Bildung

Fünf Minuten in der Werkstatt: Schüler der Adolf-Reichwein-Schule erleben virtuelle Kurzpraktika

In kurzer Zeit verschiedene Betriebe besuchen: Die VR-Brillen machen es möglich. Auf der Leinwand im Hintergrund ist zweidimensional zu erkennen, was der Schüler in der virtuellen Realität gerade sieht.
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In kurzer Zeit verschiedene Betriebe besuchen: Die VR-Brillen machen es möglich. Auf der Leinwand im Hintergrund ist zweidimensional zu erkennen, was der Schüler in der virtuellen Realität gerade sieht.

Die Corona-Pandemie schränkt weiterhin das Leben ein. Ganz besonders trifft es auch Kinder und Jugendliche, die in der Schule weniger Kontakt zu Ausbildungsbetrieben oder Hochschulen bekommen. Für sie kann so die Zeit nach der Schule zur echten Hürde werden. Damit die Jugendlichen an der Adolf-Reichwein-Schule trotzdem Einblicke in das Berufsleben bekommen, hat die Haupt- und Realschule zusammen mit der Kreishandwerkerschaft gestern eine besondere Art der Berufsmesse veranstaltet.

Heusenstamm – Mit Hilfe modernster Technik konnten die Schülerinnen und Schüler in kurzer Zeit mehrere Berufe virtuell kennenlernen.

Uwe Czupalla, Geschäftsstellenleiter der Kreishandwerkerschaft Offenbach, führt die insgesamt 12 Jugendlichen, mit sogenannten VR-Brillen durch mehrere Betriebe. Bei diesen besonderen Brillen wird mithilfe von zwei Linsen und einem Bildschirm, der vor den Augen in dem Brillengestell eingespannt ist, eine optische Illusion geschaffen. Dadurch kann der Betrachter das abgespielte Video dreidimensional erleben, quasi als sei er selbst vor Ort. Wenn der Betrachter seinen Kopf bewegt, kann er sich auch umschauen und den restlichen Raum im Video betrachten.

Die Schülerinnen und Schüler der achten Hauptschulklasse lernen damit unter anderem den Beruf des Anlagenmechanikers und Kfz-Mechatronikers kennen oder steigen mit Dachdeckern in luftige Höhen.

Jugendliche werden in den Videos durch die Betriebe begleitet

„Wir haben dafür mit einer Agentur zusammengearbeitet, die diese Videos mit spezieller Technik für uns gefilmt hat“, sagt Czupalla, „damit wollen wir die Jugendlichen für das Handwerk begeistern, denn Corona wird eine Lücke an Azubis hinterlassen, die uns noch lange begleiten wird.“

In den Videos werden die Jugendlichen von einem anderen Azubi oder jungen Angestellten des Betriebes durch die Firma begleitet. So lernen sie mit dem Auszubildenden Leon bei Mercedes Offenbach die Arbeitswelt eines Kfz-Mechatronikers kennen und werden von ihm in der großen Werkstatt herumgeführt. Er erklärt dabei, dass für diesen Beruf viel technisches Geschick gefragt ist und es auch mal schmutzig werden kann. Außerdem erfahren die Schüler, dass der Ausbildungsberuf von 850 bis 1200 Euro monatlich recht gut bezahlt wird.

Nach dem Video fängt Czupalla mit den Jugendlichen ihre Eindrücke ein. „Ich fand es sehr interessant, würde aber gerne einen Beruf ergreifen, bei dem ich noch mehr körperlich arbeiten muss“, sagt der Achtklässler Tyler.

Schüler wurden gezielt ausgewählt

Czupalla erklärt den Schülerinnen und Schülern dann auch noch, wie unter anderem das Duale Ausbildungssystem strukturiert ist, und beantwortet Fragen, was passiert, wenn man sich am Arbeitsplatz verletzen sollte.

„Eigentlich haben die Schüler zwei richtige Betriebspraktika, allerdings ist bei den Achtklässlern nun das erste Praktikum aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen“, erklärt Konrektorin Katja Adam, „das soll nun zumindest teilweise Ersatz bieten.“

Die Schüler, die an diesem Tag die VR-Brillen der Kreishandwerkerschaft kennenlernen können, sind von ihren Lehrkräften dafür ausgewählt worden, weil sie schon besonderes Interesse für einen der insgesamt 13 vorgestellten Berufe zeigen.

Auch die Schüler selbst finden das Konzept mit den Kurzpraktika gut: „Natürlich ist es was anderes, wenn man vor Ort ist, aber es ist sehr anschaulich und bietet einen kurzen Einblick“, sagt Schüler Lukas. Sein Klassenkamerad Tyler ergänzt: „Das mit den VR-Brillen ist auf jeden Fall viel besser, als wenn wir nur darüber erzählt bekommen.“ (Von Lukas Reus)

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