Fit fürs wahre Leben

Nicht nur beim Tag der offenen Tür legt Reichwein-Schule Wert auf Praxis

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Eine Menge zu entdecken gab es beim Tag der offenen Tür in der Adolf-Reichwein-Schule. Wem Laugen und Säuren zu kompliziert waren, konnte bei einem offenen Stück der Theater-AG mitmachen.

„Und das ist der Indikator“, sagt Zehntklässlerin Jamie und hält dem neugierigen Schulbesucher eine unscheinbare Flasche hin. Zögerlich schüttet der Viertklässler den Inhalt daraus in das Becherglas, das vor ihm auf dem Tisch steht, Die Flüssigkeit färbt sich rot.

Heusenstamm – Die Augen unter der großen Schutzbrille weit aufgerissen stellt er fest: „Also ist es eine Säure. “ Nebenan schlagen Funken durch verschiedene Metallspäne aus farbigen Flammen.

Solche und weitere Aha-Momente gibt es beim Tag der offenen Tür der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) hinter fast jeder Klassenzimmertür. In der Aula kommen interessierte Elternteile an Infowänden auf ihre Kosten, während die Sprösslinge, die kurz vorm Schulwechsel stehen, sich in den verschiedenen Fachräumen spannende Experimente anschauen. „Natürlich ist heute besonders viel zum Mitmachen da, doch auch sonst legen wir großen Wert auf den praktischen Anteil im Unterricht“, erläutert Schulleiterin Margit Breen.

An der ARS spielen die Bedürfnisse der Schüler eine große Rolle. Die Aufteilung in den Haupt- oder Realschulzweig erfolgt erst ab der Jahrgangsstufe Sieben. „Davor gibt es die Förderstufe, in der sich die Kinder noch entwickeln können“, informiert die Rektorin. Zwar beginne die Schule dreizügig, doch weisen die höheren Jahrgangsstufen bis zu fünf Klassen auf. Insgesamt besuchen rund 560 Schüler die Einrichtung an der Leibnizstraße. „Das ist eine angenehme Schülerzahl“, findet die Mutter Ariane Stirnweiß. Ihr älterer Sohn habe im Sommer von einer Gesamtschule nach Heusenstamm gewechselt, der kleine Bruder steht nun vor der Entscheidung. „Das Arbeitsverhalten und die Noten haben sich seitdem gebessert“, sagt sie weiter. „Ich finde es hier ganz cool“, resümiert ihr jüngerer Sohn Nils.

Kinder, die sich weniger für Naturwissenschaften begeistern können, finden in der Theater-AG oder der Holz- und Keramikwerkstatt Beschäftigung.

Dass die Schule mit ihrem Konzept Wert auf Praxis legt, wird auch durch das neu eingeführte Wahlpflichtfach deutlich: „Fit For Life“ bereitet Schulabgänger auf die Hürden des wahren Lebens vor. „Das sind dann Themen wie Onlinebanking und Versicherungen, die später mal wichtig sind“, erläutert Breen. Die Kochgruppe wiederum, ebenso ein Wahlpflichtkurs, bereitet nicht nur für sich Essen zu, sondern gleich für alle Mittagskinder der Schule. „Es geht also auch um Selbstorganisation“, fügt sie hinzu.

Wenn der Schulalltag dann doch einmal aufs Gemüt schlägt, hat Schulseelsorgerin Rosemarie Kruck für die Kinder ein offenes Ohr. In ihrer „Teestube“ können die Schüler zur Ruhe kommen. Das sanfte Licht und der Duft, der den kleinen Raum erfüllt. wirken einladend. Kruck erläutert: „Es kostet die Kinder nichts, sie sollen sich wohlfühlen.“

Beim Tag der offenen Tür packen die älteren Schüler mit an, um dem Nachwuchs die Schule näherzubringen. Doch auch einige Ehemalige nutzen die Gelegenheit, um Hallo zu sagen. „Da weiß man, dass man etwas richtig gemacht hat“, findet die Schulleiterin.

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