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IT-Unternehmen plant Bau von zwei Rechenzentren in Heusenstamm

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Von: Joshua Bär

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In Heusenstamm sollen durch das IT-Unternehmen Edge Connex auf dem Campusgelände an der Jahnstraße zwei Rechenzentren entstehen.

Heusenstamm – Es ist ein dicker Fisch, den die Stadt Heusenstamm an der Angel hat: Die Edge Connex, einer der weltweit führenden Betreiber von Rechenzentren, will sich auf dem Campus an der Jahnstraße niederlassen.

Dort sollen zwei Rechenzentren entstehen. Eines ist auf der Grünfläche hinter dem Fitnessstudio vorgesehen, das zweite dort, wo derzeit noch die beiden ehemaligen Hausmeisterhäuschen ihr Dasein fristen. Die Pläne stellte die IT-Firma mit Sitz im US-amerikanischen Virginia am Mittwoch im Bauausschuss vor.

Ein Gebäude mit dem Namen FRA 11 soll an der Kurve Richtung Busbahnhof entstehen. Grafiken (2): TTSP HWP Planungsgesellschaft mbh
Ein Gebäude mit dem Namen FRA 11 soll an der Kurve Richtung Busbahnhof entstehen. Grafiken (2): TTSP HWP Planungsgesellschaft mbh © Privat

Rechenzentren sind eine ideale Art von Gewerbe für den Business-Standort an der Jahnstraße

--Bürgermeister von Heusenstamm Steffen Ball --

Bürgermeister Ball freut sich über die Entscheidung des IT-Unternehmens, einen Standort in der Schlossstadt aufzubauen. „Mit der Edge Connex bekommen wir einen großen Gewerbesteuerzahler und ein Unternehmen, das diverse Arbeitsplätze in der Stadt schafft“, hob Ball hervor. Die Rechenzentren seien ein Investment in die digitale Zukunft der Stadt. Das Unternehmen wolle sich zudem auch darüber hinaus finanziell in der Stadt engagieren.

Heusenstamm: Beide Flächen an IT-Spezialisten übergegangen

Die beiden Flächen, bisher im Besitz der Telekom, seien inzwischen an den IT-Spezialisten übergegangen. „Der dazugehörige Grundstückskaufvertrag wurde bereits im vergangenen Jahr geschlossen“, teilte Ball mit. Die beiden Rechenzentren mit den Namen FRA 11 und FRA 12 kosten nach Angaben des IT-Unternehmens eine mittlere dreistellige Millionensumme.

Seit 2013 plant und entwickelt Edge Connex Rechenzentren. Derzeit betreibt das Unternehmen 50 Zentren in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien. In Deutschland hat die Firma bisher einen Standort in München. „Auf dem Campus-Gelände werden zwischen 50 und 70 Arbeitsplätze entstehen“, informierte Mathias Loacher, Designingenieur bei Edge Connex.

Ein guter Standort: Heusenstamm nur wenige Kilometer von Internetknotenpunkt entfernt 

Loacher begrüßte die Zusammenarbeit ebenfalls: Heusenstamm sei ein guter Standort, denn er sei nur wenige Kilometer vom zentralen Internetknoten in Frankfurt entfernt. Da in der Umgebung weder mögliches Hochwasser noch Chemiewerke oder Flugzeuge für Gefahr sorgten, sei auch die nötige Sicherheit gewährleistet.

Am Gebäude gegenüber des Hochhauses sollen zwei Teiche angelegt werden.
Am Gebäude gegenüber des Hochhauses sollen zwei Teiche angelegt werden. © Privat

Auf dem Gelände werden dann nicht nur Techniker arbeiten, sondern auch Landschaftsarchitekten und Gärtner – denn die Nachhaltigkeit nimmt einen großen Platz beim Bau der Rechenzentren ein. So würden die Gebäude ausschließlich mit erneuerbarer Energie betrieben. Die nötige Kühlung soll dabei nicht durch Trinkwasser erfolgen, sondern über Verbrauchs- und Regenwasser, teilte das Architekturbüro TTSP HWP aus Frankfurt mit. „Der Wasserverbrauch wird aus der Büronutzung gespeist“, informierte Geschäftsführer Christian Krauthammel. Regenwasser soll über Mulden und zwei Teiche versickern.

Der grüne Charakter soll am Campus-Gelände in Heusenstamm beibehalten werden

„Der grüne Charakter des Campus-Geländes soll beibehalten werden“, versprach Krauthammel. Daher sind in etwa zweieinhalb Meter Abstand zu den Gebäuden grüne Fassaden, sogenannte „vertical habitats“ vorgesehen. Auf den mehr als 4 000 Quadratmetern Grün sollen Insekten oder Vögel ein Zuhause finden. Auch die Dächer würden, soweit möglich, begrünt. Photovoltaikanlagen seien jedoch nicht geplant, sagt Krauthammel, „dafür ist auf den Dächern zu wenig Fläche übrig.“

Wann die Arbeiten beginnen, steht bisher noch nicht fest. Es seien noch Details zu klären, sagte Ball. Beide Seiten bekräftigten aber, das Projekt zeitnah beginnen zu wollen.

„Mit der Realisierung des unternehmerischen Vorhabens der Edge Connex würden wir unserem Ziel, einen modernen Campus mit Park- und Aufenthaltscharakter zu entwickeln, einen weiteren Schritt näherkommen. Für die Stadt wäre das ein echter und vor allem nachhaltiger Gewinn“, sagte Ball. (Joshua Bär)

Ein anders Projekt in Heusenstamm: Die Fertigstellung der neuen Grundschule in Heusenstamm neben der Polizeistation verzögert sich erneut. Das teilte der Kreis mit

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