Politische Bildung

„Heusenstamm aktiv gegen Rechts“: Neue Broschüre informiert über Rassismus und Rechtsextremismus

Luftbild Schloss Heusenstamm
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„Heusenstamm aktiv gegen Rechts“ heißt eine Broschüre über Rechtsextremismus und Rassismus in Heusenstamm und Südhessen, die im Rahmen einer Online-Veranstaltung vorgestellt wurde. 

Eine neue Broschüre informiert über Rechtsextremismus und Rassismus in Heusenstamm im Kreis Offenbach und Südhessen. Bei der digitalen Vorstellung wird auch diskutiert.

Heusenstamm – „Heusenstamm aktiv gegen Rechts“ heißt eine Broschüre über Rechtsextremismus und Rassismus in Heusenstamm und Südhessen, die im Rahmen einer Online-Veranstaltung vorgestellt wurde. Veranstalter der Video-Konferenz sowie Herausgeber der Broschüre sind die Partnerschaft für Demokratie Heusenstamm „Miteinander solidarisch“ (PfD) des Bundesprogramms „Demokratie leben“ und der Kreisverband Offenbach-Land der Arbeiterwohlfahrt.

Einen Überblick über den Aufbau der Broschüre gab der Politikwissenschaftler Fabian Jellonek, der mit der politischen Medienagentur Achtsegel.org an der Erarbeitung beteiligt war. Die Publikation gliedert sich in vier Kapitel: gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Problemlagen in Südhessen, extrem rechte Netzwerke und Möglichkeiten, wie man aktiv werden kann.

Heusenstamm im Kreis Offenbach: Neue Broschüre klärt über Rechtsextremismus und Rassismus auf

Jellonek stellte die vier Schwerpunkte der Broschüre „vor Ort“, „wir“, „Info“ und „aktiv werden“ vor. Anhand von lokalen und regionalen Beispielen werden darin menschenfeindliche Aktivitäten „vor Ort“ aufgezeigt. Die Kategorie „wir“ stellt individuelle Sichtweisen bezüglich der Problemlagen dar. Unter dem Punkt „Info“ werden verschiedene Diskriminierungsformen vorgestellt und Hintergrundinformationen geboten. Der Bereich „aktiv werden“ behandelt wiederum verschiedene Möglichkeiten, selbst Position gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit zu beziehen. Es werden verschiedene Anlaufstellen für Betroffene von rassistischer und rechter Gewalt aufgeführt. Außerdem gibt er einen Überblick über politische Bildungsangebote für die Zivilgesellschaft sowie Fachkräfte.

Mitherausgeberin Sarah Fey von der Koordinierungs- und Fachstelle der PfD in Heusenstamm begründet die Relevanz der Publikation; „Uns ist diese Broschüre ein Anliegen, weil sie verdeutlicht, wie alltäglich Rassismus in unserer Region ist. Sie zeigt auf, wie einzelne Diskriminierungsformen und -erfahrungen zusammenhängen und bietet Handlungsoptionen. Die Broschüre ermutigt, selbst aktiv gegen Menschenfeindlichkeit zu werden.“

„Heusenstamm aktiv gegen Rechts“

Die Broschüre kann bei der Koordinierungsstelle Partnerschaft Demokratie Heusenstamm per Mail an sarah.fey@awo-of-land.de als PDF oder gedruckt bestellt werden.

Aktiv gegen Rechts in Heusenstamm im Kreis Offenbach: Broschüre zu Rechtsextremismus und Rassismus

Während der Online-Veranstaltung fand zudem eine Diskussion zu den Themen Rassismus, Empowerment und Solidarität statt. Moderiert wurde das digitale Format von Aisha Camara. Mitglieder des Podiums waren Mirrianne Mahn (Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland), Hapreet Cholia (Initiative 19. Februar, Hanau) und Kutlu Yurtseven (Initiative Keuppstraße ist überall, Köln). In einer lebhaften Podiumsdiskussion berichteten die Beteiligten über ihre Erfahrungen mit Rassismus und ihr Engagement dagegen. Auch die Vernetzung der Betroffenen dieser Gewalt und ihre Kämpfe um ein Erinnern und Gedenken an die Opfer wurden beleuchtet.

Kritisch diskutiert wurden der Umgang und Kampf gegen Rassismus auf Bundes- und Landesebene. Die Teilnehmer betonten, wie wichtig es sei, von Rassismus betroffene Personen in die strategische Entwicklung von Konzepten gegen Rassismus mit einzubeziehen und ihre Positionen ernst zu nehmen. Im anschließenden Gespräch wurde diskutiert, was Unbeteiligte tun können. Dazu gehört etwa einzugreifen, wenn rassistische Vorfälle beobachtet werden, indem man sich dem Opfer zuwendet. (clb)

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