Christiane Klein-Luser ist Kinderbuchautorin

Von Gold und Freundschaft

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Stolz auf das Erstlingswerk: Die Illustrationen für das Kinderbuch „Der Räuber Stinkematze“ hat Christiane Klein-Luser selbst gemalt. 

 Er ist gierig, faul und stinkt, weil er sich nicht wäscht. Das sind nicht gerade positive Eigenschaften für einen Räuber aus dem Knispelwald.

Heusenstamm – Dann weckt auch noch ein sagenumwobener Goldschatz seine Neugierde – ob die sprechende Feldmaus Fred ihm den Weg dorthin weisen kann?.

„Der Räuber Stinkematze“ ist das Erstlingswerk der frisch gebackenen Kinderbuchautorin Christiane Klein-Luser. „Ja, ich kann mich jetzt wirklich so nennen, das kam noch nicht ganz an“, sagt sie etwas schüchtern. Das 84 Seiten starke Werk ist im vergangenen halben Jahr bei Käsekuchen und Cappuccino entstanden. Zum Schreiben hat sich die Heusenstammerin gerne in Cafés in ihrer Heimatstadt gesetzt. „Dort habe ich dann etwa zwei bis drei Stunden am Tag gesessen und geschrieben“, erzählt Klein-Luser. Generell verbringt die 49-Jährige gerne Zeit in Kaffeehäusern. „Das ist ein Stück Lebensqualität für mich“, sagt sie. Sie genießt die Atmosphäre und das geschäftige Treiben, das für gewöhnlich in einem Café herrscht. Zwar sieht man es ihr nicht an, doch leidet Klein-Luser unter chronischen Krankheiten. Diese zwangen sie vor neun Jahren dazu, ihren Beruf aufzugeben. Für die gelernte Erzieherin war das damals ein harter Schlag. „Das war nicht nur ein Job, sondern meine Berufung“, sagt sie und ihre Augen leuchten dabei. Nach der Diagnose musste Klein-Luser die neue Situation akzeptieren und sich neu orientieren. „Das Wichtigste ist, sich selbst nicht hängen zu lassen, denn das Leben bleibt ja nicht stehen“, findet sie.

Spende an den Kinder- und Jugendhospizdienst in Frankfurt

In der Jugend hatte sie bereits gerne gemalt, doch die Pinsel dann wieder ruhen lassen. Den Lebenswandel nutze sie dazu, die alte Leidenschaft wieder aus sich herauszukitzeln. Eine Ausstellung in einem Offenbacher Café inspirierte sie dazu, den Erlös ihrer verkauften Gemälde an den Kinder- und Jugendhospizdienst in Frankfurt zu spenden. Ihre Gemälde stellte die 49-Jährige bereits öfter aus, etwa in der Stadtbücherei der Schlossstadt. Mit ihrem ersten Buch ist sie nun einer weiteren kreativen Ader nachgegangen. „Man muss eben schauen, welche Fähigkeiten man hat und welche Tätigkeiten daraus werden können“, sagt sie weiter. Sie hofft, auch anderen Menschen mit chronischen Krankheiten Mut machen zu können.

Die Geschichte rund um den Räuber Stinkematze hat Klein-Luser innerhalb von einem halben Jahr zu Papier gebracht. Die Bilder dazu malte sie selbst. Die Motive im Buch zeigen etwa Gustav von Spinnerich, einen vornehmen Arachnoiden, der sich in der Baumhöhle von Eule Frederike häuslich eingerichtet hat. Die Bilder zu den Figuren sind so liebevoll und kindgerecht gezeichnet wie die Charaktere beschrieben sind. Die Wegbegleiter von Stinkematze schließt man als Leser ebenso schnell ins Herz wie den Räuber selbst. Denn der ist liebenswürdig auf seine Art. „Das ist die Botschaft des Buches“, sagt die Autorin beziehungsweise Erzieherin. Trotz nicht idealer Eigenschaften schlummert in jedem etwas, das ihn liebenswert macht. Auch Freundschaft und „zueinander stehen“ sind Themen des Erstlingswerks. So ganz weg von ihrer sozialen Berufung kommt Klein-Luser also nie.

Ideen für weitere Bücher hat sie auch schon. Während Kinder im Grundschulalter das Abenteuer von Stinkematze verfolgen, arbeitet die Autorin gerade an einem Bilderbuch für jüngere Kinder. Dieses wird sie wieder selbst illustrieren. Und ein drittes Buch wird etwas dicker, „das wird ein Jugendroman“, verrät Klein-Luser.

VON LISA SCHMEDEMANN

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