Keine gänzliche Unterbindung des Autoverkehrs

Grüne reagieren auf SPD-Kritik an Unterstützung von CDU-Bürgermeisterkandidat Steffen Ball

„Es macht wenig Spaß, sich an der Frankfurter Straße aufzuhalten“: Man wolle die Hauptstraße attraktiver machen, betonen die Grünen und fordern eine Testphase mit zeitweiser Sperrung für den Durchgangsverkehr. archiv
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„Es macht wenig Spaß, sich an der Frankfurter Straße aufzuhalten“: Man wolle die Hauptstraße attraktiver machen, betonen die Grünen und fordern eine Testphase mit zeitweiser Sperrung für den Durchgangsverkehr. archiv

Die Wellen im Bürgermeisterwahlkampf schlagen weiter hoch. Nachdem die Grünen ihre Unterstützung für den CDU-Kandidaten Steffen Ball bekannt gegeben hatten, reagierte die SPD mit scharfen Spitzen gegen die Ökopartei. Die wiederum schießt nun zurück.

Heusenstamm – Die Grünen hatten die Unterstützung Balls damit begründet, dass es größere Übereinstimmungen zum Thema Mobilität und den „gemeinsamen Willen“ zur Umwidmung innerstädtischer Straßen zu Fahrradstraßen, zu durchgängigen Radwegen und zu einer verkehrsberuhigteren Frankfurter Straße gebe (wir berichteten). Das habe zu „heftigen Reaktionen von der SPD und in den sozialen Medien“ geführt, schreiben die Grünen und beziehen ihrerseits Stellung. So habe der SPD-Vorsitzende Erik Schulze Fahrradstraßen „eine unrealistische, gar utopische Wunschvorstellung“ genannt, die den örtlichen Einzelhandel und die Gewerbegebiete beeinträchtigten. Ganze Wohngebiete könnten nicht mehr erschlossen werden. „Offensichtlich missversteht Schulze, was Fahrradstraßen überhaupt sind“, kontern die Grünen die Kritik. Fahrradstraßen seien für den Radverkehr vorgesehene Straßen, in denen dieser gegenüber den motorisierten Fahrzeugen bevorzugt wird. Fahrradstraßen seien keine Radwege, auf denen keine Kraftfahrzeuge erlaubt sind. Auch auf Fahrradstraßen könnten Kraftfahrzeuge zugelassen werden. Allerdings könne für Kraftfahrzeuge eine Einbahnstraße vorgeschrieben oder die Benutzung auf Anlieger beschränkt werden, stellen die Grünen klar. „In der Tat ist es unser Bestreben, in Heusenstamm auf von Radlern bevorzugten Routen Fahrradstraßen auszuweisen.“ Das müsse vorher genau geplant und unter Einbeziehung der Anwohner sowie der ansässigen Gewerbetreibenden erfolgen. „Um die gänzliche Unterbindung des Autoverkehrs, wie die SPD es suggeriert, geht es uns nicht.“

Auch falsch verstanden fühlt sich die Ökopartei bei den Absichten hinsichtlich der Frankfurter Straße: „Unstrittig ist, dass die Frankfurter Straße laut und vom Autoverkehr beherrscht ist.“ Für Fahrradfahrer und Fußgänger sei sie nicht nur ungemütlich, sondern auch gefährlich. Das gelte insbesondere für die Adalbert-Stifter-Schüler. „Es macht wenig Spaß, sich an der Frankfurter Straße aufzuhalten“, finden die Grünen. „Wir wollen die Straße attraktiver machen – für die Anwohner, für die Einkäufer, für die Spaziergänger und für die Gewerbetreibenden. Das ist unsere eigentliche Absicht. Dazu wollen wir in der Tat auch den Durchgangsverkehr auf der Frankfurter Straße verringern.“ Um diese Ziele verwirklichen zu können, will sich die Ökopartei mit Bürgern, Gewerbetreibenden und Fachleuten zusammensetzen und gemeinschaftlich eine Testphase für die Frankfurter Straße planen. Einbezogen werden sollen Ideen für Außengastronomie und erweiterte Flächen für Gewerbetreibende.

Beim Test soll ein Teil der Frankfurter zeitweise für den Durchgangsverkehr gesperrt und zusätzliche Ruhe- und Begegnungsbereiche sowie erweiterte Flächen für Geschäfte und Gastronomie angeboten und ausgewiesen werden. „Wir wollen, dass es wieder Spaß macht, auf der Frankfurter Straße zu flanieren und sich im Freien hinzusetzen und etwas zu essen und zu trinken“, betonen die Grünen.  (ron)

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