Neue Tagespflege der Arbeiterwohlfahrt

Saline mitten im Raum

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Die Tagespflege „Dreiklang“: Hell, großzügig und warm wirken die neuen Räume im Neubau neben dem Horst-Schmidt-Haus mit Zugang von der Theordor-Heuss-Straße. Foto:

Heusenstamm – Das Angebot der Tagespflege richtet sich vornehmlich an Menschen mit beginnender oder fortgeschrittener Demenz, die rund um die Uhr betreut werden müssen. So ist etwa eine Familie aus Heusenstamm auf der Suche nach einem Platz. Von Burghard Wittekopf

„Meine Mutter ist vor vier Jahren an Demenz erkrankt“, erläutert der Mann. „Sie wohnt zwar bei uns, aber wir sind inzwischen wieder beide berufstätig und deshalb dringend auf Hilfe angewiesen. “ Was am Anfang noch mit Freunden und ambulanten Diensten machbar war, sei jetzt nicht mehr möglich. „Die Krankheit ist leider zu stark fortgeschritten, aber wir möchten noch keinen Heimplatz in Anspruch nehmen. “ Auch eine 82 Jahre alte Heusenstammerin benötigt einen Platz für ihren an Demenz erkrankten Mann. „Es ist so furchtbar traurig, denn es ging alles so schnell; und jetzt weiß ich nicht mehr weiter“, sagt sie.

Menschen werden immer älter. Zu verdanken ist dies unter anderem der immer besser werdenden Medizin. Doch auch die moderne Wissenschaft kann das Altern nicht verhindern. Daher sind viele Menschen auf tägliche Hilfe angewiesen. Diejenigen, die von ihren Angehörigen zu Hause betreut werden, können sich glücklich schätzen, denn sie können länger in der vertrauten Umgebung leben.

Doch oft stoßen die Pflegenden irgendwann an ihre körperlichen und seelischen Grenzen. Wichtige Termine bleiben auf der Strecke, das eigene Leben wird immer mehr der Pflege des Bedürftigen unterworfen. An dieser Stelle setzt die Tagespflege an, eine Einrichtung, die sich gerade an ältere Menschen richtet.

Vom 1. Februar an bietet die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Hessen-Süd in ihren neuen Räumen, Theodor-Heuss-Straße 2, die neue Tagespflege „Dreiklang“ an. Der Neubau, direkt neben dem Horst-Schmidt-Haus der Awo, bietet von Montag bis Freitag Platz für 14 pflegebedürftige Menschen.

Damit sich die Interessierten einen umfassenden Überblick über die Einrichtung und das Angebot machen können, hat die Awo zum „Tag der offenen Tür“ geladen. Fünf Stunden lang steht das Team um Betriebsleiterin Roza Bering für Fragen bereit.

Das Interesse an Tagespflege in der Schlossstadt jedenfalls ist groß und viele Menschen, oft von ihren Angehörigen begleitet, nutzen den Tag, um sich umfassend zu informieren. Die neuen Räume sind extra für die Tagespflege konzipiert und eingerichtet. Sie sind hell, bieten viel Platz für Bewegung und Geselligkeit. Der Clou ist die Saline mitten im Raum, die die Luftqualität verbessert. „Da können sich die Menschen wie im Urlaub am Meer fühlen“, sagt Bewegungstherapeutin Berta Sohni. Sie ist eine der Mitarbeiterinnen, die sich um pflegebedürftige Menschen kümmert. „Bewegung ist sehr wichtig, denn dadurch können wir den geistigen und körperlichen Zustand sehr lange erhalten“, versichert sie. Und sie erzählt, wie Menschen durch Bewegung oft wieder aufleben.

„Bewegung ist auch das große Thema, das heute am meisten interessiert“, sagt Sabine Simon-Wenda, die für die fachliche Leitung der Tagespflege verantwortlich ist. „Wir beschreiben genau, wie wir individuell auf die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen eingehen können und zeigen unsere Einrichtung.“ Daneben muss sie Fragen nach den Kosten und der Dauer der Pflege beantworten. „Viele sind erstaunt, wenn wir ihnen demonstrieren, wie flexibel wir arbeiten“, sagt Simon-Wenda. „Wie oft man das Angebot in der Woche nutzt, kann jeder selbst entscheiden.“ Schon jetzt sind nur noch an einzelnen Tagen Plätze frei.

Als besonderen Service bietet die Awo einen Fahrdienst für die Tagespflegegäste an. Für Angehörige ist die neue Einrichtung eine Entlastung, da sie ihr Familienmitglied in guten Händen wissen.

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