Betreuung

Irritationen nach Brief des Bürgermeisters zu Kita-Situation

In Heusenstamm sorgt ein Informationsschreiben des Bürgermeisters für Aufsehen. Es geht um die Lage in den Kitas. (Symbolbild)
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In Heusenstamm sorgt ein Informationsschreiben des Bürgermeisters für Aufsehen. Es geht um die Lage in den Kitas. (Symbolbild)

In Heusenstamm sorgt ein Informationsschreiben des Bürgermeisters für Aufsehen. Es geht um die Lage in den Kitas.

Heusenstamm – Irritierend und verwirrend nennen etliche Eltern einen Brief, den sie am Wochenende von Bürgermeister Halil Öztas erhalten haben.  Darin geht es um die neue Situation in der Kinderbetreuung, die das Land seit gestern zulässt, den sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb. „Wir haben uns dazu entschieden, allen Kindern, die derzeit einen Betreuungsvertrag haben, die Möglichkeit zu geben, wieder – wenn auch nur tageweise – ihre Einrichtung besuchen zu können“, heißt es darin unter anderem wörtlich.

Großer Unmut herrsche seither unter anderem beim Elternbeirat der evangelischen Kindertagesstätte Jona, berichtet Pfarrerin Susanne Winkler. Denn jener Satz gilt nur für Kinder, die städtische Einrichtungen besuchen. Das ist dem Schreiben aber nicht zu entnehmen. Für manche dieser Eltern höre sich dieser Satz so an, als habe die Stadt es hinbekommen, dass alle dort betreuten Kinder wenigstens tageweise zurückkönnten, jene in den kirchlichen Einrichtungen aber nicht. Wie berichtet, kann zum Beispiel in der katholischen Kita Arche Noah aus personellen Gründen weiterhin nur die Notbetreuung gewährleistet werden. Und in der Kita Jona hat man sich dazu entschieden, vorerst nur die Vorschulkinder zurückzuholen. Auch beim Arche-Noah-Elternbeirat herrsche Unmut über den Brief des Bürgermeisters, sagt Yvonne Sassen, Mitglied in diesem Gremium. Pfarrer Martin Weber, zuständig für die katholischen Kitas, nannte den Brief „verwunderlich“. Überhaupt hätte man es gut gefunden, fügt Weber an, wenn sich Vertreter der verschiedenen Kita-Träger vor den Entscheidungen hätten ein wenig abstimmen können. Dem schließt sich auch Susanne Winkler an, die berichtet, die Leiterin der Jona-Kita habe das Gespräch mit der Stadt gesucht, aber ohne Erfolg.

Öztas verweist auf die Kürze der Zeit. „Das Land hat uns quasi die Luft abgeschnürt, uns für die Umsetzung der neuen Verordnung nur einen halben Tag Zeit gelassen“, sagt er auf Anfrage. Da habe man sich entschieden, die Information allen Eltern zu schicken, deren Kinder zwischen einem und zehn Jahre alt sind. Zumal man auch die Schulkindbetreuungen und Horte habe einschließen müssen. Und im Kontext mit der städtischen Pressemitteilung vom Freitag sei klar, dass sich jener Satz nur auf städtische Kitas beziehe. Zudem sei der zuständige Fachdienst jederzeit erreichbar gewesen. Schließlich sei die Landesverordnung „schwammig“ formuliert, sodass die Verantwortung, wie man mit dem eingeschränkten Betrieb umgehe, auf die Kommunen gelegt worden sei.

Von Claudia Bechthold

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