Lokalpolitik

Familienzentrum „auf Eis“ legen: CDU und FDP beantragen Aufhebung des Februar-Beschlusses

Viele Optionen bietet das Pfarrheim-Gelände neben der Kirche St. Cäcilia in der Altstadt. CDU und FDP wollen unter anderem auch prüfen lassen, was eine Sanierung des Gebäudes kosten würde.
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Viele Optionen bietet das Pfarrheim-Gelände neben der Kirche St. Cäcilia in der Altstadt. CDU und FDP wollen unter anderem auch prüfen lassen, was eine Sanierung des Gebäudes kosten würde.

Aufheben wollen sowohl CDU als auch FDP den im Februar gefassten Beschluss zum Bau des Familienzentrum St. Cäcilia – mit jeweils eigenen Anträgen. Heute Abend um 19 Uhr wird im Ausschuss für Jugend, Soziales, Sport, Kultur und Freizeit im Zentrum Martinsee erstmals darüber beraten.

Heusenstamm – Wie mehrfach berichtet, hatte das Stadtparlament kurz vor der Wahl mit den Stimmen der Kooperation den Bau des schon lange diskutierten Zentrums beschlossen. Eine Schulkindbetreuung, eine Kita und eine Begegnungsstätte sollten auf dem Gelände des heutigen Pfarrheims neben der Balthasar-Neumann-Kirche in der Altstadt errichtet werden. Bedenken gegen das Projekt – vor allem finanzielle –  hatten vor allem CDU und FDP geäußert.

Damit wollen die beiden Fraktionen weitere Schritte zur Verwirklichung des Familienzentrums zunächst stoppen. Das betrifft allerdings nicht die Prüfung der finanziellen Auswirkungen und einen Vergleich der Wirtschaftlichkeit verschiedener Lösungen. Darin einbezogen werden sollen nach dem Willen beider Fraktionen auch die Kosten für eine Sanierung des bestehenden Pfarrheim-Komplexes. Außerdem schlagen beide Parteien vor, eventuell mehr Freifläche auf dem Areal zu belassen. Während die Freidemokraten auch eine Gestaltung des gesamten Areals als öffentlichen Ruhe-, Erlebnis- und Begegnungsraum mit der Option einer späteren Bebauung in die Überlegungen einbezogen wissen wollen, schlagen die Christdemokraten vor, darüber nachzudenken, einen Teil der Fläche als unversiegelt zu belassen.

Parteien sehen Plan für Kita auf dem Gelände kritisch

Außerdem wollen beide Fraktionen über einen möglichen Kauf des Geländes mit der Kirchengemeinde reden. Den Abschluss eines Erbbauvertrags schließt die CDU ausdrücklich aus.

Der Beschluss aus dem Februar sei eine Vorfestlegung, die man jetzt erst einmal „auf Eis“ legen sollte, meint CDU-Fraktionschef Paul Sassen. Denn das Projekt beruhe nicht auf einem soliden finanziellen Konzept. Baukosten in Höhe von mindestens 13,5 bis 14 Millionen Euro kämen allein auf die Stadt zu, schätzt die FDP.

Auch den Plan, eine Kita auf dem Gelände zu errichten, sehen beide Parteien kritisch. Während die Union diesen mit ihrem Antrag ablehnt, wollen die Liberalen den Bedarf geprüft wissen. Beide verweisen darauf, dass an anderer Stelle – zum Beispiel auf dem Campusgelände und am Schwimmbad – eventuell „schneller und sinnvoller“ eine Kita eingerichtet werden könnte. Berücksichtigt werden sollen bei der Bedarfsprüfung auch mögliche Kitas in den geplanten Baugebieten „Brückenbaumeisterei“ an der Industriestraße und „Fernmeldezeugamt“ an der Philipp-Reis-Straße.

Möglichkeit eines Wohnprojektes solle geprüft werden

Auch die Pläne zur Schulkindbetreuung für die Adalbert-Stifter-Schule auf dem Cäcilia-Areal wollen beide Fraktionen noch einmal überprüfen lassen. CDU und Grüne stellen dazu einen gemeinsamen Antrag, die Schlossmühle zu sanieren und dazu zu nutzen. Zudem stellen die Freidemokraten, die ebenfalls eine Nutzung der Schlossmühle zu diesem Zweck vorschlagen, die Frage, ob der Bedarf eines Horts überhaupt über einen längeren Zeitraum besteht, falls landesweit die Ganzstagsschule eingeführt werden sollte.

Im Übrigen schlagen beide Fraktionen vor, auch die Möglichkeit eines inklusiven Wohnprojekts auf dem Grundstück zu prüfen.

Wie sich die Fraktionen zum Thema Familienzentrum St. Cäcilia einigen werden, ist noch offen. Die CDU verfügt über 15 der 37 Sitze im Stadtparlament, die FDP über zwei. Für die Mehrheit von 19 Stimmen fehlen also rein rechnerisch zwei. (Von Claudia Bechthold)

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