Passion am Rembrücker Altar

Meditation von Elmar Götz zum Leidensweg Christi mit Fotos und Musik

Farbige Schweinwerfer tauchten den Kirchenraum St. Cäcilias während der Meditation in mystisches Licht. Die Scheinwerfer hat der Förderverein mit Unterstützung des Landtagsabgeordneten Ismail Tipi angeschafft. Foto: bechthold
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Farbige Schweinwerfer tauchten den Kirchenraum St. Cäcilias während der Meditation in mystisches Licht. Die Scheinwerfer hat der Förderverein mit Unterstützung des Landtagsabgeordneten Ismail Tipi angeschafft.

„Alles dreht sich um die Matthäus-Passion und den Rembrücker Altar“, begrüßte Herbert Margraf, Ehrenvorsitzender des Fördervereins Balthasar Neumann, die etwa 150 Besucher der Meditation zur Passionszeit in der Kirche St. Cäcilia.

Heusenstamm –  Der Altar, von einem unbekannten Künstler eigentlich für das Kloster Patershausen geschaffen, ist nur noch in Fragmenten erhalten, die im Haus der Stadtgeschichte besichtigt werden können. Dargestellt ist darauf der Leidensweg Christi bis zur Kreuzigung. Die Auferstehung wird, wie Professor Elmar Götz, Initiator der Veranstaltung, erläutert, symbolisch dargestellt durch einen Löwen, der seinen Jungen drei Tage nach der Geburt Leben einhaucht.

Zur Eröffnung der Meditation spielte Michael Hittel an der Orgel zwei Präludien von Johann Sebastian Bach. An jedem Tag verkünde der Altar den Tod Jesu und preise seine Auferstehung, sagte im Anschluss Pfarrer Martin Weber. Er freue sich, dass der Altar und Bachs Matthäus-Passion gemeinsam in Szene gesetzt wurden. Edith Hemberger las danach aus der Apostelgeschichte.

Die Stationen des Leidenswegs zeigte Elmar Götz anhand von Fotos, angefertigt von Birte Orlowski, die auf eine große Leinwand geworfen wurden. Parallel zu den zum Teil beeindruckenden Nahaufnahmen des Kunstwerks aus der Zeit der Renaissance, das auf das Jahr 1590 datiert werden kann, ließ Elmar Götz Abschnitte der Matthäus-Passion erklingen.

Vom gemeinsamen Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern über den Aufenthalt im Garten Gethsemane, den Verrat, die Festnahme, den Weg zum Kreuz, die Kreuzigung und schließlich den Tod von Jesus Christus wechselten sich Wortbeiträge von Götz mit den von der Musik untermalten Fotos ab.

Leider erfüllte die Musikanlage nicht die Hoffnungen, die sich die Veranstalter wohl gemacht hatten. Bachs Matthäus-Passion, eines der wichtigsten Werke protestantischer Kirchenmusik, klang blechern, hallte zu stark im Kirchenraum. Die Texte der Rezitative (Sprechgesang) waren einigermaßen zu verstehen, jene der wenigen Ausschnitte aus Arien und Chorälen nicht.

Konzept und Regie der etwa eineinhalbstündigen Meditation stammten von Elmar Götz. Für die Technik waren Josef Weber und Günter Jakobi zuständig. Die Kirche war illuminiert mit Schweinwerfern des Fördervereins.

VON CLAUDIA BECHTHOLD

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