25 Euro für ein Jahr Unterricht in der Grundschule

Für Missionsprojekt im Kongo: erster Basar für Kommunionskleidung

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Kommunions-Basar: Mechthild Schreiner und Francoise Delphin-Bünnemeyer schauen sich die große Auswahl an Kleidern an.

Heusenstamm – Die Ausstattung eines Kommunionkindes kann ganz schön ins Geld gehen – und getragen wird die Kleidung oft nur an einem einzigen Tag.

Die Lösung: Man übernimmt Kleid oder Anzug von Kindern, die den erstmaligen Empfang des Sakraments der katholischen Kirche bereits gefeiert haben. Der Basar im Pfarrheim St. Cäcilia hatte am Samstagvormittag Premiere – allerdings auch gleich Konkurrenz: In der Nachbarstadt Rodgau fand zeitgleich ein solcher Termin statt.

Die Organisatorinnen vom Missionsprojekt Kongo erklären sich das etwas zurückhaltende Interesse mit diesem Umstand. Dennoch zogen Mechthild Schreiner, Francoise Delphin-Bünnemeyer und Karola Früchel ein zufriedenes Resümee: 40 Drittklässler werden im April in der Balthasar-Neumann-Kirche, in Maria Himmelskron und in Rembrückens Mariä Opferung in die Mahlgemeinschaft Jesu Christi aufgenommen. Fast die Hälfte der jungen Christen hat sich mit Mutter oder Vater oder mit beiden Eltern in der Auswahl umgesehen.

Etwa 30 Schüler hatten ihre Ausstattung für den Festtag nummerieren und auspreisen lassen. Die Auswahl reichte vom Kerzenschmuck zu zehn Euro über Kränzchen und Haarschmuck für Mädchen bis zu den Schuhen: weiß oder cremefarben für die jungen Damen, schwarz, sportlich oder elegant für die kleinen Herren. Die Treter blieben weitgehend unberührt, und das hat einen logischen Grund: „Die Eltern erwarten, dass ihre Sprössling bis zum Frühjahr noch wachsen“, erläutert Lehrerin Früchel, „und das macht sich vor allem an den Füßen bemerkbar“. Darum planen sie, im Frühjahr eine eigene Schuh-Börse für diesen Anlass auf die Beine zu stellen.

Fürs Anprobieren der Garderobe hatten die Frauen die große Sakristei und den Kolpingraum in Umkleiden verwandelt, für die Mädels mit bodentiefem Spiegel und einem Tuch, damit die langen weißen brautgleichen Kleider nicht über den strapazierten Teppich schleifen. Die Jungs schlüpften noch vor der aufgehängten Ware in die Jacketts. Die Mode erlaubt schwarz und grau, während die Hemden heutzutage neben weiß offenbar auch schwarz, blau und grün sein dürfen. Die Mini-Krawatten leuchten sogar in petrol und bordeaux.

Selbst die ärmellose Weste mit der Fliege in Rot-Tönen hätte dem Jungen, der gerade mit seiner Mutter eingetroffen ist, gefallen. Doch keines der Teile entspricht seiner Konfektionsgröße. „Den Buben ist die Anprobiererei eher lästig“, beobachtet das Trio, „die Mädchen genießen es.“ Sie können zwischen schlichten Gewändern wählen, die einem Regenmantel ähneln, robenartigen für Prinzessinnen und mehrteiligen schneeweißen Kreationen.

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Zehn Prozent vom Verkaufserlös sollen in die Hilfe der Heusenstammer im Kongo fließen. Der Betrag ist gering, der Effekt gut, das Team kann auf seine Projekte hinweisen: Kindern der oft ausgegrenzten Pygmäen wird die Ausbildung finanziert – 25 Euro im Jahr für einen Grundschüler, 150 für einen Platz im Internat. Erwachsene werden über die Verbreitung von Ebola informiert. Viele stecken sich bei dem Ritual an, tote Angehörige zu waschen, weil diese durch den Virus verstorben sind.

Die noch von Mechthild Schreiners Mutter initiierte Rinderzucht und die Fischerei laufen schon lange sehr gut, berichtet die Sprecherin. „Wir haben einheimische Kontaktleute angeleitet“, erläutert sie den Erfolg. Für Weiße seien Reisen durch den Kongo derzeit riskant, weil Rebellen sie als eingeschleuste Gegner betrachten und die Lage nach den scheinbar manipulierten Wahlen angespannt sei.

Doch die Gruppe von St. Cäcilia gibt nicht auf. Weder in Sachen Kommunion-Bekleidung noch bei der Hilfe für die Afrikaner. (m)

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