"Abreißen will wohl niemand"

Gespräche zur Pferdepension mit Vertretern des Petitionsausschusses

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Der Petitionsausschuss des Hessischen Landtags hat am Montagnachmittag alle Beteiligten auf dem Gelände der Pferdepension am verlängerten Niederröder Weg zusammengebracht.

Es bewegt sich etwas in Sachen Reitanlage am verlängerten Niederröder Weg.

Heusenstamm – Das zumindest ist das Ergebnis einer Begehung und anschließenden Sitzung mit Vertretern der zuständigen Behörden auf Veranlassung des Petitionsausschusses des Hessischen Landtags am Montagnachmittag.

Die wichtigste Erkenntnis des Treffens ist aus Sicht von Bürgermeister Halil Öztas, dass niemand offen gesagt habe, der Reiterhof müsse abgerissen werden. Es gehe jetzt vielmehr darum, einen Weg zu finden, wie die Anlage legalisiert werden könne.

Heusenstamm: Ställe wurden ohne Genehmigung errichtet

Zur Erinnerung: Die Ställe – damals am Waldrand – wurden vor mehr als vier Jahrzehnten ohne Genehmigung nach und nach errichtet. 2006 hat Landwirt Markus Wöhl die Pferdepension, die auch Heim des Reit- und Fahrvereins ist, gekauft. Wöhl wollte seine Existenz als Landwirt damit absichern, die Anlage aber auch legalisieren, um einen Abriss zu verhindern. Deshalb ging er vor Gericht, gewann in erster, verlor aber in zweiter Instanz. Gegen dieses Urteil wurde keine Revision zugelassen, dagegen legte Wöhl Widerspruch ein. Eine Entscheidung dazu gab es noch nicht.

In den Gesprächen am Montag habe man sich nun darauf verständigt, sagt Öztas auf Anfrage, dass nun jede beteiligte Behörde ihre Anforderungen an eine legale Lösung schriftlich formuliert und diese dann der Stadt zukommen lässt. Daraus könne dann beurteilt werden, wie ein aufzustellender Bebauungsplan für das Gelände aussehen und was dieser kosten könne. Denn ein Bebauungsplan für das Gelände müsse vom Eigentümer bezahlt werden. In einer ersten Schätzung der Stadt war von 82 000 Euro die Rede, allerdings für ein wesentlich größeres Gelände als man nun in den Blick nehme.

Heusenstamm: Ausgleichsflächen für den Wald

Der Hoffnung von Landwirt Wöhl, man könne einen Paragrafen des Bundesbaugesetzbuches anwenden, wonach für die Landwirtschaft auch ohne aufwendige Formalitäten Gebäude errichtet werden dürfen, widerspreche der Forst, da das Gelände als Wald angesehen werde, erläuterte der Bürgermeister. Daher geht es in der Auseinandersetzung auch um Ausgleichsflächen für den Wald.

Nicht zufrieden mit dem Ergebnis des Treffens ist indes Markus Wöhl selbst. Ihm zeige die Reaktion der Beteiligten, dass Landwirtschaft im Kreis Offenbach keinen hohen Stellenwert habe.

VON CLAUDIA BECHTHOLD

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