Sicherheitsexperte zur Schiller- und Industriestraße

Heusenstamm: Kritische Situationen für alle Verkehrsteilnehmer

Heusenstamm: Unübersichtlich sei die Situation an der Schillerstraße in Höhe des Bahnübergangs, sagt der Experte. Zur Entschärfung könne man die Friedenstraße an dieser Stelle kappen. Foto: THH
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Heusenstamm: Unübersichtlich sei die Situation an der Schillerstraße in Höhe des Bahnübergangs, sagt der Experte. Zur Entschärfung könne man die Friedenstraße an dieser Stelle kappen. 

Nicht unkritisch nennt Marcell Biederbick die Verkehrssituation entlang der Schiller- und der Industriestraße in Heusenstamm. Vor allem die verschiedenen Kreuzungen entlang der etwa zwei Kilometer langen Strecke seien – vor allem für Radfahrer – nicht ungefährlich.

Heusenstamm - Im Auftrag der Stadt hatte der Bauingenieur mit dem Schwerpunkt Verkehrsplanung ein sogenanntes Sicherheitsaudit für jene Straßen erstellt und nun den Stadtverordneten vorgestellt.

Eine Unfallhäufung könne man an dieser Strecke nicht feststellen, erläuterte Biederbick. So seien im Zeitraum von 2015 bis 2017 insgesamt zwölf Unfälle mit Leichtverletzten erfasst worden, meist mit Beteiligung von Radfahrern und an Kreuzungspunkten. Grundsätzlich aber sei festzuhalten, dass es keine durchgängig sichere Radwegverbindung gebe. Auch Barrierefreiheit sei nicht vorhanden. „Wir stellen nur die Defizite dar, können aber die Empfehlung weiter geben, Barrierefreiheit für die komplette Strecke herbeizuführen“, betonte der Bauingenieur.

Unübersichtlich und kritisch sind nach seiner Einschätzung die Knotenpunkte an der Schillerstraße mit der Friedenstraße in Höhe des Bahnübergangs sowie an der Industriestraße in Höhe der Philipp-Reis-Straße und Werner-von-Siemens-Straße, vor allem weil die Wege für Fußgänger und Radfahrer nicht eindeutig definiert seien. Geprüft werden sollte seiner Ansicht nach, ob in Höhe der Philipp-Reis-Straße ein Kreisverkehr Abhilfe schaffen könnte.

Noch schwieriger sei die Situation an der Schillerstraße in Höhe des Bahnübergangs. Regelmäßig entstünden dort unübersichtliche Verkehrsabläufe, vor allem während geschlossener Schranken. Immer wieder könnten dort Verstöße gegen Regeln beobachtet werden, zumal die Vorfahrtsregelung an dieser Stelle nicht allen Verkehrsteilnehmern verständlich sei. Außerdem überholen während der Wartezeiten vor den Schranken immer wieder Autofahrer die Schlange über die Gegenspur – auch Fahrer der Linienbusse. Zu überlegen sei, ob man zur Entschärfung der Situation die Verbindung zur Friedenstraße kappen sollte.

Entlang der gesamten Strecke fehlen Überwege für Fußgänger, bemängelte der Experte. Radwege seien nicht geschlossen vorhanden, an einigen Stellen sogar so nicht mehr zulässig. Grundsätzlich seien die Fahrbahnen an einigen Stellen sogar zu schmal, um sichere Radwege schaffen zu können.

Am Ende der Ausschusssitzung beschlossen die Mitglieder, die Überlegungen zu den Ergebnissen der Studie in den Herbst zu vertagen, auch, um vielleicht eine Prioritätenliste mit Maßnahmen zur Abhilfe zu erstellen. VON CLAUDIA BECHTHOLD

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