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Mauerwerk mit Schlangenkopf: Brunnen im Wald hergerichtet

Der Schlangenkopf aus Metall ist leicht verdrückt. Daran wollen die Brunnen-Retter aber nichts ändern.
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Der Schlangenkopf aus Metall ist leicht verdrückt. Daran wollen die Brunnen-Retter aber nichts ändern.

Der Wald westlich der Landesstraße 3001 zwischen Heusenstamm und Dietzenbach gehört zur Schlossstadt. Dort befindet sich auch der Hoheberg, von dem unter anderem im 18. Jahrhundert die Steine für die Errichtung des Torbaus geholt wurden. In diesem Wald befindet sich auch ein fast vergessener Brunnen, der allerdings kein Wasser mehr liefert.

Heusenstamm – Folgt man dem Hainer Weg in den Wald, stößt man nach einiger Zeit – es sind bis dahin etwa 700 Meter – auf einen breiten Waldweg, die Alte Babenhäuser Straße. Biegt man nach links – in Richtung Dietzenbach-Steinberg – auf diese ein, trifft man nach weiteren etwa 200 Metern auf einen gemauerten Brunnen.

Dr. Roland Krebs, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV), nennt ihn geheimnisvoll, da über dessen Geschichte nichts bekannt ist. Vermutlich wurde er während des Fernwasserleitungsbaus errichtet. In der Nähe befinde sich ein Serviceschacht, von dem eine Wasserleitung zum Brunnen führt. Roland Krebs: „Ein Auslaufhahn in Form eines Schlangenkopfes spendete nach Betätigung eines Ventils kühles Wasser für den durstigen Wanderer.“

Mitglied schlug vor, dass sich der Verein darum kümmern solle

Das Ventil ist irgendwann dem Vandalismus zum Opfer gefallen. Daraufhin wurde der Wasserzulauf abgestellt. Irgendwann löste sich ein Stein aus dem Mauerwerk, dann noch einer, bis die Ecken und das vordere Seitenteil herausgebrochen waren. „Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Brunnen ganz zerstört sein würde.“

Der Kopf der Schlange ragt aus dem Mauerwerk heraus.

Ein Mitglied des HGV schlug dem Vorstand vor, dass der Verein sich um diesen Brunnen kümmern sollte. Roland Krebs sprach daraufhin den Vorsitzenden der Freunde Sprendlingens, Dr. Wilhelm Ott, an. Dieser hatte bereits versucht, die Geschichte des Brunnens zu recherchieren. Und er hat, zusammen mit Vereinskollegen, einige Erfahrungen in der Restaurierung von Brunnenanlagen gesammelt. Daraufhin wurde beschlossen, in einem gemeinsamen Projekt beider Vereine, den Brunnen zu restaurieren. Das geschah in Absprache mit dem Forstamt Langen, der Stadt Offenbach, dem Zweckverband Wasser Offenbach (ZWO) und der Unteren Denkmalschutzbehörde.

Vereine wollen Geschichte des Brunnens aufklären

Zunächst wurde der Brunnen abgekärchert, lose Steine und Verfugungen entfernt, die Fugen mit Mörtel geschlossen und mit Natursteinen von unten wieder aufgemauert. Die Vereine haben dafür mit Istvan Sabo einen erfahrenen Maurer gewinnen können. Bemerkenswert waren, so Roland Krebs, die vielen positiven Kommentare der Spaziergänger während der Arbeiten. „Endlich kümmert sich jemand um den Brunnen“. Und ein vorbeiwandernder Bauunternehmer spendierte spontan 150 Kilogramm Maurermörtel.

Die beiden Vereinsvorsitzenden möchten die Geschichte des Brunnens gern aufklären. Sie sind dankbar für Informationen aus der Bevölkerung, per Mail an vorstand@hgv-heusenstamm.de oder unter 06104 65477. Leider werde es nicht möglich sein, den Brunnen wieder zum Laufen zu bringen, bedauert Roland Krebs.  clb

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