Vier „B“ im Familienzentrum

Arbeitskreis stellt Nutzungskonzept für St.-Cäcilia-Heim vor

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Arbeitskreis stellt Nutzungskonzept für St.-Cäcilia-Heim vor

Kindertagesstätte, Schulkindbetreuung, Café, Senioren- und Gemeindezentrum: „Unsere Vision vom Familienzentrum St. Cäcilia“ prangt in großen Buchstaben auf den Seiten, auf denen das jetzt erarbeitete Nutzungskonzept steht.

Heusenstamm –  Mittlerweile 16 Bürgerinnen und Bürger eines eigens dazu eingerichteten Arbeitskreises haben zusammengestellt, was man in dem geplanten Ersatzbau für das Pfarrheim der Gemeinde St. Cäcilia unterbringen könnte. Dies sei nur ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem Familienzentrum, betonte Bürgermeister Halil Öztas während einer Informationsveranstaltung am Donnerstag im Schloss, zu der mehr als 80 Besucher erschienen waren.

Diese Veranstaltung diene vor allem der versprochenen Transparenz, erläuterte Öztas. Und diesem Schritt müssten noch etliche folgen, bevor das Projekt tatsächlich verwirklicht werden könne. So gelte es als nächstes, ein Verkehrskonzept für das Areal in der Altstadt zu erstellen. Außerdem müsse geklärt werden, ob man Fördergeld für eine Umsetzung erhalten könne. Zahlen, wie viel Geld das Projekt inklusive Abriss des Pfarrheims kosten könne, nannte am Donnerstagabend niemand.

Vier „B“ könne man über die Ideen stellen, wenn es um die Frage gehe, wie die bislang nur in der Kubatur  – sozusagen der Außenhülle – geplanten Räume mit Leben gefüllt werden könnten, meinte der Bürgermeister weiter: Betreuung, Bildung, Beratung und Begegnung. Wobei es auch darum gehe, durch die Erfüllung der verschiedenen Bedürfnisse Synergien zu schaffen. Das Zentrum solle zum Ort der Begegnung werden für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren. Es solle die Aufgabe haben, Menschen miteinander zu vereinen und diesen mit vielfältigen Unterstützungsangeboten zur Seite zu stehen.

Einzelne „Bausteine“ des Nutzungskonzept stellten Mitglieder des Arbeitskreises vor. So betonte Björn Uhl, der für den Pfarrgemeinderat St. Cäcilia mitarbeitet, das Pfarrheim sei Heimat der Cäcilianer und werde dies auch bleiben. Aktives Gemeindeleben von Familienkreisen über Gruppenstunden für Kinder und Jugendliche, Chöre und Musikgruppen, Erwachsenenbildung und Treffen gemeindlicher Institutionen könne auch in den neuen Räume stattfinden. Vernetzungen dieser Aktivitäten mit anderen Teilen des Zentrums wie Kindergarten oder Seniorentreff könnten sich im Alltag ergeben.

Karin Keller, Vorsitzende der Bürger- und Seniorenhilfe, hofft, mit einem solchen Zentrum im Altstadtkern viele Alleinstehende aus der Isolation holen zu können. Der Sitz des Vereins in der benachbarten Kirchstraße sei viel zu klein, um mehr Menschen an den Aktivitäten zu beteiligen. Das Zentrum biete mehr Platz für die Angebote, aber auch die Möglichkeit, alte Menschen mit jungen zusammenzubringen.

Mehrfach betonte Christina Koberstädt, Leiterin der Schulkindbetreuung an der Adalbert-Stifter-Schule, ihre Dankbarkeit, dass die Pädagogen so früh in die Entstehung des Projekts eingebunden seien. Der Bedarf an Betreuung auch am Nachmittag wachse weiter, Räumlichkeiten würden dringend benötigt. Zudem habe man viele kreative Ideen, was man mit anderen Nutzern gemeinsam machen könne.

Über Veranstaltungen und das Café sprach schließlich Günter Jakobi. Theater, Tagungen, Vorträge, dies alles sei in dem etwa 150 Quadratmeter großen, entsprechend mit Technik ausgestatteten Saal des Zentrums möglich.

Noch nicht final seien, versicherte Öztas auf Nachfrage, die Überlegungen zum Garten am Haus der Stadtgeschichte, der zu etwa zwei Dritteln für die geplante Kita gesperrt werden soll. Bedenken einer Besucherin zum Verkehrsaufkommen in der Altstadt beantwortete der Bürgermeister: „Das Verkehrskonzept ist der nächste Schritt. Es kann durchaus sein, dass man zum Ergebnis kommt, das funktioniert alles nicht.“

Das Konzept wird zeitnah online gestellt. Infos: heusenstamm.de

VON CLAUDIA BECHTHOLD

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