Städtische Beraterin

Kaum Wohnraum für alte Menschen in Heusenstamm

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Symbolbild: Etwa 25 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Heusenstamm sind älter als 65 Jahre.

Der Anteil älterer Menschen in der Schlossstadt bleibt hoch und wird weiter steigen. Da ist sich Jasmin Fickinger, Seniorenberaterin in der Stadtverwaltung, sicher. Etwa 25 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sind älter als 65 Jahre.

Heusenstamm – Damit bleibt Heusenstamm auch weiterhin die Stadt im Kreis Offenbach mit dem höchsten Anteil an Menschen über 65 Jahre. „Und die geburtenstarken Jahrgänge gehen erst in den nächsten Jahren in Rente“, ergänzt die städtische Mitarbeiterin.

Dringend, so appelliert Jasmin Fickinger an die Mitglieder des Ausschusses für Jugend, Soziales, Sport und Kultur, benötige man daher in der Stadt bezahlbaren Wohnraum, der eventuell auch barrierefrei ist. Zwar gebe es inzwischen viele seniorengerechte Wohnungen, aber eine Sozialbindung hätten diese meist nicht. „Für Bezieher der Grundsicherung ist es fast aussichtslos, eine Wohnung zu finden“, berichtet sie aus ihren Erfahrungen. So habe sie seit Dezember 2017 gerade mal vier sozialgebundene Wohnungen an Berechtigte vermitteln können. Der Bedarf indes sei viel höher.

Wohnen in Heusenstamm: Menschen werden immer Älter

Überhaupt sei Wohnen das Hauptthema während ihrer Beratungsstunden. Nach Möglichkeiten für die Freizeit und zum Thema Kultur werde eher selten gefragt: „Die Heusenstammer kennen die Angebote“, meint sie.

Sozialleistungen, Fragen zu Pflege und Betreuung sowie zu Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten seien häufiger Themen in ihren Beratungsgesprächen.

Enge Zusammenarbeit pflegt Jasmin Fickinger mit der „Leitstelle Älterwerden“ des Kreises. Diese Vernetzung, auch der Seniorenberater in den Kreiskommunen, sei sehr wichtig.

Stärker befassen will sie sich demnächst mit dem Thema Demenz. So ist für den Herbst eine ganze Reihe von Informationsveranstaltungen dazu geplant. Dabei soll es nicht nur um den medizinischen Hintergrund der Erkrankung gehen, sondern auch um praktische Alltagstipps im Umgang mit diesen Patienten, die ersten Hilfen nach einer solchen Diagnose oder um Angebote für Gedächtnis-Sprechstunden.

Gemeinsam mit dem Malteser Hilfsdienst plant die Beraterin zudem die Ausbildung sogenannter Demenz-Lotsen. Voraussichtlich im Herbst könnten erste Kurse dazu laufen, wobei es sich dabei um eintägige Seminare handelt.

Demenz-Lotsen: Betreuung im Supermarkt

Demenz-Lotsen haben die Aufgabe, die Menschen mehr für dieses Thema zu sensibilisieren. Wobei vor allem Geschäftsleute Zielgruppe für diese Kurse sind. „Die Lotsen lernen, wie man mit einem Demenz-Patienten umgehen sollte“, erläutert sie. Gemeint sind zum Beispiel Personen, die in einem Supermarkt an der Kasse sitzen. In jenem Seminar lernen sie, wie man sich am besten verhält, wenn ein Mensch an der Kasse steht, der in diesem Moment nicht mehr weiß, was er eigentlich dort will. Daher wäre es gut, wenn es bald möglichst viele solcher Lotsen geben könnte.

Die Seniorenberatung ist unter der Telefonnummer 06104 6071128 erreichbar. 

Von Claudia Bechthold

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