Kreis lehnt Kita-Neubau ab

„Nein“ zu Bauvoranfrage für Schwimmbad-Gelände: Öztas zuversichtlich

Einen Stolperstein gibt es beim geplanten Bau einer Kindertagesstätte auf dem Gelände des Schwimmbads an der Jahnstraße in Heusenstamm. 
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Einen Stolperstein gibt es beim geplanten Bau einer Kindertagesstätte auf dem Gelände des Schwimmbads an der Jahnstraße in Heusenstamm. 

Einen Stolperstein, wie es Bürgermeister Halil Öztas formuliert, gibt es beim geplanten Bau einer Kindertagesstätte auf dem Gelände des Schwimmbads an der Jahnstraße. 

Heusenstamm – Eine Bauvoranfrage an den Kreis als Bauaufsichtsbehörde sei jetzt abschlägig beschieden worden, teilt der Verwaltungschef mit.

Wie berichtet, sollten eigentlich im Lauf eines Jahres mindestens 270 neue Plätze zur Betreuung von Kindern in der Schlossstadt entstehen. So hatten es die Stadtverordneten Anfang April vergangenen Jahres beschlossen. Tatsächlich verwirklicht ist bislang allerdings nur eines dieser Projekte: Seit Beginn dieser Woche sind die ersten Kinder in die neue Interims-Kita an Rudolf-Braas-Straße und Weiskircher Weg aufgenommen worden. Auf der Warteliste für Plätze in U3- und Ü3-Einrichtungen stehen etwa 200 Namen.

Neben jener Einrichtung, die erst einmal für fünf Jahre in Container-Bauweise entstanden ist, sollte eine weitere auf dem Schwimmbad-Grundstück gebaut werden. Beide sollen – je nach Alter – bis zu 74 Kinder aufnehmen können. Außerdem war geplant, die Kita an der Obertshäuser Straße in Rembrücken um eine U3-Gruppe mit zwölf Kleinen zu erweitern. Schließlich soll neben dem Hort Kinderburg im ehemaligen Fernmeldezeugamt an der Philipp-Reis-Straße eine Krabbelstube mit 24 Plätzen eingerichtet werden. Und die Arbeiterwohlfahrt baut derzeit an der Herderstraße eine neue Kita mit insgesamt 99 Plätzen, die im Sommer fertig sein könnte.

Trotz der ablehnenden Antwort auf die Bauvoranfrage zum Kita-Projekt auf dem Schwimmbad-Gelände ist Halil Öztas zuversichtlich, die Einrichtung an der geplanten Stelle bauen zu können. Moniert wird nach seinen Angaben seitens der Baubehörde, dass der gültige Bebauungsplan das Grundstück als Freizeitfläche ausweist. Zudem werde, so ein weiteres Argument, Grünfläche versiegelt.

„Wir sehen auch weiterhin die Möglichkeit, dieses Projekt bauplanungsrechtlich umzusetzen“, ist der Bürgermeister überzeugt. Das Vorhaben – ebenfalls in Container-Bauweise – wäre nach seiner Überzeugung ein „minimaler Eingriff“ in die Natur. Er halte diesen Standort weiterhin für sehr gut geeignet.

Die Stadt müsse den Rechtsanspruch der Kinder erfüllen. Dies sei auch dem Kreis bekannt. „Und wir haben keine anderen Flächen mehr“, betont er. Wäre die Voranfrage positiv beschieden worden, hätte man jetzt loslegen können. „Zum Herbst hätte die Einrichtung dann bezugsfertig sein können“, fügt er hinzu. Nun werde sich das Projekt vermutlich bis zum Ende dieses Jahres verzögern. Noch nicht begonnen hat auch der geplante Umbau von Räumen im ehemaligen Fernmeldezeugamt zu einer Krabbelstube mit 24 Plätzen. Und bei der Erweiterung der Kita in Rembrücken sei die Vorplanung jetzt abgeschlossen, sagt Halil Öztas: „Das wird in diesem Jahr losgehen.“

Mit den zuständigen Stellen des Kreises wollen der Bürgermeister und Vertreter der Fachdienste noch einmal sprechen. Vor allem wolle man einen Vor-Ort-Termin vereinbaren, um sich das Grundstück gemeinsam anzusehen. Öztas: „Wir gehen davon aus, dass die Behörden des Kreises überzeugt werden können, dass der Bau dort rechtlich möglich sein wird. 

VON CLAUDIA BECHTHOLD

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