Hajdu (CDU) als Stadtrat vereidigt

Parlament beschließt Vermeidung von Plastik 

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Stadtverordnetenvorsteher Gerd Hibbeler (rechts) gratuliert Uwe Michael Hajdu nach der Vereidigung zu dessen vierter Amtszeit. 

Uwe Michael Hajdu (CDU) ist seit Mittwochabend erneut Erster Stadtrat Heusenstamms. Bürgermeister Halil Öztas (SPD) führte ihn zu Beginn der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung offiziell in die nun vierte Amtszeit ein. 

Heusenstamm - Seinen Amtseid legte Hajdu bei Stadtverordnetenvorsteher Gerd Hibbeler (SPD) ab. Seit dem 1. Januar 2002 ist der gebürtige Kinzenbacher Erster Stadtrat der Schlossstadt. Die neue Amtszeit des Volljuristen beginnt am 1. Januar 2020 und geht über sechs Jahre. Der 51-Jährige ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Einstimmig beschlossen haben die Stadtverordneten am Mittwoch die „Vermeidung von Einweggeschirr“ bei allen öffentlichen Veranstaltungen in der Stadt. Dazu soll, wie Hajdu erläuterte, gemeinsam mit den Vereinen ein Konzept entwickelt werden, sodass man spätestens den Nikolausmarkt 2020 nur noch mit Mehrweggeschirr veranstalten könne. Beim Bahnhofsfest sehe er keine größeren Schwierigkeiten beim Umsetzen des Anspruchs, da die Zahl der Vereine, die Essen und Getränke ausgeben, überschaubar sei.

Heusenstamm: Uwe Michael Hajdu (CDU) als Stadtrat vereidigt

Beim Weinfest etwa funktioniere es bereits ohne Einweggeschirr: „Oder können Sie sich vorstellen, dass der Wein aus Pappbechern ausgegeben wird?“ Und dass dies auch beim Nikolausmarkt umsetzbar sei, beweise die Stadt Frankfurt schon seit Jahren. Beim dortigen Weihnachtsmarkt gebe es schon lange Keramikbecher. „Ich denke, alle sind bereit, drei oder vier Euro Pfand für einen Keramikbecher zu bezahlen“, meinte der Stadtrat. Eventuell könne man auch einen Jahresbecher gestalten, der mit nach Hause genommen werden könne. Er halte es für geboten, das Umdenken zu Einweggeschirr jetzt anzupacken.

Er werde vermutlich in die Geschichte der Heusenstammer Kommunalpolitik eingehen als der Stadtverordnete mit den meisten Abstimmungsniederlagen, schätzte anschließend der Grünen-Fraktionsvorsitzende Heiner Wilke-Zimmermann, seit 1993 Mitglied des Stadtparlaments. Vor 26 Jahren habe man die Abschaffung von Einweggeschirr bereits gefordert und sei damals „deutlich abgewatscht“ worden. „So sehr, dass wir es nicht mehr gewagt haben, den Antrag noch einmal einzubringen“, fügte er noch an. Es seien sicher noch viele Fragen zu klären, wie etwa die Anschaffung von Leihgeschirr und einer mobilen Spülmaschine, aber man werde dem Antrag des Magistrats „mit großer Freude“ zustimmen.

Mehrweg statt Einweg bei Festen in Heusenstamm

In die nächste Sitzung des Parlaments im Dezember verschoben wurde ein Antrag der CDU, die Aufstellung eines Bebauungsplans für die Reitanlage am Niederröder Weg zu prüfen oder einen anderen Weg zum Erhalt der Pferdepension zu finden. Bürgermeister Halil Öztas hatte in den Ausschusssitzungen darum gebeten, erst einmal die Stellungnahmen der am Petitionsverfahren Beteiligten abzuwarten (wir berichteten).

Mit 31 Ja- und zwei Nein-Stimmen (der AfD) wurde die Abfallsatzung der Stadt geändert. Wie berichtet, werden die Müllgebühren damit leicht ansteigen. Die vierzehntägige Abfuhr wird etwa bei einer 80-Liter-Tonne 147,88 Euro statt bisher 138,48 Euro pro Jahr kosten, der Betrag für eine 120-Liter-Tonne beträgt vom kommenden Jahr an 221,84 Euro statt bisher 207,72 Euro.

Einstimmig folgten die Stadtverordneten zudem einem Antrag der FDP, mit dem der Magistrat den Auftrag erhält, künftig jährlich eine Übersicht aller Straßen und Kanalisationen vorzulegen, die zur grundhaften Sanierung anstehen. Damit könnten Stadtverordnete und Bürger sich besser auf geplante Vorhaben einstellen, die Ausgaben im Haushalt sowie Straßenbeiträge für die Anlieger zur Folge hätten, betonte der Liberale Rudolf Benninger. Die FDP hatte zunächst ein genaueres Straßenkataster beantragt, wegen der Kosten in Höhe von etwa 85.000 Euro dann aber davon abgesehen. SPD-Fraktionschef Rolf Lang meinte, dies hätte man ohne große Kosten haben können, wenn man der Einführung wiederkehrender Straßenbeiträge (statt einmaliger) zugestimmt hätte.    

Von Claudia Bechthold

Stadtrat Uwe Michael Hajdu forscht über das Mittelalter - und die geschichtliche Entwicklung Heusenstamms. 

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