Kann ein Belohnungssystem Verhalten verändern?

Klimaanpassungskonzept: „Anreize zum Mitmachen schaffen“

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Wie können sich Menschen vor den Folgen des Klimawandels schützen?

Wie können sich Menschen vor den Folgen des Klimawandels schützen? Und wie muss man die Stadt und Alltagsleben verändern, um jene Auswirkungen eventuell zu mildern beziehungsweise die Veränderungen des Klimas zu verlangsamen? Mit diesen Fragen befassen sich seit Mitte Juni etliche Bürger, die sich an der Erstellung eines Klimaanpassungskonzepts beteiligen. 

Heusenstamm – „Gemeinsam auf dem Weg zu einem guten Klima“, nennt es Moderatorin Dorte Meyer-Marquart von der begleitenden Agentur Pro-Regio Frankfurt. Und das meint sie, wie sie betont, doppeldeutig, denn das „gute Klima“ sei nicht nur auf die äußeren Einflüsse, sondern auch auf das Zusammenleben in der Stadt bezogen.

Einzelne Punkte des künftigen Konzepts werden immer konkreter. In drei Kapitel haben die Bürgerinnen und Bürger bislang ihre Ideen zusammengefasst: „Begrünung und Wasser“, „Landschaft“ sowie „Gesundheit und Lebensalltag“. Dazu gibt es eine Liste mit Vorschlägen, über die nun in sogenannten Werkstätten eingehend informiert und diskutiert werden soll.

Unter anderem sollen ein Experte und Vertreter von Hessen Forst eingeladen werden, um mehr über Bäume und andere Pflanzen zu erfahren, die besser mit den Folgen des Klimawandels umgehen können. Zum Thema „Bauen und Planen“ will man einen Architekten als Referenten gewinnen. Und auch über Solarzellen auf den Dächern möchten die Teilnehmer mehr von einem Fachmann erfahren. An einem Samstagvormittag, eventuell im November oder Dezember, soll sich zudem eine Gruppe damit befassen, wie man die Gesundheit der Menschen trotz der Klimaveränderungen erhalten kann.

Länger debattiert haben die Teilnehmer im Saal für Vereine über ein mögliches Belohnungssystem zur Veränderung des Verhaltens. Man könne in Form des Gebens und Nehmens Anreize schaffen, dass sich Menschen klimafreundlicher verhalten. Als Beispiel diente eine Regentonne, die von der Stadt kostenfrei ausgegeben werde. Im Gegenzug verpflichte sich der Beschenkte, Regenwasser zum Gießen seines Gartens zu nutzen und solches auch zur Bewässerung öffentlicher Grünflächen zur Verfügung zu stellen.

Fahrradstrecken innerhalb des Waldes müssten besser befahrbar gemacht werden, forderten mehrere Teilnehmer bei dieser Gelegenheit. Bezüglich des verlängerten Niederröder Wegs wisse der Forst bereits Bescheid, versicherte Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu. Aber große Teile des Waldes um Heusenstamm herum lägen nicht in der Verantwortung der Stadt.

Ihre größte Sorge sei, meinte schließlich eine junge Frau, dass in dem ganzen Prozess viel geredet, aber am Ende nichts umgesetzt werde. Protokolle bisheriger Zusammenkünfte, Ideenblätter zur Einreichung eigener Vorschläge sowie alle bislang fest stehenden Termine für weitere Treffen und die geplanten Werkstätten finden Interessierte auf heusenstamm.de unter „Leben & Wohnen“, „Klimaschutzkonzept“.

VON CLAUDIA BECHTHOLD

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