Für 30 Minuten Abbiegen verboten

Gefährdung der Schüler: Leibnizstraße gesperrt

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Ordnungsamtsleiter Karl-Heinz Kühnle (links) und Adolf-Reichwein-Schulleiter Matthias Lippert (rechts) an der Leibnizstraße vor dem Schulzentrum. Gerade überholt wieder ein Auto den wartenden Bus. Ob sich hinter dem Bus ein Kind befindet, kann der Autofahrer gar nicht sehen.

Heusenstamm - Es ist ein Versuch. Das betont Bürgermeister Peter Jakoby ausdrücklich. Doch sollte sich damit die Verkehrssituation vor den beiden nach Adolf Reichwein benannten Schulen an der Leibnizstraße tatsächlich entspannen, könnte daraus auch eine Dauerlösung werden. Von Claudia Bechthold 

Vom kommenden Montag, 3. Februar, an wird das Abbiegen von der Berliner Straße in die Leibnizstraße verboten – zweimal am Tag und dann jeweils für nur eine halbe Stunde. „Wenn es klingelt, rennen die Schüler kopflos ins Freie; das kann ich ja verstehen“, sagt Jakoby. Und es sei auch schwer, diese „Ströme“ zu kanalisieren. Nur Verkehrstheoretiker kämen auf die Idee, zu erwarten, dass Schüler den Zebrastreifen nutzen, der einige Meter von Schultor entfernt liegt.

Schon seit längerer Zeit befasst sich die Stadtverwaltung immer wieder mit der Verkehrssituation vor dem Gymnasium auf der einen und der Haupt- und Realschule auf der anderen Seite der Straße. So hat offenbar auch der Einbau einer Verkehrsinsel am Fußgängerüberweg vor knapp zwei Jahren nicht den erhofften Erfolg gebracht. Eigentlich sollte die Insel in der Fahrbahnmitte verhindern, dass Autos die bei Schulschluss vor dem Gymnasium wartenden Schülerbusse überholen. Aber die Rechnung geht nicht auf. Die Busse werden weiterhin überholt. Doch genau dieses Verhalten führt immer wieder zu gefährlichen Situationen, wenn Schüler vor den Bussen vom Schulgelände auf die Straße rennen, Autofahrer diese aber gar nicht sehen können.

Halten im absoluten Halteverbot

Ein weiteres Problem seien Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen oder von der Schule abholen müssen. Denn diese halten meist – trotz absoluten Halteverbots – vor den Schulgebäuden an der Leibnizstraße. „Muss man das Kind wirklich direkt vor den Schuleingang fahren“, fragt der Bürgermeister. Und: Muss man das Kind überhaupt mit dem Auto zur Schule bringen? Schließlich seien die beiden Institute gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen.

Um das Halteverbot besser durchsetzen zu können, hat die Stadt drei so genannte „Kiss & Ride“-Parkplätze an der Berliner Straße eingerichtet. Dort ist, wie Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu erläutert, das kurze Anhalten zum Aus- oder Einsteigen gestattet. Sieben weitere Parkplätze dieser Art gebe es zudem bereits in Höhe der Kita Arche Noah an der Berliner Straße, nur wenige Meter vom Schulzentrum entfernt. Auch diese könnten von den autofahrenden Eltern genutzt werden. Alle Maßnahmen seien nicht nur innerhalb der Verwaltung, sondern auch mit den Leitungen beider Schulen sowie den Elternvertretern abgestimmt. Zudem verschickten die Elternbeirate eine Information an alle Eltern, um die Akzeptanz zu erhöhen. „Und es werden unsere Ordnungspolizisten anwesend sein“, sagt Hajdu. Man hoffe, dass auch die Anwohner das Verbot respektieren.

Von 7.30 bis 8 Uhr und 12.45 bis 13.15 Uhr gilt also vom nächsten Montag an jeweils montags bis freitags das Abbiegeverbot von der Berliner in die Leibnizstraße. Wer das Verbot, das während der Ferien übrigens nicht gilt, ignoriert, muss mit einem Bußgeld rechnen. Aus Richtung Alte Linde kann die Leibnizstraße jederzeit befahren werden.

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