Gesellschaftliches Leben

Einkauf mit Zeit und Ruhe: Heusenstamms Wochenmarkt an Bahnhof und Alter Linde besteht 25 Jahre

Am Stand von Beate Rücker (links) gibt es neben Obst und Gemüse, Kartoffeln und derzeit Kürbissen auch selbst gemachte Wurst in Dosen und Honig aus Rembrücken.
+
Am Stand von Beate Rücker (links) gibt es neben Obst und Gemüse, Kartoffeln und derzeit Kürbissen auch selbst gemachte Wurst in Dosen und Honig aus Rembrücken.

Angefangen hat es mit einem Verkaufswagen für Wurst und Fleisch aus dem Odenwald. Dietmar Tinat hatte sich selbstständig gemacht und bot die Waren am damals noch jungen Einkaufszentrum Alte Linde an – mit Erfolg. Daraus entstand die Idee, einen Wochenmarkt zu etablieren – zunächst samstags an der Alten Linde, später auch dienstags auf dem damals noch nicht umgebauten Bahnhofsplatz. Das ist genau 25 Jahre her. Und das haben die Beschicker und Kunden jetzt mit Musik gefeiert.

Heusenstamm – Beate und Hubert Rücker gehören zu den ersten, die sich damals auf die Ausschreibung der Deutschen Marktgilde gemeldet haben. Anfangs haben sie Kartoffeln angeboten, später kamen Äpfel und Birnen aus Rodgau und dem Taunus hinzu. Heutzutage verkaufen sie auch Salat und Gemüse aus Weiterstadt, „aus der Region eben“, betont der Rembrücker Landwirt. Derzeit haben sie eine große Auswahl an Kürbissen in der Auslage. „2019 hat der Sturm viele kaputtgemacht, vergangenes Jahr die Trockenheit“, freut sich Hubert Rücker über die aktuelle Ernte. Zu seiner Kundschaft zählen auch Obertshausener und Dietzenbacher, berichtet er. Samstag stehen sie an der Alten Linde, und auch dort habe sich das Geschäft gut entwickelt.

Dirk Lampert ist seit fast zwei Jahren Marktmeister und nicht weniger begeistert: „Das Angebot ist ausgewogen, das Ambiente einfach super“, fasst der Wurstverkäufer zusammen. „Der Platz ist schön und liegt zentral, der Markt hat viele Stammkunden.“

Dem Heusenstammer gefällt, „dass die Leute mit Zeit und Ruhe einkaufen“. Und während seiner Amtszeit sei „nichts Unerfreuliches“ vorgefallen. Angenehm sei auch die gute Zusammenarbeit mit der Bahnhofsgaststätte und der Stadt. Seit 2014 steht Habib Eftekhari mit persischen Spezialitäten an der verlängerten Schulstraße. Frischkäse, Garnelen, Pizza, Sandwiches und gefüllte Teigrollen sind die „Renner“ an seinem Wagen, die Leute schätzen auch die Leckereien aus Griechenland, Italien und der Türkei, unterstreicht der Iraner und strahlt.

Petra und Uwe Frickel kaufen gerne bei ihm ein. „Das hat sich so ergeben, dienstags nach dem Dienst“, erinnert sich Petra Frickel, die früher im Bürgerbüro der Stadt tätig war und auf dem Heimweg den Markt besuchte. „Man kennt sich, oft gibt’s noch einen Espresso“, schwärmt sie für den Italiener nebenan – und für das Einkaufsgefühl: „Manchmal darf auch mein Ehemann mit.“

Zu den regelmäßigen Besuchern gehören auch Christiane und Uwe Moll. „Die Örtlichkeit“ ist ein Grund, der für den Wochenmarkt spricht, „das Flair mit Bahnhof und Wasserspielen sowie die Qualität“, unterstreicht Christiane Moll, „ganz anders als im Supermarkt“. „Meistens kaufe ich mehr, als ich brauche.“ Zum Beispiel ein Glas Wein, das sie gern mit ihrem Mann in der Sonne genießt, was derzeit aber wegen Corona nicht geht.

„Die Kombo“ verbreitet Festtagsstimmung mit Swing und Jazz aus den 1950er und 1960er Jahren. Diese „Zugabe“ weiß Katharina Nüdling zu schätzen. Ihre Argumente für den „kleinen, aber feinen“ Jubilar sind vor allem die kulinarischen Genüsse, „mehr als Würstchen, das frische Essen aus der Region“. Sie vermisst nur die spanischen Tapas, „aber die kommen vielleicht wieder“. (Von Michael Prochnow)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare