Kunden halten Abstand

Neue Ferkel auf dem Patershäuser Hof: Vorerst keine Streicheleinheiten

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Nachwuchs, der weiterhin in Gruppen draußen ist: Die insgesamt 20 Ferkel – eine Mischung aus den Rassen Bunte Bentheimer und Duroc – sind gerade in Patershausen eingezogen. „Mal sehen, wie sie sich entwickeln“, sagt Landwirt Klaus Ommert. 

Auf dem Patershäuser Hof in Heusenstamm gibt es neue Ferkel. Doch Kunden müssen vorerst Abstand halten und auf Streicheleinheiten verzichten.

Heusenstamm – Sie rennen in Gruppen umher. Sie teilen sich ihr Essen und ihr Wasser völlig ungerührt. Dicht an dicht stehen sie da oder laufen nebeneinander her – die 20 Ferkel, die vor wenigen Tagen auf dem Patershäuser Hof eingezogen sind, kümmern sich wenig um das Coronavirus. Und das dürfen sie wohl auch. Die Tiere – eine Mischung aus den Rassen Bunte Bentheimer und Duroc – stammen von einem anderen Landgut, das wie das Heusenstammer auch dem Bioverband Demeter angehört.

„Ich habe mich mit dem Veterinäramt ausgetauscht”, berichtet Bauer Klaus Ommert, Chef auf dem Hofgut Patershausen. Sorge um seine Tiere müsse er sich nicht machen. Seine Rinder und Schweine können, laut Veterinäramt, das Virus nicht übertragen, sagt Ommert. Dennoch: Auf Streicheleinheiten müssen Kuh und Schwein trotzdem zurzeit verzichten. Denn auch Landwirt Ommert achtet sehr auf Abstand.

Das gilt zum Beispiel auch für die Verkäuferinnen im Hofladen, der zu den gewohnten Zeiten geöffnet hat. Eine Verkäuferin bedient, eine zweite kassiert das Geld – mit Handschuhen. Die Kunden seien sehr vernünftig, lobt er, warteten vor dem Laden. Höchstens drei Personen würden gleichzeitig bedient. Vor allem Fleisch und Wurst bestimmen sein Sortiment. Das Gemüse, das er in seinem Laden anbietet, kauft er dazu. Hamsterkäufe kann Ommert bei ihm im Laden nicht beobachten. „Es gibt schon einen leichten Anstieg bei den gekauften Mengen”, sagt er, aber es halte sich im Rahmen. Bisher finden die üblichen Stammkunden den Weg zum Patershäuser Hof.

Die Biergarten-Saison könnte – was das Wetter betrifft – bald starten. Seine Hoffnung, schon am nächsten Wochenende zu öffnen, hat Klaus Ommert aber nach den jüngsten Entwicklungen erst einmal begraben. Die Tische und Bänke könne er zwar weit genug auseinander stellen, sogar mehr als zwei Meter. Der Platz ist da. An der Ausgabe müssten die Gäste dann entsprechend Abstand voneinander halten. Darin sieht Ommert aber kein Problem. Er beobachte, wie sich die meisten Leute gegenseitig zu Achtsamkeit erziehen. Die Gäste wüssten schon, worauf sie zu achten haben. Dennoch will er erst in die Saison starten, wenn es genehmigt wird: „Ich spreche mich mit dem Gesundheitsamt ab. Ohne Genehmigung passiert da gar nichts.“

Ommert selbst gehört zur sogenannten Risikogruppe, ebenso zwei seiner Mitarbeiter. Daher hält er sich selbst so strikt wie möglich an die offiziellen Vorgaben. Er befürworte die Regelungen und das erklärte Ziel, die Infektionskurve möglichst niedrig zu halten. Dennoch: Als Selbstständiger muss er weiter seinen Betrieb aufrecht erhalten. Daher ist zu Hause bleiben zurzeit keine Option. „Ich achte sehr darauf, keine Klinken anzufassen und meine Hände regelmäßig zu waschen”, versichert er. Seine beiden älteren Mitarbeiter bleiben daheim. „Ich habe zuverlässigen Ersatz”, sagt er. So könne er – solange es ihm erlaubt ist – seinen Hofladen weiterführen. Und auch die Saat ausbringen, die aufs Feld muss, sobald es wärmer wird. „Ich habe sehr vernünftige und verständnisvolle Leute hier.“

Öffnungszeiten

Der Hofladen des Hofguts Patershausen öffnet donnerstags und freitags von 15 bis 19 Uhr sowie samstags von 9.30 bis 13 Uhr. Näheres im Internet auf hofgut-patershausen.de

VON YVONNE FITZENBERGER

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