Ferienprogramm in Heusenstamm

Wald-Erlebniswoche führt Kinder aufs Hofgut Patershausen

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Flatternde Nachtgeschöpfe: Samy (von links), Elina und Philipp zeigen ihre aus Zapfen und Papier gebastelten Fledermäuse. In der alten Schmiede wird noch fleißig gebastelt, aber auch gespielt.

Auf dem Hofgut Patershausen in Heusenstamm gibt es viel zu erleben. Gerade für Kinder. Das zeigt die Wald-Erlebniswoche. 

Heusenstamm – Gespannt schaut Vincent über die Schulter von Dietmar Tinat. Der Leiter der Waldjugend Heusenstamm bohrt Löcher in ein Holzstück. „Das ist für meinen Sitz“, erklärt Vincent. Der Zehnjährige hält schon einmal die restlichen Stücke bereit in seinem Armen. Am Ende werden diese zu einem Schwedensitz zusammengefügt.

Das Werken und Bauen ist Teil der Walderlebniswoche, angeboten von der Awo-Familienbildungsstätte und organisiert von der Heusenstammer Waldjugend. 35 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren toben dann normalerweise durch den Dietzenbacher Wald. In diesem Jahr musste die Aktion aber verlegt werden. „Im Wald ist es durch die Schäden, die der Sturm vor einigen Wochen angerichtet hat, noch zu gefährlich“, sagt Dietmar Tinat. Die nassen Blätter könnten dazu führen, dass lose oder angeknackste Äste herunterfallen. Zu gefährlich – sind sich die Organisatoren einig.

Gemeinsam ab in die Schmiede 

Alternativ ermöglicht die Stadt Heusenstamm, dass die Gruppe in diesem Jahr in der ehemaligen Schmiede des Patershäuser Hofes unterkommt. Tinat sammelt seine Schützlinge am Rewe-Personalparkplatz am ehemaligen Sony-Gebäude (Waldstraße) ein. Mithilfe der Dietzenbacher Stadtpolizei geht es dann über die viel befahrene Straße in Richtung Hofgut. Ein Höhepunkt für die Kinder, „wann wird man schon mit Blaulicht von der Polizei über die Straße geleitet“, scherzt Tinat.

Anstelle von Spielen und Turnen im Wald stehen in dieser Woche Werken und Basteln auf dem Programm. „Wir haben uns viel zu viel für die fünf Tage vorgenommen“, schmuzelt Timat. Allein das Bauen der Schwedenstühle nimmt mehrere Tage in Anspruch. Nachdem die ersten fertig waren, meldeten noch mehr Kinder Interesse an.

Wer nicht gerade unter Aufsicht mit dem Bohrer hantiert, schnitzt schon einmal einen Ast, um darauf beim Abschluss Stockbrot über dem Feuer zu grillen. Die Messer, die die Kleinen verwenden dürfen, haben eine stumpfe Spitze, damit sie sich beim Laufen nicht verletzen können.

Geheime Pfade entdecken

Nick, Tobias und Ben hingegen nutzen das verwinkelte Gelände, um jeden geheimen Pfad zu entdecken. „Wir haben unsere Sachen schon fertig“, erklärt der elfjährige Nick. Er hat bereits einige Male bei der Erlebniswoche teilgenommen. Mit den Sachen meint er die Holzsitze und Traumfänger. „Im Wald macht es schon mehr Spaß“, gesteht er. Aber auf dem Hof zu sein, sei auch einmal eine schöne Abwechslung.

Den achtjährigen Jannick zieht es eher wieder zurück in die Schmiede. Während in der einen Hälfte gesägt und gebohrt wird. bastelt eine andere Gruppe Fledermäuse. Die Kastanien für die Körper haben sie am Tag zuvor gesammelt. Jetzt müssen nur noch die Flügel und Augen aus Papier angeklebt werden. Samy und Elina, beide sechs Jahre alt, zeigen stolz ihre Ergebnisse. Es ist ihr erstes Mal bei der Walderlebniswoche. „Das macht richtig Spaß“, sagt Elina und strahlt über beiden Ohren. Für Philipp ist es das zweite Mal. Der Siebenjährige präsentiert ebenso freudig sein kleines Haus, das er aus Baumrinden gefertigt hat. „Das ist aber noch nicht ganz fertig“, sagt er und macht sich direkt wieder an die Arbeit.

Von Yvonne Fitzenberger 

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