Bedenken bei der CDU

Schulbau neben „Reichwein“

Heusenstamm - Nicht nur in Kindertagesstätten fehlen derzeit Plätze, auch Schulen platzen mehr und mehr aus allen Nähten. In Heusenstamm soll daher in den nächsten Jahren eine vierte Grundschule gebaut werden. Von Claudia Bechthold 

Eine weitere Grundschule muss in der Schlossstadt gebaut werden. Das wird im Schulentwicklungsplan des Kreises Offenbach eindeutig festgestellt. Als Standort schlägt der Kreis vor, diese auf dem Gelände der Adolf-Reichwein-Schule in der Leibnizstraße 61 zu errichten. Das stößt allerdings offenbar nicht überall auf ungeteilte Zustimmung. Es gebe mehrere Gründe, die gegen diesen Standort sprechen, sagte der CDU-Stadtverordnete Michael Kern zur Begründung eines Antrags, mit der die Suche nach einer Alternative angestoßen werden soll.

Schon jetzt, erläuterte Kern während der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Soziales, Sport und Kultur, seien dort durch die Schüler der beiden Reichwein-Schulen große Verkehrsströme zu registrieren. Und auch die beiden weiterführenden Institutionen meldeten immer mehr Schüler. Käme nun noch eine Grundschule mit weiteren 180 Kindern dazu, würde die Situation weiter verschärft. Ablehnend stehe seine Fraktion auch der Idee des Kreises gegenüber, auf dem Gelände des Bolzplatzes an der Berliner Straße gegenüber dem Schulgelände die Turnhalle für die Grundschüler zu errichten. Und schließlich müsse reiflich überlegt werden, ob es eine gute Idee sei, Grundschüler auf einem Gelände mit Haupt- und Realschülern gemeinsam zu betreuen.

Als Alternativen schlägt die Union vor, das Gelände an der Industriestraße zu prüfen, auf dem der Kepler-Verlag stand, oder das Grundstück des früheren Fernmeldezeugamts an der Philipp-Reis-Straße in Erwägung zu ziehen. Letzteres, so Kern, könne als Dependance der Otto-Hahn-Schule eventuell sogar kostengünstiger geführt werden.

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Zwei bis drei Millionen Euro müssten für den Erwerb eines Alternativ-Grundstücks kalkuliert werden, warnte Bürgermeister Halil Öztas vor einer solchen Entscheidung. Und das Kepler-Grundstück stehe voraussichtlich vorerst nicht zur Verfügung, da die Unterkünfte für Geflüchtete eventuell noch bis zu fünf Jahre benötigt würden, berichtete der Verwaltungschef. Zudem habe der Standort auf dem Reichwein-Gelände den Vorteil, dass er für Kinder der westlichen Stadtteile sogar zu Fuß zu erreichen sei.

Am Ende einigte man sich zunächst darauf, noch nicht über den Antrag zu entscheiden. FDP-Fraktionschef Uwe Klein wünschte sich, dass Vertreter des zuständigen Fachdienstes beim Kreis, der Landrat sowie die Leitung der Adolf-Reichwein- und der Otto-Hahn-Schule in den Ausschuss eingeladen werden.

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