Die Suche nach einem Standort

"Europäisch Türkischer Fußballverband" hat Interesse an Martinsee

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Zentrum Martinsee: Hat ein neu gegründeter Europäisch Türkischer Fußballverband Interesse an den Sportanlagen? 

Ein in Frankfurt neu gegründeter „Europäisch Türkischer Fußballverband“ zeigt offenbar Interesse am Kultur- und Sportzentrum Martinsee. Zudem ist die Rede von Plänen, ein Hotel mit 80 Betten zu errichten. Entsprechende Informationen haben die Redaktion erreicht. 

Heusenstamm – Levent Karaca, ein Geschäftsmann aus Frankfurt, zählt zu den Initiatoren des neuen Verbandes und ist dessen Vorsitzender. Im Internet-Medium Facebook postet er unter anderem am 18. Mai und am 14. Juni dieses Jahres Fotos, die ihn mit Öztas in dessen Büro im Heusenstammer Schloss zeigen. Auskunft aber gibt er nicht.

Stattdessen meldet sich Halil Agirdogan, der sich als Generalsekretär des Verbandes bezeichnet. „Da ist gar nichts dran“, sagt er. Der Verband sei noch in der Gründungsphase, warte derzeit auf die Antwort des Registergerichts. „Damit können wir überhaupt noch nicht tätig werden.“

Allerdings sei man derzeit dabei, sich vorzustellen. „Wir wollen deutschlandweit unterwegs sein, da werden wir noch viele Ortsbürgermeister und andere Repräsentanten besuchen.“ Unterwegs sind Vertreter des neuen Verbandes, der sich nach dem türkischen Namen mit ATFF (Avrupa Turk Futbol Federasyonu) abkürzt, nach den Angaben Agirdogans auch in den Regionen Köln, Koblenz, München, Stuttgart und Heilbronn: „Wir wollen erreichen, dass wir richtig verstanden werden.“

Menschen im Sport präsenter machen

Ziel des Verbands ist es laut Agirdogan, junge Menschen – gemeint sein dürften vor allem Fußballer – mit Migrationshintergrund zu unterstützen, ihnen Hilfestellung zu leisten, auch um mehr effektive Sportler „ans Tageslicht“ zu bekommen: „Wir sehen uns verpflichtet, diese Menschen im Sport präsenter zu machen, sie besser zu integrieren und die Kommunikation zu verbessern.“

Sicher suche der Verband auch nach einem Standort, aber bevor die Registrierung des ATFF nicht abgeschlossen ist, werde man nichts unternehmen. „Wir warten darauf, auch um mit dem DFB erste Gespräche führen zu können.“ Und sollte man in ein solches Sportzentrum einziehen, werde man sich selbstverständlich an die Vorgaben halten, die man erhalte.

Weitere Fotos des ATFF bei Facebook zeigen übrigens Vertreter des Verbands auf dem Gelände des Sportzentrums und in einem Raum der Gaststätte Martinsee.

„Ich bin angesprochen worden, ob Heusenstamm Interesse an Investitionen hat“, berichtet Halil Öztas. Konkretes aber sei noch nicht vorgelegt worden. Außerdem seien bei dem Verband wohl mehrere Standorte im Gespräch.

Nur heiße Luft? 

„Ich habe gesagt, ich benötige ein schriftliches Konzept, bevor ich mit einem solchen Anliegen in die städtischen Gremien gehen kann“, betont der Bürgermeister weiter. Öztas versichert, „es ist nicht meine Absicht, irgendeinem Heusenstammer Verein Nachteile zuzufügen“, und fügt an: „Solange ich nichts Schriftliches habe, ist das für mich heiße Luft.“

Schließlich gibt es genug eigene Vereine, die das Kultur- und Sportzentrum nutzen. Und der Magistrat hat den Auftrag der Stadtverordnetenversammlung, im Zusammenhang mit Überlegungen zur Hartplatzsanierung in Martinsee den Bedarf zu ermitteln.

Von Claudia Bechthold

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