Mehr Fluglärm

Lärmbelastung durch neue Anflugrouten ruft Politik auf den Plan

Nicht nur Bewohner der nördlichen Stadtteile wie dem Bastenwald fürchten mehr Fluglärm, wenn vom 1. März an die geänderten Anflugrouten getestet werden sollen.
+
Nicht nur Bewohner der nördlichen Stadtteile wie dem Bastenwald fürchten mehr Fluglärm, wenn vom 1. März an die geänderten Anflugrouten getestet werden sollen.

Mit mehr Fluglärm müssen die Bewohner von Heusenstamm ab 1. März rechnen. Neue Anflugrouten sollen getestet werden. Die FDP reagiert mit einem Dringlichkeitsantrag.

Heusenstamm – Die Bewohner von Heusenstamm müssen bereits ab dem 1. März mit mehr Fluglärm vom Flughafen Frankfurt ausgehend rechnen. Die seit mehr als zehn Jahren geplante Flugrouten-Veränderung, die „Segmented Approach“, bei West-Wetterlagen soll nun testweise umgesetzt werden.

Für Heusenstamm bedeutet dies, dass ein Teil der über die Autobahn und Offenbach fliegenden Maschinen zunächst über Obertshausen, Rembrücken und Heusenstamm kommen und erst etwa über Neu-Isenburg auf die eigentliche Landeroute einschwenken.

Mehr Fluglärm in Heusenstamm: FDP fordert Parlament auf, zu handeln

Für die FDP hat deren Fraktionsvorsitzender Uwe Klein bereits mit einem Dringlichkeitsantrag an das Stadtparlament reagiert. Mit diesem soll erreicht werden, dass „Magistrat und Bürgermeister alles unternehmen, um die Einführung des Segmented Approach zu verhindern“.

Zudem soll nach dem Willen der Freidemokraten sichergestellt werden, dass während der Tests Lärmmessungen in Heusenstamm stattfinden und dokumentiert werden. Messstationen sollen vor allem in den nördlichen Stadtteilen wie dem Bastenwald aufgestellt werden.

An Messstationen soll der Fluglärm in Heusenstamm dokumentiert werden

Klein will darüber hinaus wissen, wie sich der Magistrat auf die jetzt eingetretene Situation vorbereitet und was der Bürgermeister als Mitglied der Fluglärmkommission wann über die angekündigten Tests des „Segmented Approach“ erfahren habe.

Schon vor mehr als zehn Jahren sollten die veränderten Anflugrouten zum Flughafen Frankfurt getestet werden. Vor allem Offenbach, Mühlheim und Hanau sollten damit in Sachen Fluglärm entlastet werden. Nicht nur Heusenstamm, auch viele Nachbargemeinden hatten sich gegen diese Veränderungen gewehrt. Seitdem war der „Segmented Approach“ nur bei ganz wenigen Anflügen getestet worden.

Neu-Isenburg und Heusenstamm stimmen Probebetrieb ab, um Fluglärm zu vermeiden

Fraport, Lufthansa und Deutsche Flugsicherung nennen den durch die Coronavirus-Pandemie eingeschränkten Flugverkehr ab und vom Flughafen Frankfurt nun als Chance, die neuen Routen zu testen. Der „segmentierte Anflug“ wäre wegen besserer Navigationssysteme schon länger möglich gewesen, doch habe die Flugsicherung keine Möglichkeit gesehen, das Verfahren bei dem hohen Luftverkehrsaufkommen in den Flugbetrieb zu integrieren, hieß es am Mittwoch.

Neu-Isenburg und Heusenstamm, Mitglieder der Fluglärmkommission, haben neben anderen gegen den Probebetrieb gestimmt, teilte Bürgermeister Halil Öztas mit: „Ich kritisiere die Vorgehensweise in der Fluglärmkommission. Die Vorlage wurde überfallartig in die Beratungen eingebracht, ohne dass den teilnehmenden Kommunen die Möglichkeit zur Kommunikation gegeben wurde. Die Vorlaufzeit zum Beginn des Probebetriebs ist erheblich zu kurz. Es entsteht der Eindruck, dass die kommunalen Vertreter für dumm verkauft werden. Ich fordere den Kreis Offenbach auf, sich mit den Kreiskommunen zu solidarisieren.“ (Claudia Bechthold)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare