Heusenstammer in aller Welt

Helfer für Olympia: Der 19-jährige Jan-Eric Heberer reist mit dem NDR nach Japan

Spricht fließend Japanisch: Jan-Eric Heberer hilft bei der Verständigung vor Ort.
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Spricht fließend Japanisch: Jan-Eric Heberer hilft bei der Verständigung vor Ort.

In gut drei Wochen beginnt mit den Olympischen Sommerspielen eines der größten Sportereignisse der Welt in Tokio, Japan. Unter den Tausenden, die dafür auf die ostasiatische Insel reisen, befindet sich auch ein junger Heusenstammer. Doch nicht etwa, um sich sportlich zu messen, sondern um das Team des Norddeutschen Rundfunks (NDR), der die Federführung bei der Übertragung für die ARD übernimmt, vor Ort zu unterstützen.

Heusenstamm – Das erste Mal in seinem Leben wird der 19-jährige Jan-Eric Heberer deswegen für mehrere Wochen von zuhause fort sein, doch zuvor musste er noch durch ein langes Corona-Verfahren.

Sport hat für Jan-Eric Heberer schon immer eine wichtige Rolle im Leben gespielt. Vor allem für Fußball begeistert sich der Heusenstammer schon lange, und so spielte er unter anderem für den TV Rembrücken. Aktuell streift er sich das Trikot der TSV Heusenstamm über. Aber auch andere olympische Disziplinen beherrscht er, schwingt beim TC Martinsee zusammen mit seinem Vater Christoph Heberer auch den Tennisschläger.

Kontakte über den Hessischen Rundfunk

Die Möglichkeit, als Freiwilliger mit dem NDR nach Japan zu reisen, bekam Jan-Eric Heberer über Kontakte bei einem Praktikum beim Hessischen Rundfunk während seiner Oberstufenzeit am Adolf-Reichwein-Gymnasium. „Eigentlich war die Reise nach Japan ja vergangenes Jahr geplant, in der Zeit direkt nach meinem Abitur“, sagt der 19-jährige, „aber Corona hat dem ein Strich durch die Rechnung gemacht.“ Die Pandemie stellte die Pläne auf dem Kopf. Er begann daraufhin ein Studium der Sportwissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt. Doch die Zeit in Japan kollidiert nun mit seinem Studienplan. „Ich habe das jetzt so gelegt, dass ich nur 20 Prozent fehle und somit die Seminare bestehen kann.“ Für seine Zeit in Tokio haben die Dozenten allerdings viel Verständnis aufgebracht und ihn bei seinen Plänen unterstützt. „Schließlich passt das ja auch gut zu meinem Studiengang“, sagt Heberer.

Ein Grund, warum er ein Zugewinn für das ARD-Team ist, sind seine guten Kenntnisse der japanischen Sprache. Seine Mutter stammt aus Japan und so besuchte Jan-Eric bereits als Kind die Japan-Schule in Frankfurt. „Wir haben das immer so gelegt, dass wir nach Fußballspielen samstags sofort auf die A3 Richtung Frankfurt zur Schule sind“, erinnert sich sein Vater.

Zwei PCR-Tests muss Heberer über sich ergehen lassen

Bevor der 19-jährige Heusenstammer aber einmal um die halbe Welt fliegt, musste er diese Woche ein langes Corona-Prozedere des Internationalen Olympischen Komitee (IOC) über sich ergehen lassen. Insgesamt zwei PCR-Tests in der Woche vor dem Abflug und ein weiteres Attest eines Arztes musste er einholen. Und das trotz vollständigem Impfschutz. Nun freue er sich aber auf seine Zeit in Japan, auch wenn er selbst noch gar nicht so genau weiß, was auf ihn in den zweieinhalb Monaten zukommt. „Da lass ich mich überraschen, kann mir allerdings vorstellen, dass ich viel als Dolmetscher eingesetzt werde.“ Neben den Olympischen Sommerspielen wird Heberer auch die Paralympics mit dem NDR begleiten.

Japan kenne er bereits, allerdings habe er Respekt vor der schieren Größe der Region Tokio. In der Metropolregion leben knapp 39 Millionen Menschen. „Da ist das Schienennetz ein bisschen größer als das des RMV“, scherzt der 19-Jährige. (Von Lukas Reus)

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