Fastnacht unter Corona

Karneval Klub Disharmonie plant die nächste Fastnacht mit Vorsicht

Fastnacht, fastnachtssitzung, heusenstamm, corona
+
Zu einer erfolgreichen Fastnachtssitzung gehört ein voller Saal, wie hier während der Disharmonie-Sitzung in der TSV-Halle in Heusenstamm. Ob das 2021 möglich sein wird, steht in den Sternen.

Osterspaziergang, Helferfest, Hauptversammlung: Beim Karneval Klub Disharmonie (KKD) in Heusenstamm fallen bislang eher interne Veranstaltungen Corona zum Opfer.

Heusenstamm – Aber der Verein ist eigentlich ein großer Freundeskreis, sagt Vorsitzender Matthias Kilian, lebt von regelmäßigen Treffen. Insofern leide auch das Leben im KKD unter den Einschränkungen durch die Coronapandemie.

Doch auch mit der Planung für die nächste Zeit und – vor allem – für die nächste Kampagne sind die KKD-Verantwortlichen derzeit eher vorsichtig. Denn, dass Fastnacht im nächsten Jahr so gefeiert werden kann wie in diesem, halten sie für eher unwahrscheinlich. Natürlich habe man die Termine für die großen Sitzungen 2021 schon mal geblockt. Aber ob diese dann auch stattfinden können, stehe noch in den Sternen, befürchtet Kilian.

Aktivitäten gebe es allerdings auch bei der Disharmonie, versichert der Vorsitzende weiter. So treffen sich die Mitglieder einzelner Gruppen, um sich nicht aus den Augen zu verlieren. Die Tänzerinnen der Ballettgruppe Heusendales etwa unternehmen regelmäßig Ausflüge mit dem Fahrrad. „Man vermisst sich ja“, meint Matthias Kilian. Immerhin wisse man jetzt, dass nach den Ferien mit den Proben begonnen werden könne, nach den entsprechenden Regeln freilich.

Voraussichtlich im September wollen die Karnevalisten ihre Jahreshauptversammlung abhalten, die eigentlich längst hätte stattfinden sollen. „Vermutlich werden wir das im Gesellschaftsraum des Kultur- und Sportzentrums Martinseee machen“, fügt der zweite Vorsitzende Roland Zengerle an, damit ausreichend Abstand gehalten werden kann.

Schwieriger werde es mit der Planung für den Nikolausmarkt, bei dem der KKD stets an einem großen Stand Kartoffelpuffer verkauft. „Wir wissen noch nicht, wie sich die Stadt entscheidet“, berichtet Kilian. Und sollte es eine wie auch immer geartete Ausgabe des Nikolausmarkts geben, müsse man eine gewisse Vorbereitungszeit haben. Zumal damit ein weiteres Problem verbunden sei, denn das Stadtparlament hat beschlossen, dass bei städtischen Veranstaltungen kein Einweggeschirr mehr verwendet werden darf. Aber dazu gebe es derzeit noch mehr Fragen als Antworten, sagt Roland Zengerle.

Die nächste Fastnachtskampagne haben die KKDler natürlich im Blick. Eigentlich wäre man längst mitten in der Planung und bei ersten Vorbereitungen. Aber der Vorstand des Klubs ist eher skeptisch, dass im nächsten Jahr genauso gefeiert werden kann wie in diesem Jahr. Kürzlich habe man sich mit den Vertretern der anderen fastnachttreibenden Institutionen in Heusenstamm getroffen, berichtet Kilian. Das sind die Freiwillige Feuerwehr und die in der katholischen Gemeinde Maria Himmelskron verwurzelten Funkenkanönchen. Dabei sei man sich einig gewesen, dass man nicht mehr allzu lange mit einer Entscheidung warten kann.

Sorgen mache man sich bei der Disharmonie eher wegen der Nachwuchssuche, die man eigentlich ankurbeln wollte. Derzeit sei es schwierig, vor allem Jugendliche neu dazu zu gewinnen, denn anders als beim Fußball, wo man zumindest wieder trainieren könne, wisse man bei der Fastnacht ja nicht, wohin die Reise gehen wird.

Pläne für das Vereinsleben hat man indes durchaus beim KKD. „Es wird eine neue Theatergruppe geben“, verrät Pressewart Marco Acri. Die Idee dahinter stammt vom früheren Vorsitzenden Thomas Hartmann: In dieser Gruppe kann jeder mitmachen, auch wenn er nicht auf der Bühne stehen will. „Da müssen Kostüme genäht werden, Kulissen gebaut oder Texte bearbeitet werden“, zählt Matthias Kilian auf. So soll es für die Stücke einen Handlungsrahmen geben, die Texte aber gemeinsam erarbeitet werden. Alle zwei Jahre wolle man sich dann damit am Kultursommer beteiligen. Das Motto der neuen Gruppe: Freizeitgestaltung ohne Zwang zur Fastnacht. VON CLAUDIA BECHTHOLD

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare