Alle wollen Teebeutel werfen

Bei den Ferienspielen ist jetzt Wettkampfwoche angesagt

+
Die Kinder der Ferienspiele an der Adalbert-Stifte-Schule präsentieren die selbst bemalten Flaggen, die sie für den großen Wettkampf auf dem Schulhof benötigten.

Betreuer und Organisatoren planen viele kleine Herausforderungen, bei denen sich der Nachwuchs „auspowern“ kann. Besonders ein Spiel hat es den Kindern angetan.

Heusenstamm – Fröhlich toben Kinder über den Schulhof der Adalbert-Stifter-Schule, deren Hof für die „Wettkampfwoche“ der Ferienspiele als Gelände dient. Da der Regen für einige Zeit auszusetzen scheint, entscheiden die Betreuer, dass die Veranstaltungen doch draußen stattfinden können. Jetzt geht es darum, die Fahnen der gegnerischen Mannschaft zu erobern. Das Spiel nennt sich „Capture the flag“ und ist so etwas wie eine Erweiterung des Schulhofklassikers „Fangen“.

Das wesentlich komplexere Regelwerk sorgt dafür, dass die Teams jedem Mitglied eine spezielle taktische Aufgabe zuweisen, wodurch individuelle Stärken besser genutzt werden können. Es macht den Kindern sichtlich Spaß, zusammenzuarbeiten, um rasant die Flagge der anderen Mannschaft zu stibitzen und so schnell wie möglich in die eigene Spielzone zu transportieren.

Im richtigen Moment loslassen

In der zweiten Woche der Ferienspiele, an der etwa 70 Erst- bis Viertklässler der Adalbert-Stifter- und der Rembrücker Matthias-Claudius-Schule teilnehmen, veranstalten die Betreuer und Organisatoren viele kleine Herausforderungen, bei denen sich der Nachwuchs „auspowern“ kann. Besonders beliebt bei den Wettkämpfern ist vor allem der Teebeutelweitwurf. „Da musste man das Etikett zwischen die Zähne klemmen, Schwung holen und dann im richtigen Moment loslassen“, erläutert der Viertklässler Vector. „Ich hab’s sogar 2,65 Meter weit geschafft“, wirft der neunjährige Haydar ein, der zur Gruppe mit dem Namen „Die Champions“ gehört.

Die Betreuer haben anfangs versucht, die Kinder möglichst gleichmäßig nach Alter und Geschlecht in die verschiedenen Gruppen zu verteilen; deren Namen durften sich die Schüler jedoch selbst ausdenken. Diese lauten beispielsweise „Die coolen Olchis“, „Der Clan der Schlossgespenster“ oder auch „Die Quatschköpp‘“.

In der Planungs- und Entscheidungsphase zu den diesjährigen Ferienspielen haben sich die Organisatoren zum Ziel gesetzt, besonders Rücksicht auf die Interessen der teilnehmenden Schulkinder zu nehmen, damit diesen das Programm viel Spaß macht und sie ganz auf ihre Kosten kommen, erläutert Betreuerin Diana Bertino. Darüber hinaus seien wegen der unsicheren Wetteraussichten viele Indoor-Alternativen vorbereitet worden. Die Stationen, die die verschiedene Aktivitäten markieren, sind daher mit einer Sonne versehen, sodass die Kinder je nach Wetterlage wissen, bei welchem Projekt sie mitmachen können. Neben vielen Kreativarbeiten, den sportlichen Wettkämpfen und einer Wanderung durch Heusenstamm stand wahlweise für den Nachwuchs dieses Mal eine besondere Aktivität auf dem Programm: Ein Vater hatte sich bereit erklärt, mit kleinen Gruppen eine Mountainbike-Tour zu machen. Dieses Angebot stieß auf große Begeisterung bei vielen Kindern.

Als nächstes kommt die "Best-of-Woche"

Eine andere Gruppe machte sich auf, Heusenstamm zu erkunden und an interessanten Orten, wie etwa dem Schloss, Halt zu machen, mitunter auch, um das ein oder andere Eis zu essen. Ein besonderer Höhepunkt der Tour war für Drittklässler Johannes der Besuch im Hofgut Patershausen, bei dem ihn vor allen die Hoftiere faszinierten. „Aber auch, dass wir an vielen Spielplätzen frei spielen konnten, fand ich cool“, fügt er hinzu.

Der „Wettkampfwoche“ ging die „Kreativwoche“ voraus, in der viel gemalt, gezeichnet und gebastelt wurde. Das größte Projekt der jungen Künstler wird allerdings erst in der dritten Woche fertiggestellt: Die komplette Glasfassade der schuleigenen Mensa wird mit Motiven allseits bekannter Disney-Helden wie Arielle, die Meerjungfrau, oder Susi und Strolch bemalt. Für Vector war das Beste an der Kreativwoche allerdings das freie Malen. Dabei konnte er sich an einem Stillleben ausprobieren. „Als Motiv habe ich mir eine Colaflasche und eine Kaffeetasse ausgesucht“, berichtet er.

Die dritte Woche der Ferienspiele trägt den Namen „Best-Of-Woche“, da die Kinder selbst bestimmen dürfen, was auf dem Programm stehen soll. Nicht nur Haydar, der Titelverteidiger im Teebeutelweitwurf, hofft daher auf eine Wiederholung dieses Spiels. Außerdem soll sich noch dem Mammut-Projekt der verschönerten Glaswand in der Mensa gewidmet werden, merkt Betreuerin Bertino an: „Für dieses ist zwar ursprünglich nur ein Tag geplant gewesen, doch die Nachwuchs-Künstler arbeiten nun schon sechs Tage sehr sorgfältig an ihrem Kunstwerk und wollen es natürlich auch fertigstellen.“

Alexander Ratzka

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare