Betrüger am Telefon

Vermehrt Anrufe bei Schlossstädtern - Polizei informiert Bürger

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Telefonbetrug: Polizei Heusenstamm informiert

Das Telefon klingelte dieser Tage etwa um 18. 40 Uhr. Der Heusenstammer nahm ab. Am anderen Ende meldete sich ein Mann, sagte, er sei Polizist.

Heusenstamm – Es habe ganz in der Nähe einen bewaffneten Raubüberfall gegeben, sogar den Namen einer tatsächlich existierenden Straße nannte der Unbekannte. Er warnte den Heusenstammer, die flüchtigen Täter seien bewaffnet, er solle Fenster und Türen verschlossen halten. Und zur Sicherheit des Angerufenen fragte der Mann, ob der Heusenstammer denn Vermögen irgendeiner Art in der Wohnung habe. Als die Antwort auf ein klares „Nein“ hinauslief, legte der Fremde grußlos auf.

Solche Anrufe gibt es häufig, sagt Polizeihauptkommissar Joachim Göhlert vom Polizeiladen in Offenbach. Wie viele, wisse man nicht genau, weil nicht jeder gescheiterte Versuch auch der echten Polizei gemeldet wird. Aber die Ermittler sind sicher, dass die Dunkelziffer hoch ist.

Allein drei solcher Telefonate aus den vergangenen vier bis fünf Tagen nur in der Schlossstadt kann Andrea Ackermann, Pressesprecherin beim Präsidium Südosthessen in Offenbach melden. Eines der Opfer habe berichtet, der falsche Polizist habe von einem gefassten Einbrecher erzählt, dessen vier Komplizen noch die Flucht gelungen sei. Bei dem Festgenommenen habe man eine Liste gefunden, auf der auch Name und Anschrift des Angerufenen stünden. Vermerkt sei darauf zudem, es gebe in dieser Wohnung einen Safe mit Goldbarren und einer höheren Summe Bargeldes. „Nein, ich habe nur Münzen“, lautete die Antwort, die dem Täter verriet, was zu finden sein könnte. Auch in diesem Fall ist der Unbekannte am Ende gescheitert, dennoch warnt die Polizei immer wieder vor solchen Anrufen.

Heusenstamm: Polizei informiert über Telefonbetrüger

Joachim Göhlert wird gemeinsam mit dem Ersten Kriminalhauptkommissar Peter Bender am Donnerstag, 31. Oktober, um 17 Uhr im Sitzungssaal im Rathaus, Im Herrngarten 1, über das Thema „Straftaten gegen ältere Menschen“ informieren. statt. Die Teilnahme an der Veranstaltung, die sich an alle Bürger richtet, ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Immer wieder ließen sich die Täter für ihre Betrugsversuche etwas Neues einfallen, sagt Joachim Göhlert. Und dabei entwickelten sie große Phantasie.

So sei die Masche mit dem festgenommenen Straftäter, bei dem man eine Liste mit für einen Einbruch lohnenden Anschriften gefunden habe, nicht mehr neu, werde aber sehr häufig genutzt. Aber auch der Versuch, das Vertrauen der potenziellen Opfer zu wecken, indem man Straßennamen aus der direkten Umgebung nenne, sei gängig.

Wichtig sei, berichtet Joachim Göhlert weiter, dass die Opfer solcher Anrufe sofort auflegen. Und anschließend die örtliche Polizei informieren. „Die Polizei ruft niemals bei Bürgern an und fragt nach Vermögen im Haus“, betont der Beamte. Am besten, rät er, lege man sich eine Liste in die Nähe des Telefons, auf der die Rufnummern der örtlichen Polizeistation, des städtischen Ordnungsamtes und zum Beispiel des Energieversorgers verzeichnet sind. Denn auch dieser Trick werde immer wieder versucht, dass Fremde versuchen, sich Zugang zu einer Wohnung zu verschaffen, indem sie Klingeln und vorgeben, für eine dieser Institutionen unterweg zu sein.

Göhlert warnt: „Es gibt keinen Grund, einen Fremden unangekündigt in die Wohnung zu lassen.“ Zur Sicherheit sollte man immer nachfragen – und sich dazu die Rufnummer des angeblichen Auftraggebers selbst heraussuchen, niemals von der Person an der Tür nennen lassen. Gleiches gelte auch für Handwerker, die nicht angekündigt sind und günstige Reparaturen vorschlagen. „Meist wird in solchen Fällen um Vorkasse für Material gebeten, und damit sind die angeblichen Handwerker dann meist verschwunden“, erläutert der Polizeihauptkommissar.

Während der Veranstaltung am 31. Oktober soll es aber auch um den besseren Schutz von Wohnungen gegen Einbrecher gehen. Dies werde man erläutern und gerne auch Fragen dazu beantworten. Dazu zählt übrigens auch, eine Wohnungstür mit einer „Türspaltsperre“ zu sichern. „So kann man die Tür ein wenig öffnen kann, ohne dem Fremden gleich kompletten Zugang bieten zu müssen“, rät Joachim Göhlert.

Grundsätzlich beraten Bender und er jeden Bürger vor allem zum Thema Einbruchschutz im Offenbacher Polizeiladen, Am Stadthof 16/17. Geöffnet ist dort montags von 9 bis 15 Uhr, dienstags und mittwochs von 9 bis 17 Uhr sowie donnerstags und freitags von 9 bis 18 Uhr.

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