Spendenprojekt

„Bright Hope Africa Kids“: Unterstützung für Kinder in Kenia

Vereinsgründer Wolfgang Strach bei einem Besuch in der Kita in Mtwapa
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Alle Kinder wollten mit auf das Gruppenfoto.

Direkte Hilfe ohne Umwege, das ist Wolfgang Strach aus Heusenstamm wichtig. Deshalb hat der 55-Jährige jetzt einen Verein gegründet, der vor allem Kinder im kenianischen Mtwapa unterstützen möchte. „Bright Hope Africa Kids“ heißt der inzwischen eingetragene Verein.

Heusenstamm – Im Jahr 1992 war Strach zum ersten Mal in Kenia – zum Urlaub machen. „Das Land, die faszinierende Natur und die Herzlichkeit der Menschen dort“ hatten ihn auf Anhieb in den Bann gezogen. „Afrika, sagt man, muss man lieben oder man hasst es“, sagt der kaufmännische Angestellte. Er habe sich für das Erste entschieden. Von 1997 an folgten weitere Aufenthalte in dem ostafrikanischen Land, von 2004 an – durch seine frühere Frau – auch im Landesinneren.

So sei es nur eine Frage der Zeit gewesen, meint er, zu der Idee zu kommen, außer einem schönen Urlaub dort noch viel mehr zu machen, nämlich den Menschen, und speziell den Kindern dort zu helfen – vor allem jenen, die weitab von den touristischen Zielen, vom feinen, langen Sandstrand, der sich kilometerweit am warmen Indischen Ozean erstreckt, leben. Sicher habe er zum Beispiel in den Nationalparks traumhafte und unvergessene Safaris erlebt. Doch zunehmend sei bei seinen vielen Aufenthalten eben auch der soziale Aspekt in den Vordergrund gerückt.

Zunächst erhielt Wolfgang Strach durch einen Bekannten aus Darmstadt im Oktober 2018 Kontakt zu einer Hilfsorganisation, die in Ostafrika Förderungen anbietet. „Das war der entscheidende Anstoß“, sagt er heute. Sogleich hatte er bei Bekannten in Kenia publik gemacht, dass er etwas tun wolle. So erreichte ihn die Anfrage einer Bekannten, die die Leiterin einer Kinderbetreuung in Mtwapa kennt. Mtwapa mit etwa 90 000 Einwohnern liegt etwa 15 Kilometer nördlich der Hafenstadt Mombasa.

Wolfgang Strach erhielt Fotos von Kindern und Betreuerinnen dieser Kita, verbunden mit der Frage, ob man die Einrichtung unterstützen könne. „Das war allerdings, wie wir dann lernen mussten, mit jener Hilfsorganisation nicht möglich“, berichtet der 55-Jährige. Der Grund waren die Richtlinien dieser Organisation, die unter anderem Kinder und Jugendliche nach der Schulausbildung unterstützt, die ein Studium anstreben.

Der Gedanke, Menschen in Kenia zu helfen, aber blieb. Im Mai 2019 wandte sich dann die Leiterin der Kindertagesstätte in Mtwapa, Catherine Riziki Kahindi, per SMS direkt an ihn. So entstand die Idee, ein privates Hilfsprojekt für Kenia zu starten. Der Heusenstammer nutzte zunächst seine Kontakte zu Verwandten, Kollegen, Freunden und Bekannten. Bald hatte er etwa 100 Kilogramm Sachspenden gesammelt, die er dann in drei großen Reisetaschen bei seinem ersten Besuch in der Einrichtung den Kindern übergeben konnte.

„Die erste Geldspende erfolgte eher durch Zufall“, erinnert sich Strach. Im Oktober 2019 wurden in Kenia die alten 1000-Schilling-Banknoten abgeschafft, und durch neue ersetzt. 1000 Schilling sind derzeit etwa 7,81 Euro wert. Auf Facebook hatte jemand 6000 Kenianische Schilling zum Umtausch angeboten, bevor die Scheine ungültig wurden. Der Mann schickte ihm das Geld per Post, da er noch vor Oktober 2019 nach Kenia reisen würde. So war das erste Geld für die Anmeldung der Partnerorganisation vor Ort vorhanden, mit dem Rest wurden Nahrungsmittel für die Kinder gekauft. „Wenn man privat Hilfe organisieren will, muss man immer mit einer nichtstaatlichen Organisation im Land zusammenarbeiten“, erläutert Strach.

Vereinsgründer Wolfgang Strach bei einem Besuch in der Kita in Mtwapa.

Etwa 50 Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren werden dort in einer etwa vier mal acht Meter großen Hütte betreut und unterrichtet, berichtet der Vereinsgründer. Das geschieht aber mehr in Eigeninitiative, für eine staatliche Anerkennung fehlen bislang die Voraussetzungen. Das will der Heusenstammer Verein nun ändern. Für das Grundstück wurde ein Mietvertrag gemacht. Geplant wird nun ein kleiner Anbau, um die Kinder, wie vorgeschrieben, in getrennten Räumen unterrichten zu können. Außerdem geht es um ein tägliches Mittagessen. Etwa 30 Prozent der Kinder leben nur mit ihren Müttern zusammen. Viele Eltern arbeiten als Tagelöhner.

Anfang Januar hatte Strach sieben Gründungsmitglieder für den Verein gefunden. Im Juni folgte die Registereintragung. „Mit nur fünf Euro im Monat können wir einem Kind täglich Frühstück und Mittagessen bieten, mit 25 Euro monatlich wäre die Versorgung, mit Schuluniform, Büchern, Heften und Hygieneartikeln gesichert.“

Um Spenden zu erhalten, findet am Sonntag, 1. November, von 10 bis 15 Uhr ein Flohmarkt am Bannturm statt. Die Standgebühr beträgt zehn Euro. Anmeldungen nimmt Wolfgang Strach unter 0172 8079968 entgegen.

Informationen zum Verein

Der Verein Bright Hope Africa Kids e.V. von Wolfgang Strach hat seinen Sitz Am Frankfurter Weg 17 in Heusenstamm und ist als gemeinnützig anerkannt. Erreichbar ist der Vorsitzende unter 0172 8079968 und per Mail an brighthope-africa@t-online.de. Die Webseite ist unter bright-hope.de zu finden. Die Bankverbindung des Vereins lautet: Frankfurter Volksbank eG, IBAN: DE41 5019 0000 6003 2054 26, BIC: FFVBDEFF oder per PayPal: brighthopemtwapa@gmail.com. (Claudia Bechthold)

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