Heusenstammerin schreibt Bilderbuch

Wenn Mama und Papa lieber aus Smartphone schauen: „Es fehlt Eltern an Achtsamkeit“

Ein wenig stolz ist Kirsten Nuñez schon auf ihr Bilderbuch „Phili hört die Jahreszeiten“ (Bild rechts), das jetzt im Eigenverlag mit Illustrationen von Veronique Nikolai erschienen ist.
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Ein wenig stolz ist Kirsten Nuñez schon auf ihr Bilderbuch „Phili hört die Jahreszeiten“ (Bild unten), das jetzt im Eigenverlag mit Illustrationen von Veronique Nikolai erschienen ist.

Für Heustammerin Kirsten Nuñez sind Eltern oftmals nicht aufmerksam genug mit ihren Kindern. Darüber hat sie ein Buch geschrieben.

Heusenstamm – Die Idee hatte Kirsten Nuñez während eines Badeurlaubs. Immer wieder hatte sie am Strand Mütter beobachtet, die sich im Liegestuhl liegend ihrem Smartphone widmeten, während die Kinder spielten. „Da fehlt die Achtsamkeit“, sagt die Heusenstammerin, die an der Marienschule in Offenbach am medizinischen Zweig der Berufsfachschule tätig ist. Und das hat sie so beschäftigt, dass daraus nun ein Bilderbuch entstanden ist – für Kinder und Eltern, wie sie betont.

„Phili hört die Jahreszeiten“ heißt das Buch, das jetzt erschienen ist. Schon auf der zweiten Seite erfährt man, was Kirsten Nuñez mit ihrem kleinen Werk erreichen möchte. Denn sie widmet es Kindern und „Eltern, die noch lernen müssen, wann man das Handy einfach mal ausmacht“.

Auf wenigen Seiten schildert sie darin, wie der kleine Junge Phili mit seinem Hund Flocke unterwegs ist und die vier Jahreszeiten erlebt. Im Frühling hört er die Vögel zwitschern. Im Sommer genießt er das kühlende Wasser eines Brunnens. Das Rauschen der Blätter bewundert er im Herbst. Und im Winter beeindruckt ihn das Knirschen des Schnees. Doch haben seine Eltern keinen Blick für die Schönheiten der Natur, denn sie widmen sich stets nur ihrem Smartphone. Bis am Ende Hund Flocke eingreift. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Nicht nur am Strand fallen Kirsten Nuñez immer wieder Eltern auf, die ihrem Handy mehr Aufmerksamkeit schenken als ihren Kleinen. Beim Spazieren gehen etwa, wenn der Blickkontakt nicht dem Nachwuchs im Kinderwagen gilt, sondern dem Gerät in der Hand. Sogar ihr zwei Jahre alter Enkel Mateo sagt schon: „Du, Handy weg.“

Bilderbuch „Phili hört die Jahreszeiten“

Der Weg von der Idee zum fertigen Buch war nicht lang. Zunächst hatte sie den Gedanken, die Geschichte von Phili mit den Jahreszeiten zu verbinden, ihn also seine Umwelt bewusst wahrnehmen zu lassen. Die Texte waren schnell geschrieben. Dann hat sie versucht, das Ganze zu illustrieren, allerdings nicht zu ihrer Zufriedenheit. Über das Internet hat sie dann Illustratorin Veronique Nikolai aus Frankfurt gefunden. Diese sei sofort sehr angetan gewesen von der Idee. Zwei- oder dreimal haben sich die Frauen getroffen, dann war das Bilderbuch schon fast fertig. Die Zeichnungen von Veronique Nikolai setzen die Idee von Kirsten Nuñez schlicht, mit wenig Farbe und dennoch gefühlvoll und schön um.

Es gehe ihr nicht darum, das Smartphone zu verteufeln, betont Kirsten Nuñez. Sie besitze selbst eines und nutze es auch. „Das Problem ist nur, je mehr wir mit diesen Telefonen machen, desto abhängiger werden wir davon.“ Deshalb wünscht sie sich, dass Eltern ihr Verhalten überdenken und ändern.

„Phili hört die Jahreszeiten“ ist im Eigenverlag erschienen und zum Preis von 12,95 Euro in der Heusenstammer Buchhandlung „Das Buch“, Frankfurter Straße 30, zu erhalten. (Von Claudia Bechthold)

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