Der Blick aufs Ganze

Konzept zum Förderprogramm Stadtumbau enthält neun Punkte

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Mehr als 60 Interessierte waren zur Präsentation des ISEK erschienen.

Heusenstamm - Seit Mai arbeiten die Planer vom beauftragten Büro Projektstadt der Nassauischen Heimstätte am Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) im Landesprogramm Stadtumbau. Am Donnerstagabend haben Gunnar Zehe und Ronald Uhle ihre Vorschläge den Bürgern vorgestellt. Von Claudia Bechthold 

Das Förderprogramm zum Stadtumbau biete die Chance, einen Blick auf das Gesamte zu werfen, betonte Bürgermeister Halil Öztas vor der Präsentation des Integrierten Stadtentwicklungs-Konzepts. Mehr als 60 Bürger waren in den Saal für Vereine gekommen, um die Vorschläge der Planer zu sehen.

Neun Punkte enthält das ISEK, das in den kommenden Wochen den Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt werden soll. Nach der Verabschiedung muss das ISEK beim Land eingereicht werden, um über die Förderung zu entscheiden.

Für die Freiflächen der Schlossanlage gebe es ein altes Parkpflegewerk, das präzisiert und fortgeschrieben werden sollte, nannte Ronald Uhle den ersten der neun Vorschläge. Die Schlossteiche und der Straßenabschnitt der Schlossstraße entlang des Gartens sollten neu gestaltet werden. Die Freifläche des neuen Kindergartens neben dem Schloss könne man eventuell erweitern. Als „eher utopisch“ bezeichnete Uhle die Idee, den alten Mühlgraben wieder herzustellen, auch um die Teiche mit Wasser zu versorgen.

Ein Gesamtnutzungskonzept solle für das Schloss selbst und die Gebäude im Umfeld erarbeitet werden. Unter anderem könnten das sanierungsbedürftige Dach des Renaissance-Baus erneuert und ausgebaut und der Bannturm ertüchtigt werden. Geschaffen werden könnten Räume für die Verwaltung, aber auch für Veranstaltungen. Barrierefreiheit auch beim Zugang des Stadtverordneten-Sitzungssaales seien dabei zu beachten.

Die Weiterentwicklung der Bieberauen als Frei- und Lebensraum, die Verbesserung der Wasserqualität in der Bieber, für die es einer vierten Klärstufe vor Heusenstamms südlicher Gemarkungsgrenze bedürfe, der Ausbau von Fuß- und Radwegen in diesem Gebiet, einen Naturerlebnispfad, mehr Sitzgelegenheiten sowie eine zur Landschaft passende Umgestaltung des Umspannwerks lauten die Vorschläge zum Areal entlang der Bieber.

Eine Verkehrszählung empfehlen die Planer für den Wiesenbornweg und die Frankfurter Straße, um die Situation besser beurteilen zu können. Viele Bürger klagten über den Verkehr dort, berichtete Uhle.

Bilder: White Dinner in Heusenstamm

Das bereits bestehende Quartierskonzept mit Verkehrsplanung für den Neuen Alten Ort südlich der Frankfurter Straße sollte ergänzt und umgesetzt werden, empfehlen die Projektstadt-Planer weiter.

Eine größere Umgestaltung der Frankfurter als Einkaufsstraße sei mit dem Programm Stadtumbau nicht zu machen. Um aber die Kaufkraft der Heusenstammer besser binden zu können, müsse man dieses Thema mit den Geschäftsleuten an der Frankfurter aufarbeiten und ein aktives Leerstandsmanagement betreiben. Eine Drogerie könne man eventuell durch die Zusammenlegung mehrerer Ladenlokale ansiedeln. Zudem sollte man in der Nähe ein Parkdeck bauen.

Für den Wiesenbornweg gelte es, ein Konzept zur Gestaltung der Straße und der Wohnbebauung zu erarbeiten. Gleiches gelte für das Areal rund um den ehemaligen Bauhof, das Potenzial fürs Wohnen habe. Schließlich schlagen die Planer vor, ein Modernisierungs-Förderprogramm aufzulegen, um privaten Besitzern älterer Gebäude unter Einhaltung der Gestaltungsvorgaben die energetische Ertüchtigung zu ermöglichen. Dazu müsse man aber ein Konzept diskutieren, was ein sehr aufwändiger Prozess sei.

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