Airtrack schont die Gelenke

KLINGELNDE VEREINSKASSE Cheerleader wünschen sich Spezialmatte

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Spektakuläre Würfe zählen zum Programm der Cheerleader, für das viel trainiert wird. Mit einem sogenannten „Airtrack“ wäre dies noch schonender für die Sportlerinnen möglich.

Mit der Cheerleading-Abteilung in der TSV Heusenstamm geht die Vorstellung der Projekte, mit denen sich Heusenstammer Vereine um Geld aus der vom Obertshausener Unternehmen Holzland Becker mit 7500 Euro gefüllten „Klingelnden Vereinskasse“ bewerben, heute zu Ende.

Heusenstamm – Abgestimmt werden kann noch bis zum 15. Oktober. Tumbling, Stunts, Pyramide – das sind nur ein paar Begriffe der Figuren, die Cheerleader mit der Zeit lernen. Der Laie mag sich unter einer Mischung aus Turnen, Tanzen und Akrobatik schon mehr vorstellen können. Und das klingt nach einer Menge Bewegung – und Belastung für die Gelenke. Die Cheerleader in der Turnabteilung der TSV Heusenstamm trainieren viel, um die kunstvollen Hebefiguren oder die meterhohen Menschenpyramiden mit Leichtigkeit zu meistern. Viele der vorwiegend weiblichen „Patriots“ lernen den Sport von klein auf. „Dabei ist es umso wichtiger, von vornherein ‚richtig‘ zu trainieren“, betont Vanessa Zausch, eine der drei Haupttrainerinnen des TSV Cheerleadings.

Bevor die „Peewees“ so durchstarten können wie die „Swans“, müssen sie zunächst einmal ihre Sprungkraft aufbauen, die mit etwa sechs Jahren noch nicht so ausgeprägt ist. Die Kunstturnhalle ist bereits mit einem „spring floor“ ausgestattet, also einem Bodenbelag, der leicht federt. „Der ist insgesamt schon gelenkschonender“, sagt Zausch. Denn gerade bei den Jüngsten achtet die Abteilung auf gesundes Training, das langfristig den Spaß an dem Sport und die Gesundheit der Cheerleaderinnen garantiert.

Um die Trainingsbedingungen noch einmal zu verbessern, wünschen sich die Patriots einen sogenannten Airtrack. Das ist eine Art Matte, die einige Zentimeter hoch ist und ein paar Meter lang. „Der Airtrack ist noch nachgiebiger als der Boden der Kunstturnhalle“, erläutert Zausch. Gleichzeitig federt er umso mehr, was auch den Jüngeren spektakulärere Figuren erlaubt, obwohl für den herkömmlichen Boden die Muskulatur noch nicht da ist. „Das bedeutet, dass wir früher die Technik üben könnten und parallel dazu die Muskulatur der Kleinen aufbauen“, sagt die Trainerin. So lassen auch die ersten Erfolgserlebnisse der „Peewees“ nicht lange auf sich warten. Doch so ein Gerät ist teuer. Die Spanne reicht von mehreren hundert bis hin zu tausend Euro. Der Preis hängt von der Länge und der Dicke des Airtracks ab. „Anderthalb Meter bringen uns zum Beispiel nicht viel, wenn wir unsere Figuren an einem Stück üben wollen“, meint Zausch. Die Kunstturner der TSV, für die die kleine Halle am Martinsee einst gebaut wurde, könnten ebenfalls von dem Airtrack profitieren.

Die Abteilung investiert generell viel in den Nachwuchs. Seit 2014 und damit schon etwa ein halbes Jahr nach der Gründung nehmen die Patriots regelmäßig an Meisterschaften teil. Dabei fallen freilich ebenfalls Kosten an: Fahrten zu den Austragungsstätten, Startgebühren und Trainingsmaterial, Uniformen für die Optik und Magnesium für die Haptik. Die Liste der benötigten Utensilien ist noch länger. „Dementsprechend würden wir uns über eine Finanzspritze freuen“, sagt die Trainerin.

Auf der Internetseite holzlandbecker.de werden die insgesamt zehn Finalisten kurz vorgestellt. Genau 7500 Euro spendiert die Obertshausener Firma, die am Ende unter den Teilnehmern aufgeteilt wird. Bis Dienstag, 15. Oktober, kann ein Votum für einen der Vereine abgegeben werden. Jeder darf nur einmal abstimmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

VON LISA SCHMEDEMANN

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