Mit Instrumenten bezaubert

Ausgezeichneter Nachwuchs des TSV Blasorchesters überzeugt mit Konzert

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Sarah Werner dirigiert: Das Kinderblasorchester überzeugt mit vier schnellen Stücken.

Mit viel Spaß und Fantasie beweisen sie ihr Können. Der Nachwuchs des TSV Blasorchesters ist begeistert von Musik und vom gemeinsamen Spiel mit Instrumenten, das lassen sie ihre Zuhörer in der TSV-Halle deutlich spüren.

Heusenstamm – Das Konzert der vier Nachwuchsgruppen des Orchesters ist einmal mehr ein großer Erfolg. Vor allem Mütter und Großmütter begrüßt Abteilungsleiterin Gundi Wilz zu Beginn der Aufführung an diesem Muttertag. Bei Kaffee und selbst gebackenen Kuchen der Mitglieder beginnen die Jüngsten den Nachmittag.

Eine bezaubernde Geschichte über eine „Zaubertrompete“ tragen die Kinder der Bläserklasse 2018 vor, die erst wenige Monate zusammen sind. Dazu haben sie eigens eine Holzkiste mitgebracht, in der sich jenes Instrument befindet. Stolz erzählen die jungen Musiker die Geschichte und untermalen jeden Abschnitt mit einem kurzen Musikstück. Die Mädchen und Jungen sind Dritt- und Viertklässler.

„Mit neun Jahren fangen die Kinder bei uns an“, erläutert Jule Prokasky, im Abteilungsvorstand für die Jugendarbeit zuständig. Erst im Herbst vergangenen Jahres hatte die Stadt Heusenstamm die Jugendabteilung des Blasorchesters für „sein einzigartiges Engagement“ mit dem Kulturpreis ausgezeichnet.

Ihr Instrument, das sie sich selbst aussuchen dürfen, lernen die Kinder mit dem Eintritt in die Bläserklasse. „Bei den Jüngsten sind wir im Moment etwas blechlastig“, sagt Jule Prokasky, aber es sei dennoch machbar mit Lernen für das Spiel im Orchester. Sie selbst ist aus der ersten Bläserklasse des TSV Orchesters im Jahr 2002 in die Gemeinschaft gewachsen. Etwa ein Drittel der Musikerinnen und Musiker stamme aus der Jugendarbeit, schätzt sie.

„Wir spielen zusammen und lernen Musiktheorie“, berichtet ein Mädchen aus der Bläserklasse 2017 den Zuhörern. Und dann führen die Nachwuchsmusiker vor, wie es sich anhört, wenn sie gemeinsam üben. Doch bevor sie beginnen, bitten sie, zum Vergnügen des Publikums, während der Aufführung nicht in den Kuchen zu beißen, damit das „Geschirrgeklapper“ nicht den Musikgenuss stört. Dass dieser Hinweis nicht ganz ernst gemeint ist, wird bewusst, wenn man registriert, dass der Kuchen ausschließlich auf Papptellern serviert wird.

Monoton beginnt die „Probenstunde“, dann kommt langsam etwas Rhythmus in das Stück. Auch der eine oder andere schräge Ton erklingt, aber das gehört zu einer Übungsstunde ja dazu. Am Ende ist der Vortrag sehr harmonisch und gekonnt. Liebevoll dirigiert werden die beiden Bläserklassen und das Kinderblasorchester von Sarah Werner. Seit 2012 ist sie für den Nachwuchs verantwortlich. Die gebürtige Leipzigerin hat unter anderem an der Musikhochschule Leipzig Trompete studiert. Die Arbeit mit den ganz jungen Musikern macht ihr sichtlich Spaß.

Etwa 25 Mitglieder hat derzeit das Kinderblasorchester, die nächste Station nach zwei Jahren Bläserklasse, das mit vier eher schnellen Stücken das Publikum überzeugt. „Spitfire“ heißt der Marsch, mit dem sei ihren Auftritt starten. Nach „Superspy“ entlassen sie die Zuschauer erst einmal in die Pause.

Mittwochs treffen sich die jungen Blasmusiker zum Unterricht. Sie lernen gemeinsam, aber auch einzeln den Umgang mit Trompete, Klarinette, Horn oder Saxofon. „Und zu Hause sollen sie natürlich auch üben“, erläutert Jule Prokasky und betont: „Wir sind eine gute Gemeinschaft, das bindet.“

Das Interesse am Spiel im Orchester sei nach wie vor groß, versichert sie. Und wenn die Proben Spaß machen, bleiben die Kinder auch dabei. Bislang gebe es kaum Mitglieder, die aufhören. Die Ouvertüre aus „Pirates Of The Caribbean“ ist das erste Stück, das vom Jugendblasorchester gespielt wird. Seit zwei Jahren leitet Florian Hentschl diese größte Gruppe der Musiker in der TSV, in der er zuvor selbst mitgespielt hat. Klavier, Flügelhorn und Trompete sind seine Instrumente, die er auch in anderen Gruppen nutzt.

Es folgen „The Magic Of Harry Potter“ und ein Stück aus „Die Schöne und das Biest“. Mit Bravo- und Zugabe-Rufen quittiert das Publikum die Leistungen des Nachwuchses.

Nach dem Dank an die Beteiligten wirbt Gundi Wilz für die neu gegründete Erwachsenen-Bläserklasse und animiert zur Teilnahme. Mit der Zugabe, einem Mix aus Stücken der britischen Erfolgsband Queen, endet das Jugendkonzert. Und dann helfen die Gäste noch rasch beim Aufräumen, damit der Saal nach kurzer Zeit bereit ist für den nächsten Tag.

VON CLAUDIA BECHTHOLD

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