Aktion läuft seit 44 Jahren

Frühjahrsputz in Heusenstamm 

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Heusenstamm - Wenn im März wieder einmal blaue Säcke an Heusenstamms Straßenrändern zu sehen sind, dann waren fleißige Helfer unterwegs, um Straßen, Wege, Wiesen- und Waldflächen der Schlossstadt vom Müll zu befreien. Von Julia Jäger 

So auch am Samstag, als rund 160 Helfer dem ungemütlichen Wetter trotzten und sich zum „Frühjahrsputz“ zusammenfanden. Bereits seit 44 Jahren ruft die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) alljährlich gemeinsam mit der Stadt Heusenstamm zur Aktion „Saubere Landschaft“ auf, an der vor allem Vereine teilnehmen. Aber auch viele Privatpersonen und Gruppen helfen dabei, das Stadtgebiet zu säubern. Wie zum Beispiel Anja Dannenberg und Christine Zörgiebel, die zu zweit schon vor einigen Jahren bei der Müllbeseitigung geholfen haben. Genau wie viele andere Teilnehmer wollten die beiden „mal wieder was für die Natur tun“, wie Christine Zörgiebel berichtet. Sie sind entsetzt zu sehen, was manche Menschen einfach ins Grüne entsorgen. Mitglieder des Rugbyklubs, die das Areal rund um Martinsee bearbeiten, ziehen etwa zahlreiche Fahrradreifen aus den Waldgebieten.

„Einen eisernen Gullideckel, Getriebeteile und halt das Übliche wie Tempotaschentücher und Bierdosen“, hat Ulla Ramm rund um den See am Goldberg aufgesammelt. Aber auch Klopapier und viele Fast-Food-Verpackungen hätten sie dort gefunden, ergänzt Steffen Korb, der gemeinsam mit ihr im Namen der Initiative Hofgut Patershausen zum ersten Mal an der Aktion teilnimmt.

In diesem Jahr sammeln die Freiwilligen jedoch besonders viel Verpackungsmüll und Plastik. Verantwortlich dafür sei Sturmtief „Egon“, das Anfang des Jahres an einem jener Tage durch Heusenstamm zog, an dem der Gelbe Sack abgeholt werden sollte. Da seien dann die Säcke zerrissen und all der Verpackungsmüll einzeln durch die Straßen geflogen, berichtet Jürgen Pfeifer vom Fachdienst Steuern und Abfallwirtschaft der Stadt, der für die Organisation der Putzaktion verantwortlich ist. Er selbst sammelt rund um den Bannturm, wo besonders viel Glas und Müll vom Weinfest sowie vom Nikolausmarkt zu finden sei. Dort stattet Pfeifer aber auch die teilnehmenden Gruppen mit Piksern, Greifhänden, Müllsäcken und Warnwesten aus, damit vor allem die Helfer am Straßenrand besser gesehen werden.

Einige Vereine nehmen schon seit Jahren an der Aufräumaktion teil und haben ihre festen Gebiete, in denen sie den Unrat beseitigen. Dieser wird in Säcken gesammelt, am Straßenrand abgestellt und am heutigen Vormittag von der Stadt abgeholt.

Frühlingsbilder unserer Leser

Ingeborg Schmidt, die die Aktion gemeinsam mit der Evangelischen Kantorei unterstützt, ist von Anfang an dabei. Sie hat in den vielen Jahren vom zertrümmerten Fernseher bis zu Teppichen, schon so einiges im Wald gefunden. Schon früher habe sie beim Gassigehen mit ihrem Hund, Müll vom Boden aufgesammelt und in ihrer eigenen Tonne entsorgt. „Die Menschen sind oftmals einfach sehr bequem“, bestätigt Hans-Jürgen Schwald von der Arbeiterwohlfahrt, der mit einer Gruppe geflüchteter Menschen unterwegs ist. Auch sie sind schon zum zweiten Mal dabei und reinigen in diesem Jahr das Gebiet entlang der Industriestraße zwischen ihrer Unterkunft auf dem Gelände des Keppler-Verlags und der Ottostraße.

„Das Areal haben wir für diese Gruppe ganz bewusst ausgewählt, damit sie von den Leuten gesehen werden“, erläutert Jürgen Pfeifer. Den Menschen, die bei uns eine Bleibe gefunden haben, gehe es jedoch vor allem darum, sich am Leben der Kommune zu beteiligen und einen eigenen aktiven Beitrag zu leisten, betont Hans-Jürgen Schwald. „Schließlich ist Heusenstamm ihre Heimat geworden, in der sie sich wohlfühlen“, fügt er noch hinzu.

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