Schatten für die Schlosszwerge

Klingelnde Vereinskasse: Verein bewirbt sich für Sonnenschutz auf dem Hof

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Mittags in der prallen Sonne macht Spielen keinen Spaß und ist gefährlich dazu. Deswegen wünschen sich die Schlosszwerge einen Schattenspender.

Heusenstamm – Die Vorstellung der Projekte, mit denen sich Heusenstammer Vereine um Geld aus den vom Holzland Becker und unserer Zeitung mit 7500 Euro gefüllten „Klingelnden Vereinskassen“ bewerben, geht mit den „Schlosszwergen“ weiter.

Im vergangenen Jahr mussten die Kinder am Schloss einen großen Verlust verkraften: Die alte Trauerweide neben dem Pavillon, in dem die Krippe untergebracht ist, hat den heißen Sommer nicht überlebt. Die ausladende Krone reichte teilweise über den eingeschossigen Bau. Sie war nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein Schattenspender für den gepflasterten Hof zwischen Kindergarten und Krippe.

Der Neubau, in dem seit einem Jahr die „Zwerge“ ab drei Jahren untergebracht sind, ist von viel Spielfläche umgeben. Auf der Seite Richtung Schloss steht eine kleine Rutsche, dann folgen die Schaukeln. Der Sandkasten ist besonders beliebt. Aber viel Zeit zum Buddeln gab es in diesem Sommer nicht. Denn es war schlichtweg zu heiß auf dem Gelände der Schlosszwerge. 

Am Vormittag wirft die Mauer noch einen kleinen Schatten auf den Sand, doch zur Mittagszeit ist der Sandkasten sowie die anderen Spielgeräte für die Kinder nicht nutzbar. Die Bagger und Kipplader bleiben dann bis zum Nachmittag unangetastet. Wenn die Sonne den Zenit erreicht, sind die Kinder meist schon im Gebäude. „Ab elf Uhr wird es schon kritisch“, berichtet die stellvertretende Leiterin Anja Folkers, „es hatten schon ein paar Kinder einen Hitzeschlag.“ Am nächsten Tag konnten diese auch nicht den Kindergarten besuchen.

"Das Außengelände ist beliebt"

Zwar steht anstelle der alten Trauerweide nun eine junge Linde, doch wird diese erst Schatten spenden, wenn die heutigen Schlosszwerge eines Tages ihre eigenen Enkelkinder in die Einrichtung schicken. „Wir wünschen uns ein Sonnensegel für den Hof und den Sandkasten“, erläutert Einrichtungsleiterin Bianca Heid. Kleinkinder haben eine andere Wärmeregulierung und schwitzen nicht so wie Erwachsene. Die stellvertretende Leiterin berichtet: 

„Wir nehmen schon keine Kinder mehr ohne Hut mit nach draußen.“ Doch vom Spielen könne man die „Zwerge“ auch nicht abhalten. „Das Außengelände ist beliebt bei den Kleinen, sie sitzen gerne im Gras oder toben im Hof“, fährt Folkers fort. Bei schönstem Wetter den Tag in geschlossenen Räumen zu verbringen, gefällt weder den Kindern noch den Erziehern. Und auch die Räumlichkeiten heizen sich auf. 

Basiert auf einer starken Gemeinschaft der Mütter und Väter

„Die Krone der Trauerweide hing zur Hälfte über dem Pavillon“, erzählt Folkers. Das habe die Krippe gekühlt. Gerade an heißen Sommertagen hätten Wasserschlachten für Abkühlung sorgen können. „Auch das ist leider nicht möglich“, bedauert Folkers.

Bei den Schlosszwergen werden Kinder im Alter von null Monaten bis zum Schuleintritt betreut, im Pavillon halten sich die „ganz Kleinen“ auf. Als eine der ersten Krippen in Heusenstamm fingen die Schlosszwerge mit der Betreuung am Vormittag an. Erst vor einem Jahr kam der Neubau dazu, in dem die Kinder ab drei Jahren untergebracht sind. 

Die Einrichtung wird vom gleichnamigen Verein getragen und basiert auf einer starken Gemeinschaft der Mütter und Väter. Auch die Zusammenarbeit von Erzieherinnen und Eltern ist eng. Der Verein wurde mit der Absicht gegründet, die Vereinbarkeit von Familie und Berufstätigkeit zu fördern. Auf dem Gelände neben dem Herrngarten werden derzeit 68 Kinder betreut. Die pädagogische Leitung liegt in den Händen von Heid und Folkers, während der Vorstand des Vereins sich um Geschäftliches kümmert. Die Vorstandsmitglieder leisten dabei ehrenamtliche Arbeit.

VON LISA SCHMEDEMANN

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