Nur einmal Glätte gemeldet

Mitarbeiter des Bauhofs sind jede Nacht für Streudienste in Bereitschaft

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Gut gerüstet für den Ernstfall sind die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, die die Bereitschaft für den Streudienst übernehmen. Im großen Silo auf dem Gelände im Zwerggewann lagern etwa 50 Tonnen Salz.

Gestreut haben sie in diesem Winter schon dreimal, glatt waren die Straßen in der Schlossstadt aber erst ein einziges Mal. „Das war am 2. Januar“, weiß Bauhofleiter Michael Brand wie aus der Pistole geschossen. Seltene Ereignisse merkt man sich eben.

Heusenstamm – Jede Nacht haben zehn Mitarbeiter des städtischen Bauhofs Bereitschaft, müssen also am ganz frühen Morgen raus, um eine mit Salz gemischte Lauge auf viele Straßen, wichtige Gehwege und an Bushaltestellen zu verteilen. Damit die Menschen nicht ins Rutschen kommen.

So ruhig wie in diesem Winter war es allerdings bislang kaum. 2013 etwa, erinnert sich der Bauhofchef, musste die Bereitschaftszeit sogar über den 31. März hinaus erweitert werden, weil der Frühling kalt war und die Glättegefahr entsprechend länger anhielt. Normalerweise werden die nächtlichen Streudienste zwischen dem 1. November und eben Ende März eingeteilt. Und im Winter 2009/ 2010 war nicht nur den Heusenstammern das Streusalz ausgegangen, Nachschub auf dem Markt nur schwer zu erhalten.

„In dieser Saison habe ich überhaupt noch kein Salz bestellen müssen“, betont Michael Brand. Etwa 50 der insgesamt 60 Tonnen des Streumittels, die in das große Silo passen, seien noch da. Allerdings sei es nach so langer Lagerung nicht immer einfach, das Salz aus dem Behälter zu bekommen. Denn es verklumpt gerne. „Am 2. Januar mussten wir mit einem Gummihammer länger gegen die Silowand klopfen, bis es wieder gerieselt ist“, berichtet Brand.

Jeden Tag wechselt die Gruppe der insgesamt 30 von 35 Bauhofmitarbeitern, die die Winterdienst-Bereitschaft übernehmen. Wenn der sehr detaillierte Wetterbericht, der ihnen aufs Smartphone gesendet wird, eine kritische Lage vorhersagt, muss mindestens einer der Diensthabenden um 4 Uhr morgens aufstehen und entscheiden, ob alarmiert wird. Ein großer Streulastwagen, zwei Traktoren und drei Pritschenwagen stehen dafür zur Verfügung. Letztere werden von den „Handstreu-Teams“ genutzt, die am Bahnhof und den Bushaltestellen für rutschfreie Zonen sorgen. Spätestens um 5 Uhr rücken sie aus.

Manchmal fahren sie auch los, obwohl die Straßen noch nicht glatt sind. „Wenn es kalt und feucht ist, zieht es auch schon mal erst zwischen 6 und 7 Uhr in der Frühe an, dann läuft aber schon der Berufsverkehr und wir hätten keine große Chance mehr“, erläutert der Bauhofleiter. Und das eine oder andere Mal holt auch die Polizei schon mal den Streudienst. Es gebe ein paar Ecken, da werde es eher glatt als an anderen. Auf der Frankfurter Straße in Höhe des Umspannwerks etwa oder auf der Straße An der Düne zur Einmündung in die Industriestraße hin. Und auf der Ringstraße, für die eigentlich der Straßendienst der Hessen Mobil zuständig ist. „Aber da sind wir einfach schneller da und dann machen wir das auch.“

Zweieinhalb bis drei Stunden sind die Teams zum Streuen unterwegs. Bei Neuschnee dauert es länger. „Aber den hatten wir ja schon lange nicht mehr.“

VON CLAUDIA BECHTHOLD

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