzungen des Leitungsgremiums sehr strukturiert, ein Großteil der Arbeit werde in den Ausschüssen geleistet. „Ausschussmitglied kann jedes Kirchenvorstandsmitglied je nach Interessenlage werden, dort ist dann auch Raum für gründliche Überlegungen“, so Sabary. Die Geselligkeit komme natürlich nicht zu kurz. „Im Anschluss sitzen wir gerne noch zusammen und reden.“

Zur Kirchenvorstandswahl am 13. Juni ist das Wahllokal im Gemeindehaus (Frankfurter Straße 80) von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Nach Erhalt der Wahlbenachrichtigung kann auch Briefwahl beantragt werden. (Von Barbara Scholze)

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