"Kreuzung ist nicht ohne"

Keine Hilfe für Kinder nach Ampelausfall an der Ringstraße

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Verkehrschaos herrscht rund um die Otto-Hahn-Schule (am unteren Bildrand) meist schon wegen der vielen Eltern-Taxis. Einige der Kinder, die zu Fuß kommen, müssen die stark befahrene Ringstraße überqueren.

An einer Kreuzung fällt die Ampel aus, ausgerechnet an der Kreuzung, die auf einem Schulweg liegt. Aber keiner macht etwas was.

Heusenstamm – „Die Kinder standen an der Kreuzung und wussten nicht, wie sie über die Straße kommen sollten. “ Eine Mutter schildert die Situation Anfang dieser Woche an jener Stelle, an der Ringstraße und Hohebergstraße aufeinander treffen. Das ist ein Teil des Wegs zur Otto-Hahn-Schule (OHS). Dort war die Ampel ausgefallen.

Eltern haben daraufhin die Polizei und das städtische Ordnungsamt informiert. Beide Institutionen versprachen, den Ausfall an die zuständige Hessen Mobil weiterzuleiten, da es sich bei der Ringstraße um eine Landesstraße handelt. Auf die Idee, wenigstens bis zum Schulbeginn den Verkehr dort zu regeln, kam indes niemand. „Das ist so gefährlich, weil vor allem Lastwagen von der Ringstraßenbrücke runterbrettern und wegen der langgezogenen Kurve erst spät zusehen sind“, beklagt die Mutter einer Schülerin.

Den Eingang eines Anrufs in dieser Sache bestätigt Harry Keckeis, Leiter der Polizeistation Heusenstamm, auf Anfrage. Man habe daraufhin das Ordnungsamt der Stadt informiert. Diese Kreuzung sei „nicht ohne“, sagt er zudem.

Auch Uwe Michael Hajdu, als Erster Stadtrat für das Ordnungsamt zuständig, schätzt die Verkehrssituation an dieser Kreuzung als schwierig ein. „Schon eine Ampel weiter, hinter der Kirche Maria Himmelskron, ist die Ringstraße besser einzusehen“, meint er.

Der Anruf sei auch beim Ordnungsamt eingegangen. An diesem Morgen sei allerdings nur eine Person in der Frühschicht gewesen. „Derzeit sind nur zwei von eigentlich vier Ordnungspolizisten im Dienst“, berichtet Hajdu. Eine Stelle sei frei, das Verfahren zur Wiederbesetzung laufe aber bereits. Und es gebe einen Ausfall wegen Krankheit. Man habe sich darum gekümmert, dass Hessen Mobil von dem Ausfall erfahre, dann sei das Thema wohl „untergegangen“.

Allerdings will der Stadtrat nun etwas unternehmen, damit das künftig besser laufe. „Mit der Polizei werden wir bei unserem nächsten Treffen in der kommenden Woche darüber sprechen, damit man besser für diese Kreuzung sensibilisiert ist“, kündigt Hajdu an. Und man wolle darüber reden, wie man sich absprechen könne, damit sichergestellt werde, dass die Kinder im Wiederholungsfall die Kreuzung gefahrlos überqueren können. Freilich müsse man dann auch erfahren, wenn es erneut einen Ampelausfall gebe.

Kinder sollen lernen, selbstständig und eigenverantwortlich zur Schule und auch wieder nach Hause zu gehen. Das wird seit Jahren vor allem an den Grundschulen propagiert, etwa durch Aktionen wie „zu Fuß zur Schule“, an denen auch die Schlossstädter Einrichtungen regelmäßig teilnehmen. Allerdings müssen dazu eben auch alle „Zahnräder“ ineinander greifen und funktionieren. Und dazu zählt das sichere Überqueren einer gefährlichen Kreuzung.

Einen Schülerlotsendienst für die Otto-Hahn-Schule zu installieren, hält Konrektor Marco Landauer für nicht so ganz einfach. „Sicher gibt es viele Eltern und Großeltern“, meint er. Allerdings scheitere eine solche Idee dennoch daran, genug Leute zu finden, die bereit seien, verlässlich jeden Tag einen solchen Dienst zu übernehmen. Dennoch hat die Schule großes Interesse daran, das morgendliche Verkehrschaos vor den Eingängen zu verringern. So gibt es an der OHS ein Projekt, bei dem Schüler Strafzettel verteilen.

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